{"id":53170,"date":"2026-10-23T12:52:28","date_gmt":"2026-10-23T10:52:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-714\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:29","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:29","slug":"20004-714","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-714\/","title":{"rendered":"Optimierung der Haltung einer hochgradig gef\u00c3\u00a4hrdeten einheimischen S\u00c3\u00a4ugetierart am Beispiel der Ern\u00c3\u00a4hrung des Fischotters (Lutra lutra)"},"content":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrung des FischottersIn der Haltung des hochgradig bedrohten Eurasischen Otters (Lutra lutra) existieren Probleme wie u.a. ein niedriger Reproduktionserfolg und das Auftreten ern\u00c3\u00a4hrungsbedingter Erkrankungen. Um die Haltung verbessern zu k\u00c3\u00b6nnen, m\u00c3\u00bcssen gezielte Ma\u00c3\u0178nahmen ergriffen werden. Eine ad\u00c3\u00a4quate F\u00c3\u00bctterung ist essentiell wichtig f\u00c3\u00bcr die optimale Haltung einer Tierart, da Ern\u00c3\u00a4hrung einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Tieres aus\u00c3\u00bcbt. Existierende F\u00c3\u00bctterungsrichtlinien f\u00c3\u00bcr den Eurasischen Otter orientieren sich an Erfahrungswerten verschiedener Otterhalter, da keine wissenschaftlich fundierten Daten zur Ern\u00c3\u00a4hrung dieser Tierart, au\u00c3\u0178er zur Energieversorgung, vorliegen. Das Ziel dieser Arbeit war es deshalb, Untersuchungen zur Ern\u00c3\u00a4hrung mit dem Otter durchzuf\u00c3\u00bchren, um wissenschaftlich fundierte Daten, welche zur Verbesserung der Ern\u00c3\u00a4hrung in der Gehegehaltung dringend ben\u00c3\u00b6tigt werden, zur Verf\u00c3\u00bcgung zu stellen. Eine optimale Versorgung mit Energie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen f\u00c3\u00bcr eine erfolgreiche Tierhaltung. Die Messung der Aufnahme an verdaulicher Energie, welche in dieser Arbeit mit 14 Ottern \u00c3\u00bcber 2 und 5 Jahresperioden durchgef\u00c3\u00bchrt wurde, ergab hohe Werte f\u00c3\u00bcr den Otter (721 kJ\/ kg K\u00c3\u00b6rpermasse0.75\/ Tag) im Vergleich mit anderen Karnivorenarten. Es zeigte sich eine saisonale Abh\u00c3\u00a4ngigkeit mit h\u00c3\u00b6heren Energieaufnahmen im Winter als im Sommer. Desweiteren unterschieden sich die Geschlechter in der Aufnahme von Energie, welche bei den Weibchen (pro kg K\u00c3\u00b6rpermasse) h\u00c3\u00b6her lag als bei den M\u00c3\u00a4nnchen.Um optimale Di\u00c3\u00a4ten zusammenstellen und Futterrationen berechnen zu k\u00c3\u00b6nnen, ist die Kenntnis der Verdauungseffizienz zwingend notwendig. Deshalb wurden Verdaulichkeitsversuche mit 9 Ottern durchgef\u00c3\u00bchrt, in welchen die scheinbare Verdaulichkeit (AD) der Trockensubstanz, Energie, Rohprotein und Rohfett von 8 h\u00c3\u00a4ufig f\u00c3\u00bcr die Otterf\u00c3\u00bctterung verwendeten Di\u00c3\u00a4ten gemessen wurde, um die Berechung von Rationen f\u00c3\u00bcr Otterhalter zu erm\u00c3\u00b6glichen. Die gemessenen Verdaulichkeitswerte f\u00c3\u00bcr den Otter (75-85% f\u00c3\u00bcr die Trockensubstanz) waren niedrig im Vergleich zu anderen Karnivorenarten. Im Vorfeld des Verdaulichkeitsversuchs wurde der Marker Chromoxid getestet, welche die