{"id":53223,"date":"2026-01-27T10:50:27","date_gmt":"2026-01-27T09:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20003-465\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:28","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:28","slug":"20003-465","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20003-465\/","title":{"rendered":"Nutzung von Telemetrie- und Satellitendaten zur Identifizierung wichtiger Habitate wandernder Vogelarten (Ciconia ciconia, Aquila pomarina)"},"content":{"rendered":"<p>Satellitendaten zur Lokalisierung bedeutsamer BiotopeWandernde Vogelarten stellen ein gesondertes Problem in Naturschutzfragen dar. Das Wanderverhalten erschwert die Erforschung dieser Arten, da klassische Beringungsmethoden nur wenig Informationen zu den Zugrouten und den \u00dcberwinterungsgebieten zulassen. Doch gerade die Bedingungen in den Durchzugsgebieten und im Winterquartier spielen eine entscheidende Rolle f\u00fcr das \u00dcberleben der Art. Seit den 90er Jahren erm\u00f6glicht die Satelliten-Telemetrie die genauere Erforschung wandernder Vogelarten sowie auch anderer wandernder Tierarten. Ein Sender, der an dem Tier befestigt wird, gibt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Signale ab, die von Argos-Satelliten empfangen werden. Die in den Signalen enthaltenen Informationen geben Auskunft \u00fcber den zeitlichen und geografischen Verlauf des Zuges. Auf diese Weise ist es m\u00f6glich, die Durchzugs-, Rast- und \u00dcberwinterungsgebiete genau zu lokalisieren. Ziele der Doktorarbeit:Telemetrische Daten besenderter Wei\u00dfst\u00f6rche und Schreiadler sollen mithilfe Geografischer Informationssysteme mit Fernerkundungsdaten \u00fcbereinandergelagert werden. Regionen mit bevorzugten Aufenthalten und intakten Biotopen sollen lokalisiert und charakterisiert werden. Die vermutliche \u00f6kologische Relevanz auch f\u00fcr weitere Arten dieser Gebiete soll innerhalb zweier Feldaufenthalte \u00fcberpr\u00fcft werden.     Grundlage der Arbeit bilden Telemetriedaten des Max-Planck-Institutes f\u00fcr Ornithologie, Vogelwarte Radolfzell zu insgesamt 66 besenderten Wei\u00dfst\u00f6rchen der Jahre 1992 bis 2003. In einer ersten Analyse dieser fand eine Auswahl qualitativ guter Koordinaten (fehlerhafte Abweichung unter 5km)statt. Eine Reduktion der Daten auf eine Lokalisation pro Tag pro Individuum soll zudem eine \u00dcberbewertung von Regionen durch mehrere Koordinaten an einem Tag verhindern.Zwei verschiedene Indizes wurden entwickelt, um Zugdaten von Rastdaten unterscheiden zu k\u00f6nnen. Dabei wurden zur\u00fcckgelegte Tagesstrecken bzw. Richtungs\u00e4nderungen ausgewertet, um eine objektivierte Unterscheidung zu erm\u00f6glichen. GIS-gest\u00fctzte Analysen wie die Kernel-Homerange-Analyse f\u00fcr die ermittelten Rastdaten erlaubten eine Eingrenzung der f\u00fcr Rast und \u00dcberwinterung relevanten Regionen. Die Methoden, die anhand der Wei\u00dfstorch-Daten entwickelt wurden, sollen sp\u00e4ter auf andere Telemetriedaten angewendet werden (Schreiadler, Aquila pomarina).Die Ergebnisse zeigen eine besondere Bedeutung der nordafrikanischen Zwischenziele im Tschad und Sudan. Weiterhin sind Rastregionen in Kenia, Tanzania, Zimbabwe, Botsuana und S\u00fcdafrika lokalisiert worden.Mithilfe thematischer Satellitenbilder zur Landbedeckung und Landnutzung in S\u00fcdafrika (GLC 2000) konnten genutzte Habitate charakterisiert werden. Wei\u00dfst\u00f6rche bevorzugen demnach landwirtschaftliche Fl\u00e4chen und Grasland zur Rast und \u00dcberwinterung.Die \u00dcberlagerung von Satellitendaten mit Telemetriedaten in bereits bekannten \u00dcberwinterungsgebieten des Schreiadlers in Zambia und Zimbabwe zeigte eine Pr\u00e4ferenz f\u00fcr offene Grasland- und Savannenhabitate.W\u00e4hrend des Feldaufenthalts in Botsuana und S\u00fcdafrika konnten Wei\u00dfst\u00f6rche in ihren Nahrungshabitaten beobachtet werden. Die Beobachtungen best\u00e4tigen die Ergebnisse der Satellitendatenauswertung. Analysen von Gew\u00f6llen sollen zudem Aufschluss \u00fcber das Nahrungsspektrum geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Satellitendaten zur Lokalisierung bedeutsamer BiotopeWandernde Vogelarten stellen ein gesondertes Problem in Naturschutzfragen dar. 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