{"id":53217,"date":"2026-01-27T10:50:25","date_gmt":"2026-01-27T09:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20003-493\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:27","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:27","slug":"20003-493","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20003-493\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zum Einfluss von fl\u00fcchtigen organischen Verbindungen (VOC) auf die Modulation der T-Zell-Funktion und das daraus resultierende Allergie-Risiko"},"content":{"rendered":"<p>Immunmodulation durch VOCIn einem hoch industrialisierten Land wie Deutschland verbringen Menschen die meiste Zeit in R\u00e4umen. Somit kann die Qualit\u00e4t der Innenraumluft, insbesondere eine Schadstoffbelastung, die Gesundheit des Menschen beeinflussen. Epidemiologische Studien zeigten, dass die Schadstoffbelastung der Innenraumluft im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen und Allergien steht. Wichtige Schadstoffe im Innenraum sind fl\u00fcchtige organische Verbindungen (VOC), die z.B. durch Renovierungsarbeiten und Verlegung von Fu\u00dfbodenbel\u00e4gen in die Innenraumluft gelangen.Ziel dieser Dissertation war es, den Einfluss von ausgew\u00e4hlten VOC hinsichtlich der Induktion von immunmodulierenden und inflammatorischen Prozessen zu untersuchen. Daf\u00fcr wurden die aromatischen Verbindungen Chlorbenzol, Styrol, m-Xylol, die aliphatischen Verbindungen n-Nonan, n-Dekan, n-Undekan, n-Dodekan, n-Tridekan und Methylcyclopentan sowie verschiedene VOC-Mischungen ausgew\u00e4hlt. Schwerpunkt dieser Arbeit waren Untersuchungen zum Einfluss von VOC auf periphere mononukle\u00e4re Blutzellen (PBMC), insbesondere auf die Th1\/Th2-Balance zur Abkl\u00e4rung m\u00f6glicher adjuvanter allergief\u00f6rdernder Effekte sowie Untersuchungen von VOC-Effekten auf Lungenepithelzellen (Zelllinie A549). Daf\u00fcr wurden ein bestehendes In vitro-Modell modifiziert und neue experimentelle Modelle etabliert.Die Untersuchungen zeigten, dass die ausgew\u00e4hlten VOC auf die Zytokinfreisetzung von PBMC keinen Einfluss hatten, der auf ein erh\u00f6htes Allergierisiko durch diese Chemikalien hinweist. Es ist daher zu vermuten, dass PBMC nicht die prim\u00e4ren Targetzellen f\u00fcr VOC sind.Da fl\u00fcchtige Chemikalien mit der Atemluft in die Lunge gelangen und dort prim\u00e4r Kontakt mit Epithelzellen haben, wurde die Hypothese aufgestellt, dass eingeatmete VOC inflammatorische Reaktionen in Lungenepithelzellen ausl\u00f6sen. Durch Freisetzung von reaktiven Mediatoren durch die Lungenepithelzellen k\u00f6nnten sekund\u00e4r Blutzellen in ihrer Zytokinfreisetzung ver\u00e4ndert werden. Zur Pr\u00fcfung dieser Hypothese wurden experimentelle Modelle entwickelt, die eine VOC Exposition adh\u00e4renter Lungenepithelzellen erm\u00f6glichen sowie die Untersuchung von Sekund\u00e4reffekten auf PBMC erlauben.Die Exposition von Lungenepithelzellen mit Chlorbenzol, Styrol und m-Xylol sowie mit Mischungen, die diese Verbindungen enthalten, f\u00fchrte in innenraumrelevanten Konzentrationen zu einer verst\u00e4rkten Freisetzung des Chemokins MCP-1, welches an entz\u00fcndlichen und allergischen Prozessen beteiligt ist. Hohe Konzentrationen dieser VOC f\u00fchrten zu einer Induktion der IL-8-Freisetzung. Dieses Chemokin ist an entz\u00fcndlichen Reaktionen beteiligt. Die untersuchten Alkane (C9-C13-Alkane und Methylcyclopentan) zeigten keinen Einfluss auf die MCP-1- und IL-8-Freisetzung. Zellkultur\u00fcberst\u00e4nde Chlorbenzol- und Styrol-exponierter Lungenepithelzellen f\u00fchrten bei Inkubation mit peripheren Blutzellen zu einer verst\u00e4rkten IL-13-Freisetzung. Das weist auf eine verst\u00e4rkte Th2-Antwort hin, die f\u00fcr allergisches Geschehen kennzeichnend ist. F\u00fcr m-Xylol konnte dieser Sekund\u00e4reffekt nicht beobachtet werden.F\u00fcr die hier untersuchten aliphatischen Verbindungen (C9-C13-Alkane, Methylcyclopentan) konnten im innenraumrelevanten Konzentrationsbereich mittels der hier angewandten Modelle keine Effekte beobachtet werden, die f\u00fcr ein Gesundheitsrisiko sprechen. Demgegen\u00fcber waren unter Styrol-, Chlorbenzol- und m-Xylol-Exposition potenziell gesundheitsgef\u00e4hrdende Effekte nachweisbar (Freisetzung von entz\u00fcndungsausl\u00f6senden und allergief\u00f6rdernden Mediatoren), die im Fall von Chlorbenzol und Styrol nicht auf Lungenepithelzellen beschr\u00e4nkt, sondern sekund\u00e4r auch auf PBMC \u00fcbertragbar waren.Die Ergebnisse dieser Arbeit sprechen daf\u00fcr, dass entz\u00fcndliche Reaktionen der Atemwege eher durch aromatische VOC ausgel\u00f6st werden. Von Farben, Lacken und Klebstoffen mit h\u00f6herem Anteil aromatischer Verbindungen k\u00f6nnte somit ein Risiko f\u00fcr entz\u00fcndliche Atemwegserkrankungen ausgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immunmodulation durch VOCIn einem hoch industrialisierten Land wie Deutschland verbringen Menschen die meiste Zeit in R\u00e4umen. Somit kann die Qualit\u00e4t der Innenraumluft, insbesondere eine Schadstoffbelastung, die Gesundheit des Menschen beeinflussen. Epidemiologische Studien zeigten, dass die Schadstoffbelastung der Innenraumluft im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen und Allergien steht. 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