{"id":53170,"date":"2026-02-09T10:50:17","date_gmt":"2026-02-09T09:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-714\/"},"modified":"2026-02-09T10:50:18","modified_gmt":"2026-02-09T09:50:18","slug":"20004-714","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-714\/","title":{"rendered":"Optimierung der Haltung einer hochgradig gef\u00e4hrdeten einheimischen S\u00e4ugetierart am Beispiel der Ern\u00e4hrung des Fischotters (Lutra lutra)"},"content":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrung des FischottersIn der Haltung des hochgradig bedrohten Eurasischen Otters (Lutra lutra) existieren Probleme wie u.a. ein niedriger Reproduktionserfolg und das Auftreten ern\u00e4hrungsbedingter Erkrankungen. Um die Haltung verbessern zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen gezielte Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. Eine ad\u00e4quate F\u00fctterung ist essentiell wichtig f\u00fcr die optimale Haltung einer Tierart, da Ern\u00e4hrung einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Tieres aus\u00fcbt. Existierende F\u00fctterungsrichtlinien f\u00fcr den Eurasischen Otter orientieren sich an Erfahrungswerten verschiedener Otterhalter, da keine wissenschaftlich fundierten Daten zur Ern\u00e4hrung dieser Tierart, au\u00dfer zur Energieversorgung, vorliegen. Das Ziel dieser Arbeit war es deshalb, Untersuchungen zur Ern\u00e4hrung mit dem Otter durchzuf\u00fchren, um wissenschaftlich fundierte Daten, welche zur Verbesserung der Ern\u00e4hrung in der Gehegehaltung dringend ben\u00f6tigt werden, zur Verf\u00fcgung zu stellen. Eine optimale Versorgung mit Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Tierhaltung. Die Messung der Aufnahme an verdaulicher Energie, welche in dieser Arbeit mit 14 Ottern \u00fcber 2 und 5 Jahresperioden durchgef\u00fchrt wurde, ergab hohe Werte f\u00fcr den Otter (721 kJ\/ kg K\u00f6rpermasse0.75\/ Tag) im Vergleich mit anderen Karnivorenarten. Es zeigte sich eine saisonale Abh\u00e4ngigkeit mit h\u00f6heren Energieaufnahmen im Winter als im Sommer. Desweiteren unterschieden sich die Geschlechter in der Aufnahme von Energie, welche bei den Weibchen (pro kg K\u00f6rpermasse) h\u00f6her lag als bei den M\u00e4nnchen.Um optimale Di\u00e4ten zusammenstellen und Futterrationen berechnen zu k\u00f6nnen, ist die Kenntnis der Verdauungseffizienz zwingend notwendig. Deshalb wurden Verdaulichkeitsversuche mit 9 Ottern durchgef\u00fchrt, in welchen die scheinbare Verdaulichkeit (AD) der Trockensubstanz, Energie, Rohprotein und Rohfett von 8 h\u00e4ufig f\u00fcr die Otterf\u00fctterung verwendeten Di\u00e4ten gemessen wurde, um die Berechung von Rationen f\u00fcr Otterhalter zu erm\u00f6glichen. Die gemessenen Verdaulichkeitswerte f\u00fcr den Otter (75-85% f\u00fcr die Trockensubstanz) waren niedrig im Vergleich zu anderen Karnivorenarten. Im Vorfeld des Verdaulichkeitsversuchs wurde der Marker Chromoxid getestet, welche die Durchf\u00fchrung eines solchen Tests ohne eine quantitative Kotsammlung, welche in nat\u00fcrlich gestalteten Gehegen sehr schwierig ist, erm\u00f6glicht. Der Vergleich der Markermethode mit einer quantitativen Kotsammlung ergab eine leichte Untersch\u00e4tzung der AD mit Chromoxid. Die niedrigen Verdaulichkeitswerte beim Otter best\u00e4tigten sich auch w\u00e4hrend des Versuchs f\u00fcr die Evaluierung des Minks als ern\u00e4hrungsphysiologisches Modelltier f\u00fcr den Otter. F\u00fcr den Mink existiert eine Vielzahl von Ern\u00e4hrungsempfehlungen aus der Pelztierindustrie, welche interessant f\u00fcr eine Anwendung auf den Otter w\u00e4ren, da mit letzterem aufgrund von Arten- und Tierschutz\u00fcberlegungen schwerlich direkte N\u00e4hrstoffbedarfsstudien durchzuf\u00fchren sind. Versuche zur Bestimmung der AD sowie der Darmpassagezeiten wurden mit dergleichen Di\u00e4t und den gleichen Markern bei beiden Arten durchgef\u00fchrt und ergaben niedrige  Verdaulichkeitswerte sowie kurze Darmpassagezeiten bei beiden Arten im Vergleich zu an-deren Karnivorenarten. Die Werte lagen f\u00fcr den Otter sogar noch niedriger als f\u00fcr den Mink, was bei einer \u00dcbernahme der Ern\u00e4hrungsempfehlungen des Minks f\u00fcr den Otter beachtet werden muss. Eine weitere indirekte Methode um Hinweise auf eine optimale Ern\u00e4hrung zu erlangen ist die Berechnung von N\u00e4hrstoffkonzentrationen in der nat\u00fcrlichen Nahrungszusammensetzung von Ottern im Freiland. Ein Vergleich der in-situ Di\u00e4t mit der N\u00e4hrstoffzusammensetzung von Zoodi\u00e4ten ergab Unterschiede haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Vitamine A, B1 und E sowie Zink, Protein und Fett.Die ern\u00e4hrungsbedingte Entstehung von Nierensteinen ist ein schwerwiegendes Problem in der Gehegehaltung des Eurasischen Otters, f\u00fcr welche die Ursache noch nicht gekl\u00e4rt ist. Um Risikofaktoren f\u00fcr die Steinbildung, welche haupts\u00e4chlich aus Ammoniumurat bestehen, abzukl\u00e4ren, wurden Versuche mit verschiedenen Di\u00e4ten unter quantitativer Urinsammlung durchgef\u00fchrt. Diese ergaben hohe Konzentrationen von Harns\u00e4ure und Ammonium, begleitet von einem pH von 6,2, was bei Hund und Mensch als Risikofaktor angesehen wird. Desweiteren lie\u00df sich ein Zusammenhang zwischen der Purinaufnahme und der durch den Urin ausgeschiedenen Harns\u00e4uremenge nachweisen, welcher die M\u00f6glichkeit der Verringerung der Risikofaktoren f\u00fcr die Steinbildung in Gehegehaltung er\u00f6ffnet, indem purinreiche Futtermittel vermieden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrung des FischottersIn der Haltung des hochgradig bedrohten Eurasischen Otters (Lutra lutra) existieren Probleme wie u.a. ein niedriger Reproduktionserfolg und das Auftreten ern\u00e4hrungsbedingter Erkrankungen. Um die Haltung verbessern zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen gezielte Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. 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