{"id":53212,"date":"2026-01-27T10:50:25","date_gmt":"2026-01-27T09:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20003-514\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:27","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:27","slug":"20003-514","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20003-514\/","title":{"rendered":"Die Regime-Umwelt von Umwelt-Regimen. Internationale Regime-Konflikte im Bereich des internationalen Umweltschutzes"},"content":{"rendered":"<p>Internationale Regime Konflikte im Bereich des internationalen Umweltschutzes<\/p>\n<p>Die letzten Jahrzehnte waren Zeuge einer wachsenden Verflechtung der internationalen Beziehungen in unterschiedlichsten Politikfeldern. Mit dieser politischen Integration geht auch eine zunehmende Verregelung der internationalen Beziehungen einher, in deren Kontext es nicht nur zu funktionellen \u00dcberlappungen (d. h. zwei oder mehr Regime behandeln teilweise \u00e4hnliche Regelungsgegenst\u00e4nde), sondern auch zu Konflikten zwischen den einzelnen Regulierungssystemen (d. h. zwei oder mehr Regime enthalten einander widersprechende Regeln) kommen kann.Zu den Zielsetzungen der Promotion z\u00e4hlen: erstens die empirisch-typologische Intention der Aufdeckung und systematischen Beschreibung von internationalen Regime-Konflikten im Bereich des internationalen Umweltschutzes, zweitens die theoretische Intention einer Erweiterung der politikwissenschaftlichen Regime-Theorie durch die Gewinnung von Hypothesen \u00fcber die Auswirkung von Regime-Konflikten, und drittens die praxis-relevante Zielsetzung des \u00dcberpr\u00fcfens dieser Hypothesen zwecks Erkenntnisgewinns \u00fcber sinnvolle Konflikt-L\u00f6sungen.Empirisch-typologische Fortschritte:Insgesamt konnten 60 internationale Regime-Konflikte im Bereich des internationalen Umweltschutzes identifiziert werden. Parallel hierzu wurden wesentliche Unterscheidungskriterien erarbeitet, angef\u00fchrt von den Kriterienpaaren latent?manifest und direkt?indirekt. Darauf folgte eine weitere typologische Ausdifferenzierung anhand zus\u00e4tzlicher Kriterien, u. a. dem funktionellen Geltungsbereich (Umweltschutz oder Freihandel) oder der Reichweite (regional oder global) der beteiligten Regime sowie der Austragungsebene (regime-intern oder regime-extern), der Akteursebene (B\u00fcrokratien, Staaten oder nicht-staatliche Akteure) und schlie\u00dflich auch des Grads der Beabsichtigung\/Intentionalit\u00e4t der Regime-Konflikte. Theoretische Fortschritte: 13 Hypothesen \u00fcber die Auswirkungen von Regime-Konflikten wurden generiert. Die abh\u00e4ngige Variable (relative Ver\u00e4nderung der Regime-Effektivit\u00e4t) wurde in zwei Explananda unterteilt: einerseits die Wahrscheinlichkeit der Regelung eines Regime-Konfliktes und andererseits die Verteilung der Auswirkungen des Konfliktes unter den betroffenen Regimen (relative Gewinne und Verluste). Wichtigste Indikatoren waren hierbei rechtliche oder politische Regelungen, gescheiterte Regelungs-Versuche und Konflikt-Versch\u00e4rfungen. Die unabh\u00e4ngigen Variablen wurden in zwei Schritten aus g\u00e4ngigen Theorien \u00fcber die Wirksamkeit einzelner Regime abgeleitet. Zun\u00e4chst wurden einzelne Erkl\u00e4rungsfaktoren isoliert  (z. B. Verrechtlichungsgrad der beteiligten Regime oder die Machtkonstellation zwischen den Mitgliedstaaten). Anschlie\u00dfend wurden diese Faktoren auf zwei verschiedene Arten zueinander in Beziehungen gesetzt, n\u00e4mlich vergleichend (&#8220;relativ&#8221;) und verkn\u00fcpfend (&#8220;relational&#8221;).Praxis-relevante Fortschritte:Von den 13 Hypothesen wurden f\u00fcnf ausgew\u00e4hlt und auf zwei Arten getestet: einmal in Form eines Korrelationstests an 21 Regime-Konflikten und zum anderen im Zuge einer detaillierten Einzel-Fallanalyse des Konflikts zwischen dem globalen Klimawandel-Regime (UNFCCC und Kyoto-Protokoll) und dem Welthandels-Regime der WTO.Die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse dieser beiden Tests unterst\u00fctzen die Annahme, dass in erster Linie die Machtkonstellation zwischen Staaten f\u00fcr die Konflikt-Auswirkungen, d. h. die Verteilung von Gewinnen und Verlusten verantwortlich ist. Umweltschutz-Regime k\u00f6nnen sich in solchen Konflikten nur dann durchsetzen, wenn sie \u00fcber eine entsprechend einflussreiche b\u00fcrokratische F\u00fchrung (etwa in Form eines starken Mandats ihrer Sekretariate) verf\u00fcgen. Die Regelbarkeit solcher Konflikte ist schlie\u00dflich erheblich davon abh\u00e4ngig, inwiefern Themen und Interessen im Rahmen von &#8220;package deals&#8221; zwischen Staaten verkn\u00fcpft werden. Dies ist in der Praxis bisher unzureichend geschehen, denn das Potenzial f\u00fcr solche Themenb\u00fcndelungen liegt weit h\u00f6her. Stattdessen finden pro- und contra-Koalitionen von Staaten immer noch in den engen Grenzen eines Problemfeldes (z. B. Klimawandel oder Artenvielfalt) zusammen. Und auch innerhalb ein und desselben Staates gibt es ? jenseits von Lippenbekenntnissen zu ?nachhaltiger Entwicklung? oder ?nachhaltiger Ressourcenverwendung? ? zumeist keine stabile themen\u00fcbergreifende Position. Kurzum: es fehlt eine ganzheitlichere Sicht der Verhandlungspartner auf die verschiedenen \u00f6kologischen Problemfelder. Ein besserer Informationsfluss zwischen den Themenbereichen auf allen Ebenen &#8211; also innerhalb von Regierungen ebenso wie zwischen internationalen Regimen &#8211; k\u00f6nnte daher einen ersten Ansatz zur Regelung von Regime-Konflikten bieten, die bisher nachweislich eher zu Lasten der involvierten Umweltschutz-Regime gegangen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Regime Konflikte im Bereich des internationalen Umweltschutzes Die letzten Jahrzehnte waren Zeuge einer wachsenden Verflechtung der internationalen Beziehungen in unterschiedlichsten Politikfeldern. 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