{"id":53161,"date":"2026-10-23T12:52:27","date_gmt":"2026-10-23T10:52:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-724\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:28","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:28","slug":"20004-724","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-724\/","title":{"rendered":"Regionaler Klimawandel in Sachsen? Trends extremer Niederschl\u00c3\u00a4ge und D\u00c3\u00bcrreperioden"},"content":{"rendered":"<p>Klimaextreme in Sachsen<\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px;\"><strong>Ver\u00c3\u00a4nderungen in der Niederschlagscharakteristik Sachsens &#8211; Trends extremer Starkniederschl\u00c3\u00a4ge und Trockenphasen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><strong>Motivation:<\/strong>\u00c2\u00a0 Das Schadpotential extremer Klimaereignisse f\u00c3\u00bcr die menschliche Gesellschaft, wurde in den letzen Jahren durch viele Beispiele eindrucksvoll belegt. Die Analyse von Ver\u00c3\u00a4nderungen in der H\u00c3\u00a4ufigkeit und Intensit\u00c3\u00a4t solcher Ereignisse ist daher von herausragender Bedeutung.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p> \u00c2\u00a0 \u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 <\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Fotos \u00c2\u00a9 Andreas Hoy<\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Das <strong>Untersuchungsgebiet<\/strong> Sachsen liegt im \u00c3\u0153bergangsbereich \u00c3\u00bcberwiegend ozeanisch und kontinental gepr\u00c3\u00a4gter Klimate. Daher unterscheiden sich die Niederschlagstrends deutlich von den f\u00c3\u00bcr das westliche Deutschland beobachteten Entwicklungen. Sie zeigen r\u00c3\u00a4umlich uneinheitliche und zumeist kleine j\u00c3\u00a4hrliche Ver\u00c3\u00a4nderungen.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Untersuchungsgebiet mit regionaler Zuordnung der Niederschlagsstationen<\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><strong>Methodik:<\/strong>\u00c2\u00a0 Verschiebungen in den regionalen Niederschlagsmustern sowie den t\u00c3\u00a4glichen und monatlichen Niederschlagsextremen wurden f\u00c3\u00bcr verschiedene Zeitr\u00c3\u00a4ume (z.B. 1901\u00e2\u20ac\u201c2006 und 1951\u00e2\u20ac\u201c2000) untersucht und verglichen. Neben stationsbasierten Untersuchungen erfolgten auch regionale Analysen f\u00c3\u00bcr die identifizierten neun Regionen \u00c3\u00a4hnlicher Niederschlagscharakteristik.<\/p>\n<p>S\u00c3\u00a4chsische D\u00c3\u00bcrrecharakteristika und -trends wurden mittels verschiedener D\u00c3\u00bcrreindikatoren untersucht, w\u00c3\u00a4hrend die Bewertung von Ver\u00c3\u00a4nderungen in den \u00e2\u20ac\u017eNassextremen\u00e2\u20ac\u0153 anhand diverser Starkniederschlags- und Nasszeitindikatoren erfolgte. Die bedeutendsten Trocken- und Nassjahre wurden \u00c3\u00bcber den Vergleich der Ergebnisse verschiedener Indikatoren ermittelt.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><strong>Allgemeine Niederschlagsentwicklung:\u00c2\u00a0<\/strong> Entgegen gerichtete Trends einzelner Monate f\u00c3\u00bchrten zu Ver\u00c3\u00a4nderungen im Jahresgang des Niederschlags. So verschoben sich die Winter- und Sommerniederschlagsmaxima vom Januar in den Dezember und vom Fr\u00c3\u00bch- in den Sp\u00c3\u00a4tsommer. Die Niederschlagsver\u00c3\u00a4nderungen spiegeln sich auch in den H\u00c3\u00a4ufigkeitsverteilungen des Monatsniederschlags wieder, kleine Niederschlagklassen wurden im SHJ h\u00c3\u00a4ufiger und im WHJ weniger h\u00c3\u00a4ufig belegt.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Relative lineare Halbjahresniederschlagstrends (SHY = Sommerhalbjahr, Apr. bis Sep.; WHY = Winterhalbjahr, Okt. bis Mrz.) in den neun Regionen f\u00c3\u00bcr zwei Zeitr\u00c3\u00a4ume<\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><strong>Trends der Niederschlagsextreme<\/strong>:\u00c2\u00a0 Trocken- und Nassperioden treten h\u00c3\u00a4ufig in weiten Bereichen des Untersuchungsgebietes gleichzeitig und in bestimmten Zeitabschnitten geh\u00c3\u00a4uft auf, was auf eine Abh\u00c3\u00a4ngigkeit von gro\u00c3\u0178r\u00c3\u00a4umigen atmosph\u00c3\u00a4rischen Zirkulationsmustern hinweist.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Auftreten langfristiger Trocken- (orange) und Nassphasen (blau) in den neun Teilregionen; grau gekennzeichnet sind fehlende Niederschlagsdaten<\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Die Trends trockener und nasser Niederschlagsextreme folgen h\u00c3\u00a4ufig den allgemeinen Niederschlagsver\u00c3\u00a4nderungen, mit einem Anstieg von D\u00c3\u00bcrrezust\u00c3\u00a4nden im SHJ und zunehmenden Nassextremen im WHJ. Entgegen gerichtete Trends, wie leichte Starkniederschlagszunahmen im Sommer, traten im Wesentlichen f\u00c3\u00bcr Indikatoren extremerer und folglich besonders seltener Ereignisse auf. Sie sind im Allgemeinen jedoch weniger robust und signifikant.