{"id":53258,"date":"2026-01-27T10:50:33","date_gmt":"2026-01-27T09:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20002-328\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:33","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:33","slug":"20002-328","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20002-328\/","title":{"rendered":"Walddynamik in Mischw\u00e4ldern des Nationalparks Hainich &#8211; Untersuchung der Mechanismen und Prognose der Waldentwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Walddynamik in Mischw\u00e4ldern des Nationalparks HainichIm Rahmen dieser Studie wurde die dreidimensionale Bestandesstruktur naturnaher artenreicher Mischbest\u00e4nde auf vier Untersuchungsfl\u00e4chen von je 0.64 ha Gr\u00f6\u00dfe am Ostrand des Nationalparks Hainich (Th\u00fcringen) untersucht. Vor dem Hintergrund, dass es sich bei den untersuchten Best\u00e4nden um Laubmischw\u00e4lder innerhalb des nat\u00fcrlichen Buchenareals handelt, wurde der Frage nachgegangen, ob die derzeitige Bestandesstruktur R\u00fcckschl\u00fcsse dar\u00fcber zul\u00e4sst, ob es mittelfristig zu einer Entmischung der artenreichen W\u00e4lder kommen wird, indem die Buche ihre nat\u00fcrliche Vorherrschaft zur\u00fcckgewinnt. Neben einer vollst\u00e4ndigen Kartierung der Kronenfl\u00e4chen, Verj\u00fcngungsaufnahmen und Bestimmung des artspezifischen Totholzvolumens erfolgten vertiefende Untersuchungen zur horizontalen und vertikalen Besetzung des Kronenraums, der Nachbarschaftsinteraktion im Kronenraum (Triebl\u00e4ngenr\u00fcckmessungen, Strahlungsmessungen und Aststellungsanalyse) und zum Wuchsverhalten (dendro\u00f6kologische Jahrringanalyse) der Rotbuche, sowie der drei weiteren h\u00e4ufig vertretener Baumarten Esche, Hainbuche und Winterlinde. Die r\u00e4umliche Verteilung und die artspezifische H\u00e4ufigkeit der Jungpflanzen zeigte sich unabh\u00e4ngig von der Verteilung und der Abundanz der Altb\u00e4ume der gleichen Art und auch von der relativen Beleuchtungsst\u00e4rke am Waldboden.Hainbuchen wiesen mit 100m2 die signifikant gr\u00f6\u00dften Kronenfl\u00e4chen auf. Im Vergleich der Lichtkronenanteile (Hainbuche: 50m2) zeigten sich jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Arten. Au\u00dfer der Kronenfl\u00e4che wurde auch die H\u00f6he bestimmt, auf der die Baumarten ihre maximale Kronenbreite erreichen. Eschen breiten ihre Kronen signifikant h\u00f6her und Hainbuchen signifikant tiefer im Bestand aus als Buchen und Winterlinden. Dadurch ergaben sich zwischen benachbarte Hainbuchen und Eschen die gr\u00f6\u00dften \u00dcberlappungsbereiche der Kronen, wobei der \u00dcberlappungsfl\u00e4che bis zu 45% der Gesamtkronenfl\u00e4che einnehmen konnte.Bei der Untersuchung der Kroneninteraktion durch Triebl\u00e4ngenr\u00fcckmessungen waren keine spezifischen Reaktionen auf die Artzugeh\u00f6rigkeit des Nachbarbaumes nachweisbar. Unterschiede zwischen den verschiedenen Nachbarschaftskonstellationen zeigten sich jedoch bei der H\u00e4ufigkeit der Leittriebunterbrechungen durch Astabbr\u00fcche. Richtungs\u00e4nderungen des Astwachstums waren bei Hainbuche und Winterlinde h\u00e4ufiger zu beobachten als bei Esche und Buche. In einer multiplen linearen Regression wurde gepr\u00fcft, wie stark m\u00f6gliche Einflussfaktoren das Triebl\u00e4ngenwachstum bestimmen. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die mechanische Kronenkollision bei Wind eine bislang deutlich untersch\u00e4tzte Form der Interaktion zwischen Altb\u00e4umen im geschlossenen Bestand ist.Eine vergleichende dendro\u00f6kologischen Untersuchung an den hier untersuchten Arten wurde im Rahmen dieser Arbeit zum ersten Mal durchgef\u00fchrt. Dabei zeigte die Buche die st\u00e4rkste Korrelation von Jahrringbreite und Niederschlag der Vegetationsperiode (r=0.52). Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Klima und Ringbreite zeigte sich auch f\u00fcr die Esche (r=0.43) und die Hainbuche (r=0.32), jedoch nicht f\u00fcr die Winterlinde. Dieses Art zeigte zudem die geringste Sensitivit\u00e4t sowie die h\u00f6chste Autokorrelation der Ringbreiten. \u00dcber die letzten 50 Jahre wies die Buche im Mittel das st\u00e4rkste Dickenwachstum auf, dieses ist aber in den letzten Jahrzehnten r\u00fcckl\u00e4ufig und wird seit ca. 1990 von der Esche \u00fcbertroffen. Unter den derzeitigen Bedingungen scheinen Winterlinden und vor allem Eschen ihre Anteile auf den beiden von Linden dominierten Fl\u00e4chen zumindest behaupten, wenn nicht sogar ausbauen zu k\u00f6nnen, da die Buche sich dort kaum verj\u00fcngt und die Altb\u00e4ume nur eingeschr\u00e4nkt vital sind. Die Hainbuche erweist sich am st\u00e4rksten von der interspezifischen Konkurrenz betroffen. Ob die Buche ihre Dominanz auf der buchenreichen Fl\u00e4che 4 erhalten kann, wird ma\u00dfgeblich von der H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t von sommerlichen Trockenperioden abh\u00e4ngen, unter denen die Buche auch heute schon am st\u00e4rksten zu leiden hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walddynamik in Mischw\u00e4ldern des Nationalparks HainichIm Rahmen dieser Studie wurde die dreidimensionale Bestandesstruktur naturnaher artenreicher Mischbest\u00e4nde auf vier Untersuchungsfl\u00e4chen von je 0.64 ha Gr\u00f6\u00dfe am Ostrand des Nationalparks Hainich (Th\u00fcringen) untersucht. 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