{"id":53304,"date":"2026-10-23T12:52:35","date_gmt":"2026-10-23T10:52:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20001-213\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:35","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:35","slug":"20001-213","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20001-213\/","title":{"rendered":"StSP Ostsee: Untersuchungen zur Entwicklung von \u00c3\u2013kotypen in dem Cyanobakterium Microcoleus chthonoplastes entlang des Salinit\u00c3\u00a4tsgradienten der Ostsee"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6kotypen von Microcoleus chthonoplastes\u00c3\u2013kotypenbildung im Cyanobakterium Microcoleus chthonoplastes entlang des Salzgehaltgradienten der OstseeKathrin WitteInstitut f\u00c3\u00bcr Aquatische \u00c3\u2013kologie der Universit\u00c3\u00a4t Rostock, Albert-Einstein-Str. 3, 18055 Rostock, Tel.: 0381\/4986095Kathrin.witte@stud.uni-rostock.deMicrocoleus chthonoplastes ist einer der wichtigsten Vertreter mikrobieller Matten. Allgemein versteht man unter Mikrobenmatten eine vertikal geschichtete Gemeinschaft aus oxygenen photoautotrophen Cyanobakterien und anoxygenen photoautotrophen, methanogenen, schwefeloxidierenden und sulfatreduzierenden Bakterien. Mikrobielle Matten entwickeln sich h\u00c3\u00a4ufig in Habitaten, in denen aufgrund gro\u00c3\u0178er Variabilit\u00c3\u00a4ten abiotischer Parameter (Salinit\u00c3\u00a4t, Trockenheit, Temperatur, N\u00c3\u00a4hrstoffverf\u00c3\u00bcgbarkeit) die Ansiedlung h\u00c3\u00b6herer Pflanzengesellschaften verhindert wird. In derart extremen Lebensr\u00c3\u00a4umen spielen Cyanobakterien als Pionierorganismen eine entscheidende Rolle. Die Prim\u00c3\u00a4rproduktion der Cyanobakterien f\u00c3\u00bchrt zur Versorgung und Anreicherung organischen Materials im Sediment, welches als Hauptnahrungsquelle aller heterotrophen Organismen in der Mikrobenmatte dient, womit letztendlich die weitere Mattenentwicklung m\u00c3\u00b6glich ist. Durch die Produktion extrazellul\u00c3\u00a4rer polymerer Substanzen ist Microcoleus chthonoplastes in der Lage sich an das Sediment anzuheften und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Sedimentverfestigung. Erste \u00c3\u00b6kophysiologische und biochemische Untersuchungen von KARSTEN (1996) zur Salzanpassung an Isolaten des Cyanobakteriums Microcoleus chthonoplastes unterschiedlicher geographischer Herkunft deuten auf eine Entwicklung von \u00c3\u2013kotypen als eine Funkftion des Salzgehaltes hin.Der Begriff \u00c3\u2013kotyp wurde 1922 erstmals von TURESSON f\u00c3\u00bcr Pflanzen eingef\u00c3\u00bchrt, um genetisch bedingte Unterschiede zwischen verschiedenen Populationen einer Art zu beschreiben, d.h. Unterschiede, die lokale Anpassungen von Organismen an ihre jeweils spezifische Umwelt darstellen. Die Entwicklung von \u00c3\u2013kotypen wird in den letzten Jahren auch mehrfach f\u00c3\u00bcr die Organismen der Ostsee diskutiert. Zum einen, weil die Ostsee aus geologischer Sicht noch recht jung ist und sich hier die Frage stellt, reicht diese Zeit \u00c3\u00bcberhaupt f\u00c3\u00bcr eine Entwicklung neuer Brackwasserarten oder Endemiten aus? Zum anderen wird die Entwicklung von \u00c3\u2013kotypen in der Ostsee durch die Semi-Isolation vom Atlantischen Ozean und der \u00c3\u00b6kologischen Isolation von marinen und limnischen Systemen unterst\u00c3\u00bctzt. Dabei ist der entscheidende Umweltfaktor f\u00c3\u00bcr die Verteilung von Arten in der Ostsee der SalzgehaltgradientZiele des Promotionsvorhabens:Aufgrund der Tatsache, da\u00c3\u0178 zum gegenw\u00c3\u00a4rtigen Zeitpunkt nur wenige Daten \u00c3\u00bcber mikrobielle Matten der Ostsee vorliegen, soll zun\u00c3\u00a4chst das Vorkommen dieses Mikro\u00c3\u00b6kosystems entlang der K\u00c3\u00bcsten Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins grob kartiert werden, um die \u00c3\u00b6kologische Bedeutung f\u00c3\u00bcr die K\u00c3\u00bcstensedimente absch\u00c3\u00a4tzen zu k\u00c3\u00b6nnen. Die Kartierung wird dreimal im Jahr durchgef\u00c3\u00bchrt (Fr\u00c3\u00bchjahr, Sommer, Herbst), um saisonale Ver\u00c3\u00a4nderungen zu erfassen.Basierend auf den Untersuchungen von Karsten (1996) soll in dem beantragten Projekt die Bildung von \u00c3\u2013kotypen im Cyanobakterium M. chthonoplastes entlang des Salzgehaltgradienten der Ostsee n\u00c3\u00a4her untersucht werden.\u00c2\u00b7\tUm den Nachweis einer \u00c3\u2013kotypenbildung experimentell erbringen zu k\u00c3\u00b6nnen, werden Microcoleus-St\u00c3\u00a4mme von Ostseestandorten unterschiedlicher Salinit\u00c3\u00a4t isoliert, gereinigt und als unicyanobakterielle Kulturen etabliert.\u00c2\u00b7\tDiese werden unter definierten Laborbedingungen \u00c3\u00b6kphysiologisch, biochemisch und genetisch charakterisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kotypen von Microcoleus chthonoplastes\u00c3\u2013kotypenbildung im Cyanobakterium Microcoleus chthonoplastes entlang des Salzgehaltgradienten der OstseeKathrin WitteInstitut f\u00c3\u00bcr Aquatische \u00c3\u2013kologie der Universit\u00c3\u00a4t Rostock, Albert-Einstein-Str. 3, 18055 Rostock, Tel.: 0381\/4986095Kathrin.witte@stud.uni-rostock.deMicrocoleus chthonoplastes ist einer der wichtigsten Vertreter mikrobieller Matten. 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