{"id":53228,"date":"2026-01-27T10:50:27","date_gmt":"2026-01-27T09:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20003-448\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:29","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:29","slug":"20003-448","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20003-448\/","title":{"rendered":"Konservierung pflanzengenetischer Ressourcen als globales Koordinationsproblem: Eine Analyse interdependenter Entscheidungsprozesse in internationalen Umweltorganisationen"},"content":{"rendered":"<p>PGREL und internationale EntscheidungsprozesseStichworte: Biodiversit\u00e4t, genetische Ressourcen, Pflanzenzucht, internationale Organisationen, politische \u00d6konomie, Spieltheorie, internationale Umweltabkommen, analytic narratives, Zusammenfassung der ersten Zwischenberichts:ANLASS UND ZIELSETZUNGInternationale Umweltpolitik ist in vielen F\u00e4llen durch substantielle Inkoh\u00e4renz der Ma\u00dfnahmen, die unter multilateralen Abkommen mit interdependenten Zielen oder \u00fcberlappenden Mandaten verabschiedet wurden, gepr\u00e4gt. Ein bekanntes Beispiel f\u00fcr dieses Koh\u00e4renzproblem sind Ma\u00dfnahmen in Bezug auf die Konservierung und nachhaltige Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen (PGR) f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, welche im Rahmen verschiedener umwelt- und handelsbezogener Abkommen verhandelt werden.. Dabei handelt es sich um Ma\u00dfnahmen, die Auswirkungen auf Verf\u00fcgungsrechte \u00fcber den Schutz geistigen Eigentums in Bezug auf PGR haben. Diese werden zur Zeit aus verschiedenen Perspektiven unter vier internationalen Abkommen verhandelt. Der Mangel an Koordination in diesen Verhandlungsprozessen und das dadurch verursachte Fehlen einer Gesamtstrategie der internationalen Steuerung, erh\u00f6ht die Komplexit\u00e4t und Konflikttr\u00e4chtigkeit der Umsetzung auf nationaler Ebene. Inkoh\u00e4renz, im Sinne von widerspr\u00fcchlichen und unvollst\u00e4ndigen Ma\u00dfnahmen der internationalen Steuerung, f\u00fchrt zu erh\u00f6hten Transaktionskosten der Umsetzung und verhindert die Nutzung m\u00f6glicher Synergieeffekte einer Integration von Ma\u00dfnahmen. Eine Verbesserung der Koordination internationaler Verhandlungsprozesse und der Koh\u00e4renz von verabschiedeten Ma\u00dfnahmen kann deshalb bedeutend zur Verbesserung der Wirksamkeit internationaler Umweltpolitik beitragen.Das Dissertationsvorhaben zielt auf die Identifizierung der Ursachen der Inkoh\u00e4renz und der Hindernisse, die einer Verbesserung der Abstimmung zwischen einzelnen umwelt- und handelsbezogenen multilateralen Abkommen im Wege stehen. Dazu soll ein Ansatz f\u00fcr die systematische Analyse der Entstehung und der Persistenz von inkoh\u00e4renten Ma\u00dfnahmen internationaler Umweltpolitik entwickelt, und auf das Problem der Konservierung und Nutzung von PGR f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft angewandt werden.THEORETISCHER HINTERGRUND UND METHODIKDie Untersuchung st\u00fctzt sich auf die Ausgangshypothese, dass das Ergebnis internationaler Verhandlungen durch zwei Arten von Interaktionen bestimmt wird, der Beeinflussung internationaler Verhandlungsprozesse untereinander, und die Auswirkungen der nationalen Koordination verschiedener Politikbereiche auf das Verhalten der Vertreter eines Staates auf internationaler Ebene. Ein theoretischer Rahmen, basierend auf dem Konzept der Two-Level Games (Putnam 1988) und dem Ansatz der Nested Games (Tsebelis 1990), dient der integrierten Analyse der Erkl\u00e4rungsfaktoren auf internationaler und nationaler Ebene. Die Durchf\u00fchrung der Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte, bestehend jeweils aus der Entwicklung, beziehungsweise \u00dcberarbeitung des theoretischen Rahmens und einer empirischen Untersuchung an je einem der relevanten Verhandlungsprozesse. Es werden Daten aus verschieden empirischen Quellen analysiert, und vor dem Hintergrund des theoretischen Rahmens reflektiert. Dabei werden bestehende Hypothesen getestet und gegebenenfalls verworfen oder weiterentwickelt.ERWARTETE ERGEBNISSEDie Arbeit leistet einen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis der Dynamik internationaler Verhandlungsprozesse, insbesondere derjenigen Interaktionen, welche f\u00fcr das Entstehen von Inkoh\u00e4renz und das Ausbleiben einer besseren Koordination internationaler Prozesse verantwortlich sind. Die Ergebnisse k\u00f6nnen die Entwicklung neuer Strategien f\u00fcr die Verbesserung der Koordination internationaler Verhandlungen durch die Nutzung von Synergieeffekten der Umsetzung verschiedener Abkommen unterst\u00fctzten.STAND DER ARBEITDie wichtigsten Arbeitsschritte, die im ersten Jahr der F\u00f6rderung durchgef\u00fchrt wurden, sind die Erstellung eines Arbeitspapiers zum theoretischen Rahmen, und die Erhebungen des ersten empirischen Zyklus. Das Arbeitspapier wird in K\u00fcrze unter www.agrar.hu-berlin.de\/wisola\/ress verf\u00fcgbar sein.Die Erhebungen des ersten empirischen Zyklus wurden auf einer Reihe internationaler Umweltkonferenzen im Rahmen des \u00dcbereinkommens \u00fcber die Artenvielfalt durchgef\u00fchrt. Nach einer vorl\u00e4ufigen Auswertung lassen sich drei Fallbeispiele beschreiben, deren Entwicklung in den kommenden Zyklen weiterverfolgt werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PGREL und internationale EntscheidungsprozesseStichworte: Biodiversit\u00e4t, genetische Ressourcen, Pflanzenzucht, internationale Organisationen, politische \u00d6konomie, Spieltheorie, internationale Umweltabkommen, analytic narratives, Zusammenfassung der ersten Zwischenberichts:ANLASS UND ZIELSETZUNGInternationale Umweltpolitik ist in vielen F\u00e4llen durch substantielle Inkoh\u00e4renz der Ma\u00dfnahmen, die unter multilateralen Abkommen mit interdependenten Zielen oder \u00fcberlappenden Mandaten verabschiedet wurden, gepr\u00e4gt. 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