{"id":53151,"date":"2026-01-27T10:50:18","date_gmt":"2026-01-27T09:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-735\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:20","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:20","slug":"20004-735","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-735\/","title":{"rendered":"Zur Bedeutung gro\u00dffl\u00e4chiger Restitutionsma\u00dfnahmen auf ehemaligem Intensiv-Agrarland f\u00fcr gef\u00e4hrdete Wildbienen-Gemeinschaften (Hymenoptera, Apoidea)"},"content":{"rendered":"<p>Zur Bedeutung von Restitutionsma\u00dfnahmen f\u00fcr gef\u00e4hrdete WildbienenDer zunehmende Verlust flussbegleitender Biotop-Komplexe, durch Flie\u00dfgew\u00e4sser-Begradigung und Eindeichung, stellt eine Bedrohung der Artenvielfalt dar. Diese strukturreichen und dynamischen Lebensr\u00e4ume bieten, besonders in stark genutzten Landschaften, eine geeignete R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit f\u00fcr viele gef\u00e4hrdete Tier- und Pflanzenarten. In einer gro\u00df angelegten Restitutionsma\u00dfnahme konnten im Rahmen des Entwicklungs- und Erprobungsvorhabens ?Hasetal ? Wiederherstellung der nat\u00fcrlichen Flussdynamik in der Hase-Aue (Emsland, Niedersachsen) sowie Sicherung bzw. Entwicklung auetypischer Biotope? zwei ehemals intensiv landwirtschaftlich genutzte, ca. 50 ha gro\u00dfe Flussschleifen in naturnahe Binnend\u00fcnen-Flutmulden-Komplexe umgewandelt werden. Hierdurch bietet sich die M\u00f6glichkeit an, eine Besiedlung durch Wildbienen zu analysieren und Hinweise \u00fcber das Besiedlungspotential und die Etablierungsf\u00e4higkeit von Wildbienen zu erhalten. Wildbienen eignen sich des Weiteren durch ihre enge Habitatbindung als wichtige Bioindikatoren. Durch die Anwesenheit biotoptypischer Arten ist es m\u00f6glich, auch R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Qualit\u00e4t der Restitutionsfl\u00e4chen aus Naturschutzsicht zu ziehen. \u00dcber die Analyse bestimmter Habitatpr\u00e4ferenzen sollen innerhalb der Restitutionsfl\u00e4chen und Referenzfl\u00e4chen (bevorzugte Pollenquellen, besondere Nistplatzanspr\u00fcche) Ma\u00dfnahmen zum Schutz bedrohter Wildbienen-Arten und zur Schaffung geeigneter Lebensr\u00e4ume getroffen werden.Da eine erfolgreiche Besiedlung der Restitutionsfl\u00e4chen nur m\u00f6glich ist, wenn in der n\u00e4heren Umgebung Kolonisationsquellen vorhanden sind, ist das Wildbienen-Arteninventar entlang der Fliessgew\u00e4ssersysteme im Emsland von besonderem Interesse. Unter der Hypothese, dass Auenbereiche intakter Fliessgew\u00e4ssersysteme in einer sonst stark agrarwirtschaftlich genutzten Landschaft eine der wenigen geeigneten Ausbreitungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr zahlreiche Wildbienen bieten, soll im Rahmen dieser Arbeit die Vernetzung geeigneter Wildbienenlebensr\u00e4ume \u00fcberpr\u00fcft werden. Die Anwendung populationsbiologischer Methoden soll den Einfluss der Separation einzelner Habitatinseln auf die \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit von Wildbienen-Populationen verdeutlichen. Populationsgenetische Analysen gewinnen in der Naturschutzpraxis immer mehr an Bedeutung. Sie geben die M\u00f6glichkeit, Extinktionsrisiken einzelner Subpopulationen einer Art vorauszusehen, um so gezielter Schutzma\u00dfnahmen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Die genetische Variabilit\u00e4t zweier f\u00fcr Sand\u00f6kosysteme bzw. Auehabitate typischen Wildbienenarten (Andrena vaga und Andrena fuscipes) sollen n\u00e4her untersucht werden. Von Interesse ist dabei, in wieweit einzelne Subpopulationen miteinander in Verbindung stehen oder wo es durch Barrieren (Siedlungsstrukturen, landwirtschaftliche Ertragsfl\u00e4chen) zu einer Verminderung des Genaustausches kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Bedeutung von Restitutionsma\u00dfnahmen f\u00fcr gef\u00e4hrdete WildbienenDer zunehmende Verlust flussbegleitender Biotop-Komplexe, durch Flie\u00dfgew\u00e4sser-Begradigung und Eindeichung, stellt eine Bedrohung der Artenvielfalt dar. Diese strukturreichen und dynamischen Lebensr\u00e4ume bieten, besonders in stark genutzten Landschaften, eine geeignete R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit f\u00fcr viele gef\u00e4hrdete Tier- und Pflanzenarten. In einer gro\u00df angelegten Restitutionsma\u00dfnahme konnten im Rahmen des Entwicklungs- und Erprobungsvorhabens ?Hasetal ? 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