{"id":53168,"date":"2026-01-27T10:50:20","date_gmt":"2026-01-27T09:50:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-716\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:21","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:21","slug":"20004-716","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-716\/","title":{"rendered":"StSP Indikatoren nachhaltige Landnutzung: Analyse der Beziehung von vorbeugendem und chemischem Pflanzenschutz in Weizen und Raps anhand von Praxis-Daten"},"content":{"rendered":"<p>Indikator f\u00fcr den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in REPRODie moderne Landwirtschaft ist auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen Krankheiten, Sch\u00e4dlinge und Unkr\u00e4uter angewiesen, um  ihre hohe Produktivit\u00e4t abzusichern. Die Anwendung dieser Mittel ist aber auch mit Risiken f\u00fcr die Umwelt und die menschliche Gesundheit verbunden, z.B. durch Nebenwirkungen auf Nicht-Ziel-Organismen oder R\u00fcckst\u00e4nde in Nahrungsmitteln.Der Behandlungsindex ist ein Indikator f\u00fcr die Einsatzintensit\u00e4t von Pflanzenschutzmitteln. Er gibt die Anwendungsh\u00e4ufigkeit in einer Anbauperiode wieder, korrigiert um Faktoren f\u00fcr reduzierte Aufwandmengen oder Teilfl\u00e4chenbehandlungen.Der Behandlungsindex eignet sich gut zur Beschreibung der Pflanzenschutzintensit\u00e4t auf verschiedenen Ebenen. So k\u00f6nnen Behandlungsindizes einzelner Fruchtarten, einzelner Betriebe oder ganzer Regionen verglichen werden. Er wird z.B. als Erfolgsindikator im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Chemischer Pflanzenschutz verwendet, um Trends und Ver\u00e4nderungen im Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland zu erfassen. Dar\u00fcber hinaus soll den Landwirten durch Ver\u00f6ffentlichung von Beispielwerten aus Praxisbetrieben erm\u00f6glicht werden, das notwendige Ma\u00df an Pflanzenschutzmitteln besser einzusch\u00e4tzen und die eigene Anwendung auf ein wirtschaftlich notwendiges Minimum zu beschr\u00e4nken.Ziel der Forschungsarbeit war eine pr\u00fcfende Anwendung des Indikators unter Aspekten des Integrierten Pflanzenschutzes, sowie eine fachlich begr\u00fcndete Herleitung von anzustrebenden Werten f\u00fcr den Indikator. Anhand von Praxisdaten zum Pflanzenschutz-Einsatz in Raps-Getreide-Fruchtfolgen in Mecklenburg-Vorpommern wurde analysiert, wie der Behandlungsindex  Pflanzenschutzstrategien in verschiedenen Anbausystemen bewertet. In der Arbeit wurde der Indikator erstmalig f\u00fcr einzelne Schl\u00e4ge anstatt f\u00fcr ganze Betriebe berechnet, womit eine sehr differenzierte Betrachtung erm\u00f6glicht wurde.Zu Beginn der Arbeit erfolgte eine theoretische Auseinandersetzung mit dem rechtlichen Begriff des ?notwendigen Ma\u00dfes? im Kontext der Wirtschaftlichkeit des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes. (B\u00fcrger et al. 2008) Es wurde argumentiert, dass nicht allein der maximale monet\u00e4re Gewinn den Ausschlag f\u00fcr die Behandlungsintensit\u00e4t geben darf, sondern das ?notwendige Ma\u00df? als ein Gleichgewicht zwischen akzeptablem monet\u00e4ren Gewinn und minimaler Pflanzenschutzintensit\u00e4t verstanden werden sollte. Dabei m\u00fcssen alle M\u00f6glichkeiten des Integrierten Pflanzenschutzes ausgesch\u00f6pft werden, wie z. B. eine vorbeugende Ausgestaltung des Anbausystems.Die Notwendigkeit, Pflanzenschutzmittel einzusetzen, wird durch drei verschiedene Faktorenkomplexe bestimmt: W\u00e4hrend Landwirte die Standortgegebenheiten und das Witterungsgeschehen in der Saison nicht beeinflussen k\u00f6nnen, liegt das Anbausystem mit Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Sortenwahl und Saattermin in ihrer Hand.Die Auswertung der erhobenen Praxisdaten zeigte deutlich, wie stark der Behandlungsindex an verschiedenen Standorten und in verschiedenen Jahren variiert. Durch statistische Verfahren (ANOVA, NMDS, Regressionen) konnte aber auch der Einfluss des Anbausystems deutlich herausgearbeitet werden. Zuk\u00fcnftige Pflanzenschutz-Beratung muss auf Auswertungen der Pflanzenschutzintensit\u00e4t unter verschiedenen Bedingungen und verschiedenen Anbausystemen aufbauen, um eine Reduzierung des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes durch Beispiele von ?best practise? zu unterst\u00fctzen. Dabei sind auch \u00fcber den Rahmen der vorliegenden Arbeit hinausgehende \u00f6konomische Auswertungen w\u00fcnschenswert. Die Festsetzung von Grenzwerten f\u00fcr den Behandlungsindex und damit die Begrenzung des chemischen Pflanzenschutzes sollte als M\u00f6glichkeit zu einer dauerhaften Reduzierung zumindest \u00f6ffentlich diskutiert werden, auch wenn evtl. Ausgleichszahlungen f\u00fcr verminderte Ertr\u00e4ge notwendig werden.Im Rahmen des Stipendienschwerpunkts ?Indikatoren nachhaltiger Landnutzung? ist eine Einbindung der schlaggenauen Berechnung des Behandlungsindex in das Modell REPRO zur Bewertung der Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebssysteme erfolgt.LiteraturB\u00fcrger, Jana; Friederike de Mol &#038; B\u00e4rbel Gerowitt, 2008: The ?necessary extent? of pesticide use ? Thoughts about a key term in German pesticide policy. Crop Protection 27 (3-5), S. 343-351.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indikator f\u00fcr den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in REPRODie moderne Landwirtschaft ist auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen Krankheiten, Sch\u00e4dlinge und Unkr\u00e4uter angewiesen, um ihre hohe Produktivit\u00e4t abzusichern. 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