{"id":53161,"date":"2026-01-27T10:50:20","date_gmt":"2026-01-27T09:50:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-724\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:21","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:21","slug":"20004-724","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-724\/","title":{"rendered":"Regionaler Klimawandel in Sachsen? Trends extremer Niederschl\u00e4ge und D\u00fcrreperioden"},"content":{"rendered":"<p>Klimaextreme in Sachsen<\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px;\"><strong>Ver\u00e4nderungen in der Niederschlagscharakteristik Sachsens &#8211; Trends extremer Starkniederschl\u00e4ge und Trockenphasen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Motivation:<\/strong>\u00a0 Das Schadpotential extremer Klimaereignisse f\u00fcr die menschliche Gesellschaft, wurde in den letzen Jahren durch viele Beispiele eindrucksvoll belegt. Die Analyse von Ver\u00e4nderungen in der H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t solcher Ereignisse ist daher von herausragender Bedeutung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p> \u00a0 \u00a0\u00a0 <\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Fotos \u00a9 Andreas Hoy<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das <strong>Untersuchungsgebiet<\/strong> Sachsen liegt im \u00dcbergangsbereich \u00fcberwiegend ozeanisch und kontinental gepr\u00e4gter Klimate. Daher unterscheiden sich die Niederschlagstrends deutlich von den f\u00fcr das westliche Deutschland beobachteten Entwicklungen. Sie zeigen r\u00e4umlich uneinheitliche und zumeist kleine j\u00e4hrliche Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Untersuchungsgebiet mit regionaler Zuordnung der Niederschlagsstationen<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Methodik:<\/strong>\u00a0 Verschiebungen in den regionalen Niederschlagsmustern sowie den t\u00e4glichen und monatlichen Niederschlagsextremen wurden f\u00fcr verschiedene Zeitr\u00e4ume (z.B. 1901\u20132006 und 1951\u20132000) untersucht und verglichen. Neben stationsbasierten Untersuchungen erfolgten auch regionale Analysen f\u00fcr die identifizierten neun Regionen \u00e4hnlicher Niederschlagscharakteristik.<\/p>\n<p>S\u00e4chsische D\u00fcrrecharakteristika und -trends wurden mittels verschiedener D\u00fcrreindikatoren untersucht, w\u00e4hrend die Bewertung von Ver\u00e4nderungen in den \u201eNassextremen\u201c anhand diverser Starkniederschlags- und Nasszeitindikatoren erfolgte. Die bedeutendsten Trocken- und Nassjahre wurden \u00fcber den Vergleich der Ergebnisse verschiedener Indikatoren ermittelt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Allgemeine Niederschlagsentwicklung:\u00a0<\/strong> Entgegen gerichtete Trends einzelner Monate f\u00fchrten zu Ver\u00e4nderungen im Jahresgang des Niederschlags. So verschoben sich die Winter- und Sommerniederschlagsmaxima vom Januar in den Dezember und vom Fr\u00fch- in den Sp\u00e4tsommer. Die Niederschlagsver\u00e4nderungen spiegeln sich auch in den H\u00e4ufigkeitsverteilungen des Monatsniederschlags wieder, kleine Niederschlagklassen wurden im SHJ h\u00e4ufiger und im WHJ weniger h\u00e4ufig belegt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Relative lineare Halbjahresniederschlagstrends (SHY = Sommerhalbjahr, Apr. bis Sep.; WHY = Winterhalbjahr, Okt. bis Mrz.) in den neun Regionen f\u00fcr zwei Zeitr\u00e4ume<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Trends der Niederschlagsextreme<\/strong>:\u00a0 Trocken- und Nassperioden treten h\u00e4ufig in weiten Bereichen des Untersuchungsgebietes gleichzeitig und in bestimmten Zeitabschnitten geh\u00e4uft auf, was auf eine Abh\u00e4ngigkeit von gro\u00dfr\u00e4umigen atmosph\u00e4rischen Zirkulationsmustern hinweist.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Auftreten langfristiger Trocken- (orange) und Nassphasen (blau) in den neun Teilregionen; grau gekennzeichnet sind fehlende Niederschlagsdaten<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Trends trockener und nasser Niederschlagsextreme folgen h\u00e4ufig den allgemeinen Niederschlagsver\u00e4nderungen, mit einem Anstieg von D\u00fcrrezust\u00e4nden im SHJ und zunehmenden Nassextremen im WHJ. Entgegen gerichtete Trends, wie leichte Starkniederschlagszunahmen im Sommer, traten im Wesentlichen f\u00fcr Indikatoren extremerer und folglich besonders seltener Ereignisse auf. Sie sind im Allgemeinen jedoch weniger robust und signifikant.