Durchf\u00c3\u00bchrung eines solchen Tests ohne eine quantitative Kotsammlung, welche in nat\u00c3\u00bcrlich gestalteten Gehegen sehr schwierig ist, erm\u00c3\u00b6glicht. Der Vergleich der Markermethode mit einer quantitativen Kotsammlung ergab eine leichte Untersch\u00c3\u00a4tzung der AD mit Chromoxid. Die niedrigen Verdaulichkeitswerte beim Otter best\u00c3\u00a4tigten sich auch w\u00c3\u00a4hrend des Versuchs f\u00c3\u00bcr die Evaluierung des Minks als ern\u00c3\u00a4hrungsphysiologisches Modelltier f\u00c3\u00bcr den Otter. F\u00c3\u00bcr den Mink existiert eine Vielzahl von Ern\u00c3\u00a4hrungsempfehlungen aus der Pelztierindustrie, welche interessant f\u00c3\u00bcr eine Anwendung auf den Otter w\u00c3\u00a4ren, da mit letzterem aufgrund von Arten- und Tierschutz\u00c3\u00bcberlegungen schwerlich direkte N\u00c3\u00a4hrstoffbedarfsstudien durchzuf\u00c3\u00bchren sind. Versuche zur Bestimmung der AD sowie der Darmpassagezeiten wurden mit dergleichen Di\u00c3\u00a4t und den gleichen Markern bei beiden Arten durchgef\u00c3\u00bchrt und ergaben niedrige  Verdaulichkeitswerte sowie kurze Darmpassagezeiten bei beiden Arten im Vergleich zu an-deren Karnivorenarten. Die Werte lagen f\u00c3\u00bcr den Otter sogar noch niedriger als f\u00c3\u00bcr den Mink, was bei einer \u00c3\u0153bernahme der Ern\u00c3\u00a4hrungsempfehlungen des Minks f\u00c3\u00bcr den Otter beachtet werden muss. Eine weitere indirekte Methode um Hinweise auf eine optimale Ern\u00c3\u00a4hrung zu erlangen ist die Berechnung von N\u00c3\u00a4hrstoffkonzentrationen in der nat\u00c3\u00bcrlichen Nahrungszusammensetzung von Ottern im Freiland. Ein Vergleich der in-situ Di\u00c3\u00a4t mit der N\u00c3\u00a4hrstoffzusammensetzung von Zoodi\u00c3\u00a4ten ergab Unterschiede haupts\u00c3\u00a4chlich f\u00c3\u00bcr die Vitamine A, B1 und E sowie Zink, Protein und Fett.Die ern\u00c3\u00a4hrungsbedingte Entstehung von Nierensteinen ist ein schwerwiegendes Problem in der Gehegehaltung des Eurasischen Otters, f\u00c3\u00bcr welche die Ursache noch nicht gekl\u00c3\u00a4rt ist. Um Risikofaktoren f\u00c3\u00bcr die Steinbildung, welche haupts\u00c3\u00a4chlich aus Ammoniumurat bestehen, abzukl\u00c3\u00a4ren, wurden Versuche mit verschiedenen Di\u00c3\u00a4ten unter quantitativer Urinsammlung durchgef\u00c3\u00bchrt. Diese ergaben hohe Konzentrationen von Harns\u00c3\u00a4ure und Ammonium, begleitet von einem pH von 6,2, was bei Hund und Mensch als Risikofaktor angesehen wird. Desweiteren lie\u00c3\u0178 sich ein Zusammenhang zwischen der Purinaufnahme und der durch den Urin ausgeschiedenen Harns\u00c3\u00a4uremenge nachweisen, welcher die M\u00c3\u00b6glichkeit der Verringerung der Risikofaktoren f\u00c3\u00bcr die Steinbildung in Gehegehaltung er\u00c3\u00b6ffnet, indem purinreiche Futtermittel vermieden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrung des FischottersIn der Haltung des hochgradig bedrohten Eurasischen Otters (Lutra lutra) existieren Probleme wie u.a. ein niedriger Reproduktionserfolg und das Auftreten ern\u00c3\u00a4hrungsbedingter Erkrankungen. Um die Haltung verbessern zu k\u00c3\u00b6nnen, m\u00c3\u00bcssen gezielte Ma\u00c3\u0178nahmen ergriffen werden. 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