{"id":53150,"date":"2026-01-27T10:50:18","date_gmt":"2026-01-27T09:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-736\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:19","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:19","slug":"20004-736","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-736\/","title":{"rendered":"Pharmazeutische R\u00fcckst\u00e4nde in Urin und das entstehende Risiko dessen Nutzung als D\u00fcnger in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Teilstrombehandlung und -nutzung von Urin in Hinblick auf pharmazeutische R\u00fcckst\u00e4ndeUrin wird als ein potentieller, landwirtschaftlicher D\u00fcnger angesehen, da er relativ hohe Konzentrationen an Stickstoff, Phosphor und Kalium enth\u00e4lt. Allerdings beinhaltet die Nutzung von Urin das Risiko der Ausbringung von pharmazeutischen R\u00fcckst\u00e4nden mit diesem. Bisher ist wenig \u00fcber das Schicksal der Pharmazeutika bez\u00fcglich ihrer Akkumulation in B\u00f6den, dem \u00dcbergang ins Grundwasser, der Aufnahme durch Pflanzen und Auswirkungen auf Bodenorganismen im Falle der vergleichsweise hohen Pharmazeutikakonzentrationen, welche im Urin erwartet werden, bekannt. Da die heutigen Kl\u00e4ranlagen nicht in der Lage sind, Pharmazeutika effizient zu entfernen, w\u00fcrde die Abtrennung von Urin die Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser zu einem gewissen Grad entlasten.Die Forschungsarbeit wurde mittels einer Datenbank (einsehbar unter https:\/\/www.tu-harburg.de\/aww\/pharma\/) und zus\u00e4tzliche Gew\u00e4chshausversuchen mit Weidelgras durchgef\u00fchrt.Es war m\u00f6glich die Konzentrationen von 124 pharmazeutischen Wirkstoffen in einem durchschnittlichen deutschen Urin mit Hilfe von pharmakokinetischen Daten und Informationen zum pharmazeutischen Konsum in Deutschland zu bestimmen, auch wenn die berechneten Werte \u00fcber den gemessenen lagen. Dies konnte durch eine gute Korrelation (R2 = 0.90 bis 0.98) der berechneten Konzentrationen gegen\u00fcber den in gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungsgruppen gemessenen Werte gezeigt werden. Dar\u00fcber hinaus war die Korrelation der berechneten pharmazeutischen Konzentrationen in Urin mit den in Rohabwasser gemessenen schwach.Die Evaluation der Literatur, welche sich mit dem Verhalten von Pharmazeutika in B\u00f6den besch\u00e4ftigt, ergab nur wenig konkrete Ergebnisse. Informationen waren nur f\u00fcr 11 Wirkstoffe, alle mit Bezug zur Veterin\u00e4rmedizin, verf\u00fcgbar. Keiner von ihnen wurde unterhalb einer Bodentiefe von 90 cm gefunden. Das Sichten der Literatur bez\u00fcglich der Effekte, welche pharmazeutische Wirkstoffe auf Pflanzen haben, ergab, dass es nur wenig Literatur zu den zwei Schwerpunkten Aufnahme in die Pflanzen und phytotoxische Reaktionen der Pflanzen gibt. Es wurden Daten f\u00fcr 39 Wirkstoffe und f\u00fcr 44 Pflanzenarten zusammengetragen. Allerdings wurden nur 18 Datens\u00e4tze ermittelt welche Konzentrationen enthielten die als relevant f\u00fcr den Fall einer Urind\u00fcngung erachtet werden.Die Aufnahme von Carbamazepine und Ibuprofen durch Weidelgras wurde in Topfversuchen untersucht. Nach einer Versuchsdauer von drei Monaten wurde nur Carbamazepine im Boden detektiert. 49 % der aufgebrachten Menge wurde im Boden wieder gefunden. Die Produktion von Pflanzenmasse wurde nicht von der aufgebrachten pharmazeutischen Konzentration beeintr\u00e4chtigt, doch Carbamazepine wurde in den Wurzeln (0,2 % der aufgebrachten Menge) und der oberirdische Pflanzenmasse (30 %) nachgewiesen. Diese Ergebnisse best\u00e4tigen bereits publizierte Beobachtungen zum biologischen Abbauverhalten von Carbamazepine und Ibuprofen im Boden und veranlassen zu der Annahme, dass Pharmazeutika, die sich im Boden nicht abbauen, von Pflanzen aufgenommen werden k\u00f6nnen.Zurzeit ist keine Evaluierung der toxischen Effekte f\u00fcr Menschen durch den Verzehr von Pflanzen die pharmazeutischen Wirkstoffe beinhalten m\u00f6glich. Allerdings bestehen Bedenken und solange diese nicht ausger\u00e4umt werden k\u00f6nnen, wird empfohlen den Urin von Personen unter Medikation nicht f\u00fcr die D\u00fcngung in der Nahrungsmittelproduktion zu nutzen.Die Arbeit ist elektronisch verf\u00fcgbar unter: http:\/\/doku.b.tu-harburg.de\/volltexte\/2009\/557\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teilstrombehandlung und -nutzung von Urin in Hinblick auf pharmazeutische R\u00fcckst\u00e4ndeUrin wird als ein potentieller, landwirtschaftlicher D\u00fcnger angesehen, da er relativ hohe Konzentrationen an Stickstoff, Phosphor und Kalium enth\u00e4lt. Allerdings beinhaltet die Nutzung von Urin das Risiko der Ausbringung von pharmazeutischen R\u00fcckst\u00e4nden mit diesem. 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