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sommerhalbjahr\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Winterhalbjahr<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Relative lineare Halbjahrestrends der mittleren Trockenperiodenl\u00e4nge (Trockenperiode = ununterbrochene Folge von Tagen mit weniger als 1 mm Niederschlag); 1951\u20132000<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Juni\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dezember<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p><span style=\"font-size:10px;\">Relative lineare Monatstrends (links: Juni, rechts: Dezember) der H\u00e4ufigkeit von Starkniederschl\u00e4gen (hier als \u00dcberschreitungsh\u00e4ufigkeit des 95% Perzentils definiert); 1951\u20132000<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Trends trockener Niederschlagsextreme h\u00e4ngen st\u00e4rker von den Zeitskalen, die durch die einzelnen Indikatoren abgedeckt werden, ab, als die von Nassextremen. W\u00e4hrend die H\u00e4ufigkeit und Andauer kurzer meteorologischer Trockenperioden im SHJ in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts zunahm, verringerte sich die Persistenz langer Trockenzeiten. Die Abnahme in der r\u00e4umlichen Deckung von Dezil-Nass- und -Trockenperioden in den letzen Jahrzehnten deutet auf eine zunehmende Bedeutung kleinr\u00e4umiger Niederschlagsmuster hin. T\u00e4gliche und monatliche Nassextreme zeigen sehr \u00e4hnliche Trends, insbesondere f\u00fcr Indikatoren gem\u00e4\u00dfigter Extreme.<\/p>\n<p>Viele Indikatoren weisen in ihrer Gr\u00f6\u00dfe sowie den Trends einen r\u00e4umlichen Gradienten von SW nach NO auf. Nord\u00f6stliche Regionen werden h\u00e4ufiger und schwerwiegender von D\u00fcrren betroffen, w\u00e4hrend die Anstiege in den Nassextremen in den s\u00fcdwestlichen Gebieten des Untersuchungsgebietes am deutlichsten ausfallen.<\/p>\n<p>Die Analyse besonders extremer D\u00fcrren und Starkniederschlagsereignisse zeigte, dass aufgrund der gro\u00dfen nat\u00fcrlichen Klimavariabilit\u00e4t, Zeitr\u00e4ume von 50 Jahren unzureichend f\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Trendanalyse solch extremer Ereignisse sind. Die Untersuchung l\u00e4ngerer Zeitr\u00e4ume ergab einige \u00c4hnlichkeiten in den Trendmustern im Vergleich zum Zeitintervall 1951\u20132006, jedoch auch einige bedeutende Abweichungen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Dissertation wurde in englischer Sprache verfasst und ist unter dem Titel &#8220;Changes in Saxon Precipitation Characteristics: Trends of Extreme Precipitation and Drought&#8221; beim Cuvillier-Verlag erschienen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Englischsprachige Kurzfassung:<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size:14px;\"><strong>Changes in Saxon Precipitation Characteristics: Trends of Extreme Precipitation and Drought<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Changes in regional precipitation pattern as well as in daily, monthly and seasonal precipitation extremes were analysed for more than 100 rain gauge stations in Saxony, Germany and surrounding areas. Trend analysis was done for a variety of heavy precipitation and drought indicators. The results were compared for study periods of different length like 1951\u20132000 and 1901\u20132006 and of varying digital data availability.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Usually, the trends of dry and wet precipitation extremes are similar to the general precipitation trends. Drought events increased during the summer half of the year (April to September), while wet extremes got more frequent and severe in the winter half year. Trends opposite to those of average precipitation like the slight increase of heavy precipitation events in summer were mainly noticed for indicators of more extreme and thus particularly rare events. Nevertheless, those tendencies are generally less robust and significant. The spatiotemporal (trend) patterns of individual indicators suggest dependencies of and changes in large scale circulation pattern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaextreme in Sachsen Ver\u00e4nderungen in der Niederschlagscharakteristik Sachsens &#8211; Trends extremer Starkniederschl\u00e4ge und Trockenphasen \u00a0 Motivation:\u00a0 Das Schadpotential extremer Klimaereignisse f\u00fcr die menschliche Gesellschaft, wurde in den letzen Jahren durch viele Beispiele eindrucksvoll belegt. 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