{"id":53215,"date":"2026-01-27T10:50:25","date_gmt":"2026-01-27T09:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20003-498\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:27","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:27","slug":"20003-498","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20003-498\/","title":{"rendered":"Transport- und Sorptionsverhalten von mit G\u00fclle applizierten Sulfonamid-Antibiotika in B\u00f6den"},"content":{"rendered":"<p>Transport- und Sorptionsverhalten von Sulfonamiden in B\u00f6denSulfonamide werden weltweit zur Bek\u00e4mpfung von Infektionskrankheiten in der Veterin\u00e4rmedizin eingesetzt und gelangen nach der Ausscheidung aus den Tieren und der landwirtschaftlichen Verwertung der anfallenden G\u00fclle auf Ackerb\u00f6den. Funde von Sulfonamiden in W\u00e4ssern in der N\u00e4he landwirtschaftlich genutzter Fl\u00e4chen deuten eine relevante Mobilit\u00e4t dieser Substanzen in B\u00f6den an, die mit bisherigen Laboruntersuchungen, die ohne G\u00fcllezugabe durchgef\u00fchrt wurden, nur unzureichend nachvollzogen werden konnte. Um den Effekt von G\u00fclle und dem landwirtschaftlichen Management auf die Verteilung und die Mobilit\u00e4t von Sulfonamiden zu untersuchen, wurden S\u00e4ulenperkolationsversuche im Labor sowie eine Lysimeter- und eine Plotstudie im Freiland durchgef\u00fchrt. Als Vorarbeit wurde durch eine G\u00fcllefraktionierung gezeigt, dass bis zu 50% der Trockensubstanz von G\u00fclle in B\u00f6den mobil ist. Eine nachfolgernde Charakterisierung ergab, dass diese Fraktionen chemische \u00c4hnlichkeiten mit aquatischen Humins\u00e4uren aufweisen, die die Mobilit\u00e4t von Schadstoffen im Boden erh\u00f6hen k\u00f6nnen.Mit Hilfe der S\u00e4ulenperkolationsexperimente wurde eine steigende Extrahierbarkeit mit steigendem pH-Wert und sinkendem Kohlenstoffgehalt des Bodens sowie mit zunehmender anionischer Speziierung des jeweiligen Sulfonamids festgestellt. Durch G\u00fcllezugabe wurde einerseits eine erh\u00f6hte Sorption der Sulfonamide in den obersten 5 cm des Oberbodens beobachtet. Andererseits konnte anhand der Durchbruchskurven der Sulfonamide gezeigt werden, dass infolge G\u00fcllezugabe eine erh\u00f6hte Maximalkonzentration von Sulfonamiden im Sickerwasser auftritt, w\u00e4hrend sich die insgesamt aus dem Boden ausgetragene Sulfonamidenge nicht \u00e4nderte. Das deutet auf uneinheitliche Effekte der G\u00fcllezugabe hin, was auf die unterschiedliche Mobilit\u00e4t ihrer Partikelgr\u00f6\u00dfenfraktionen zur\u00fcckgef\u00fchrt wurde.In zwei Freilandstudien unterschiedlicher Skalen wurde zudem nachgewiesen, dass Sulfonamide \u00fcber eine Dauer von mindestens zwei Jahren in B\u00f6den persistent und mobil sind. Trockene Witterung und die angebaute Fruchtart k\u00f6nnen zudem die Sulfonamidmenge, die aus dem Boden ausgetragen wird, erh\u00f6hen, w\u00e4hrend wiederholtes Pfl\u00fcgen lediglich zu einer Retention von Sulfonamiden f\u00fchrt. Die Detektion von Sulfonamiden oberhalb des Grenzwertes der Europ\u00e4ischen Union von 0,1 \u00b5g\/L f\u00fcr Biozide in Trinkwasser in mehr als 50% der Sickerw\u00e4sser der 1 m m\u00e4chtigen Feldlysimeter verdeutlicht, dass mit einer stetigen Verlagerung von Sulfonamiden durch landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den zu rechnen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transport- und Sorptionsverhalten von Sulfonamiden in B\u00f6denSulfonamide werden weltweit zur Bek\u00e4mpfung von Infektionskrankheiten in der Veterin\u00e4rmedizin eingesetzt und gelangen nach der Ausscheidung aus den Tieren und der landwirtschaftlichen Verwertung der anfallenden G\u00fclle auf Ackerb\u00f6den. 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