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Sommerhalbjahr\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 \u00c2\u00a0 \u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Winterhalbjahr<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 <\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Relative lineare Halbjahrestrends der mittleren Trockenperiodenl\u00c3\u00a4nge (Trockenperiode = ununterbrochene Folge von Tagen mit weniger als 1 mm Niederschlag); 1951\u00e2\u20ac\u201c2000<\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Juni\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Dezember<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 <\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Relative lineare Monatstrends (links: Juni, rechts: Dezember) der H\u00c3\u00a4ufigkeit von Starkniederschl\u00c3\u00a4gen (hier als \u00c3\u0153berschreitungsh\u00c3\u00a4ufigkeit des 95% Perzentils definiert); 1951\u00e2\u20ac\u201c2000<\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Die Trends trockener Niederschlagsextreme h\u00c3\u00a4ngen st\u00c3\u00a4rker von den Zeitskalen, die durch die einzelnen Indikatoren abgedeckt werden, ab, als die von Nassextremen. W\u00c3\u00a4hrend die H\u00c3\u00a4ufigkeit und Andauer kurzer meteorologischer Trockenperioden im SHJ in der zweiten H\u00c3\u00a4lfte des 20. Jahrhunderts zunahm, verringerte sich die Persistenz langer Trockenzeiten. Die Abnahme in der r\u00c3\u00a4umlichen Deckung von Dezil-Nass- und -Trockenperioden in den letzen Jahrzehnten deutet auf eine zunehmende Bedeutung kleinr\u00c3\u00a4umiger Niederschlagsmuster hin. T\u00c3\u00a4gliche und monatliche Nassextreme zeigen sehr \u00c3\u00a4hnliche Trends, insbesondere f\u00c3\u00bcr Indikatoren gem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178igter Extreme.<\/p>\n<p>Viele Indikatoren weisen in ihrer Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e sowie den Trends einen r\u00c3\u00a4umlichen Gradienten von SW nach NO auf. Nord\u00c3\u00b6stliche Regionen werden h\u00c3\u00a4ufiger und schwerwiegender von D\u00c3\u00bcrren betroffen, w\u00c3\u00a4hrend die Anstiege in den Nassextremen in den s\u00c3\u00bcdwestlichen Gebieten des Untersuchungsgebietes am deutlichsten ausfallen.<\/p>\n<p>Die Analyse besonders extremer D\u00c3\u00bcrren und Starkniederschlagsereignisse zeigte, dass aufgrund der gro\u00c3\u0178en nat\u00c3\u00bcrlichen Klimavariabilit\u00c3\u00a4t, Zeitr\u00c3\u00a4ume von 50 Jahren unzureichend f\u00c3\u00bcr eine zuverl\u00c3\u00a4ssige Trendanalyse solch extremer Ereignisse sind. Die Untersuchung l\u00c3\u00a4ngerer Zeitr\u00c3\u00a4ume ergab einige \u00c3\u201ehnlichkeiten in den Trendmustern im Vergleich zum Zeitintervall 1951\u00e2\u20ac\u201c2006, jedoch auch einige bedeutende Abweichungen.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Die Dissertation wurde in englischer Sprache verfasst und ist unter dem Titel &#8220;Changes in Saxon Precipitation Characteristics: Trends of Extreme Precipitation and Drought&#8221; beim Cuvillier-Verlag erschienen.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p><strong>Englischsprachige Kurzfassung:<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px;\"><strong>Changes in Saxon Precipitation Characteristics: Trends of Extreme Precipitation and Drought<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Changes in regional precipitation pattern as well as in daily, monthly and seasonal precipitation extremes were analysed for more than 100 rain gauge stations in Saxony, Germany and surrounding areas. Trend analysis was done for a variety of heavy precipitation and drought indicators. The results were compared for study periods of different length like 1951\u00e2\u20ac\u201c2000 and 1901\u00e2\u20ac\u201c2006 and of varying digital data availability.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Usually, the trends of dry and wet precipitation extremes are similar to the general precipitation trends. Drought events increased during the summer half of the year (April to September), while wet extremes got more frequent and severe in the winter half year. Trends opposite to those of average precipitation like the slight increase of heavy precipitation events in summer were mainly noticed for indicators of more extreme and thus particularly rare events. Nevertheless, those tendencies are generally less robust and significant. The spatiotemporal (trend) patterns of individual indicators suggest dependencies of and changes in large scale circulation pattern.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaextreme in Sachsen Ver\u00c3\u00a4nderungen in der Niederschlagscharakteristik Sachsens &#8211; Trends extremer Starkniederschl\u00c3\u00a4ge und Trockenphasen \u00c2\u00a0 Motivation:\u00c2\u00a0 Das Schadpotential extremer Klimaereignisse f\u00c3\u00bcr die menschliche Gesellschaft, wurde in den letzen Jahren durch viele Beispiele eindrucksvoll belegt. 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