{"id":53150,"date":"2026-10-23T12:52:27","date_gmt":"2026-10-23T10:52:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-736\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:27","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:27","slug":"20004-736","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-736\/","title":{"rendered":"Pharmazeutische R\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nde in Urin und das entstehende Risiko dessen Nutzung als D\u00c3\u00bcnger in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Teilstrombehandlung und -nutzung von Urin in Hinblick auf pharmazeutische R\u00fcckst\u00e4ndeUrin wird als ein potentieller, landwirtschaftlicher D\u00c3\u00bcnger angesehen, da er relativ hohe Konzentrationen an Stickstoff, Phosphor und Kalium enth\u00c3\u00a4lt. Allerdings beinhaltet die Nutzung von Urin das Risiko der Ausbringung von pharmazeutischen R\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nden mit diesem. Bisher ist wenig \u00c3\u00bcber das Schicksal der Pharmazeutika bez\u00c3\u00bcglich ihrer Akkumulation in B\u00c3\u00b6den, dem \u00c3\u0153bergang ins Grundwasser, der Aufnahme durch Pflanzen und Auswirkungen auf Bodenorganismen im Falle der vergleichsweise hohen Pharmazeutikakonzentrationen, welche im Urin erwartet werden, bekannt. Da die heutigen Kl\u00c3\u00a4ranlagen nicht in der Lage sind, Pharmazeutika effizient zu entfernen, w\u00c3\u00bcrde die Abtrennung von Urin die Oberfl\u00c3\u00a4chengew\u00c3\u00a4sser zu einem gewissen Grad entlasten.Die Forschungsarbeit wurde mittels einer Datenbank (einsehbar unter https:\/\/www.tu-harburg.de\/aww\/pharma\/) und zus\u00c3\u00a4tzliche Gew\u00c3\u00a4chshausversuchen mit Weidelgras durchgef\u00c3\u00bchrt.Es war m\u00c3\u00b6glich die Konzentrationen von 124 pharmazeutischen Wirkstoffen in einem durchschnittlichen deutschen Urin mit Hilfe von pharmakokinetischen Daten und Informationen zum pharmazeutischen Konsum in Deutschland zu bestimmen, auch wenn die berechneten Werte \u00c3\u00bcber den gemessenen lagen. Dies konnte durch eine gute Korrelation (R2 = 0.90 bis 0.98) der berechneten Konzentrationen gegen\u00c3\u00bcber den in gro\u00c3\u0178en Bev\u00c3\u00b6lkerungsgruppen gemessenen Werte gezeigt werden. Dar\u00c3\u00bcber hinaus war die Korrelation der berechneten pharmazeutischen Konzentrationen in Urin mit den in Rohabwasser gemessenen schwach.Die Evaluation der Literatur, welche sich mit dem Verhalten von Pharmazeutika in B\u00c3\u00b6den besch\u00c3\u00a4ftigt, ergab nur wenig konkrete Ergebnisse. Informationen waren nur f\u00c3\u00bcr 11 Wirkstoffe, alle mit Bezug zur Veterin\u00c3\u00a4rmedizin, verf\u00c3\u00bcgbar. Keiner von ihnen wurde unterhalb einer Bodentiefe von 90 cm gefunden. Das Sichten der Literatur bez\u00c3\u00bcglich der Effekte, welche pharmazeutische Wirkstoffe auf Pflanzen haben, ergab, dass es nur wenig Literatur zu den zwei Schwerpunkten Aufnahme in die Pflanzen und phytotoxische Reaktionen der Pflanzen gibt. Es wurden Daten f\u00c3\u00bcr 39 Wirkstoffe und f\u00c3\u00bcr 44 Pflanzenarten zusammengetragen. Allerdings wurden nur 18 Datens\u00c3\u00a4tze ermittelt welche Konzentrationen enthielten die als relevant f\u00c3\u00bcr den Fall einer Urind\u00c3\u00bcngung erachtet werden.Die Aufnahme von Carbamazepine und Ibuprofen durch Weidelgras wurde in Topfversuchen untersucht. Nach einer Versuchsdauer von drei Monaten wurde nur Carbamazepine im Boden detektiert. 49 % der aufgebrachten Menge wurde im Boden wieder gefunden. Die Produktion von Pflanzenmasse wurde nicht von der aufgebrachten pharmazeutischen Konzentration beeintr\u00c3\u00a4chtigt, doch Carbamazepine wurde in den Wurzeln (0,2 % der aufgebrachten Menge) und der oberirdische Pflanzenmasse (30 %) nachgewiesen. Diese Ergebnisse best\u00c3\u00a4tigen bereits publizierte Beobachtungen zum biologischen Abbauverhalten von Carbamazepine und Ibuprofen im Boden und veranlassen zu der Annahme, dass Pharmazeutika, die sich im Boden nicht abbauen, von Pflanzen aufgenommen werden k\u00c3\u00b6nnen.Zurzeit ist keine Evaluierung der toxischen Effekte f\u00c3\u00bcr Menschen durch den Verzehr von Pflanzen die pharmazeutischen Wirkstoffe beinhalten m\u00c3\u00b6glich. Allerdings bestehen Bedenken und solange diese nicht ausger\u00c3\u00a4umt werden k\u00c3\u00b6nnen, wird empfohlen den Urin von Personen unter Medikation nicht f\u00c3\u00bcr die D\u00c3\u00bcngung in der Nahrungsmittelproduktion zu nutzen.Die Arbeit ist elektronisch verf\u00c3\u00bcgbar unter: http:\/\/doku.b.tu-harburg.de\/volltexte\/2009\/557\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teilstrombehandlung und -nutzung von Urin in Hinblick auf pharmazeutische R\u00fcckst\u00e4ndeUrin wird als ein potentieller, landwirtschaftlicher D\u00c3\u00bcnger angesehen, da er relativ hohe Konzentrationen an Stickstoff, Phosphor und Kalium enth\u00c3\u00a4lt. Allerdings beinhaltet die Nutzung von Urin das Risiko der Ausbringung von pharmazeutischen R\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nden mit diesem. 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