{"id":53149,"date":"2026-01-27T10:50:18","date_gmt":"2026-01-27T09:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-737\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:19","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:19","slug":"20004-737","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-737\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Ern\u00e4hrung im \u00dcbergang zur Elternschaft"},"content":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrungsgewohnheitenDas derzeitige Ern\u00e4hrungsverhalten in der Bundesrepublik entspricht nicht den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung. Einschneidende Lebensereignisse k\u00f6nnen Ansatzpunkte f\u00fcr eine Ern\u00e4hrungsumstellung bieten, da sie in der Regel mit einer weit reichenden Umstellung der Lebensweise einhergehen. In der vorliegenden Dissertation wird untersucht, ob mit der Geburt eines Kindes die Wahrscheinlichkeit einer Ern\u00e4hrungsumstellung in Richtung Nachhaltigkeit steigt (Ausgangshypothese I). Dadurch, dass sich der Bedarf an sozialer Unterst\u00fctzung mit dem \u00dcbergang zur Elternschaft erh\u00f6ht, ergeben sich au\u00dferdem Potentiale, mittels pers\u00f6nlicher Ern\u00e4hrungskommunikation eine m\u00f6gliche Ern\u00e4hrungsumstellung zu unterst\u00fctzen. Daher wird im Rahmen der Arbeit auch untersucht, welche Bezugsgruppen aus dem sozialen Netzwerk der (werdenden) Eltern als Multiplikatoren f\u00fcr eine nachhaltige Ern\u00e4hrung geeignet sind (Ausgangshypothese II).Die empirische Grundlage f\u00fcr die beiden Ausgangshypothesen besteht aus drei Erhebungen: 1) einer quantitativen Befragung von 286 Ersteltern, 2) Gruppendiskussionen mit 17 Ersteltern und 3) Experteninterviews mit 18 Vertretern von vier Bezugsgruppen, die im \u00dcbergang zur Elternschaft verst\u00e4rkt um Rat gefragt werden. Die Studie ist nicht repr\u00e4sentativ.Ausgangshypothese I wurde durch die empirischen Ergebnisse best\u00e4tigt: Durch den \u00dcbergang zur Elternschaft er\u00f6ffnen sich Potentiale f\u00fcr eine nachhaltige Ern\u00e4hrung. Am auff\u00e4lligsten sind die positiven Ver\u00e4nderungen beim Lebensmittelkonsum: Die Verzehrsh\u00e4ufigkeit von gesunden und gering verarbeiteten Lebensmitteln steigt, w\u00e4hrend die Verzehrsh\u00e4ufigkeit von tendenziell ungesunden und stark verarbeiteten Lebensmitteln sinkt. Auch die Wertsch\u00e4tzung von Lebensmitteln mit nachhaltigen Produkteigenschaften (Frische, Gentechnikfreiheit, Saisonalit\u00e4t, \u00f6kologischer Anbau, Regionalit\u00e4t) erh\u00f6ht sich. Alles in allem l\u00e4sst sich festhalten, dass die Ern\u00e4hrungsumstellung im Wesentlichen durch eigenn\u00fctzige Motive (Gesundheit, soziale Aspekte des Essens) eingeleitet wird. Uneigenn\u00fctzige Motive (Umweltschutz, fairer Handel) stellen keine entscheidenden Faktoren dar. Einschr\u00e4nkend muss erw\u00e4hnt werden, dass sich die Ver\u00e4nderungen nicht auf alle Bev\u00f6lkerungsgruppen gleicherma\u00dfen beziehen, sondern in unterschiedlichem Ausma\u00df von soziodemographischen Merkmalen abh\u00e4ngen.Dies gilt f\u00fcr Bildung, Geschlecht, Haushaltsstruktur (Frauen mit Partner vs. Frauen ohne Partner) und Wohnumfeld. Au\u00dferdem sinkt bei den Befragten die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Ern\u00e4hrungsfragen mit dem Alter des Kindes.Ausgangshypothese II hat sich ebenfalls best\u00e4tigt: Die Befragten wenden sich im Zuge der Elternschaft verst\u00e4rkt an Bezugspersonen aus dem prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Netzwerk. F\u00fcr die Ern\u00e4hrungskommunikation sind sekund\u00e4re Bezugspersonen geeigneter als prim\u00e4re Bezugspersonen, weil sie besser erreichbar sind und daher leichter in Multiplikatorenprogramme eingebunden werden k\u00f6nnen. Als Multiplikatoren kommen aufgrund von vier Kriterien (Zeitaufwendung, Kontakth\u00e4ufigkeit, N\u00fctzlichkeit der Ratschl\u00e4ge, Gespr\u00e4chsthemen) insbesondere Kinder\u00e4rzte, Hebammen, Kita-Erzieher und Leiter von Eltern-Kind-Gruppen in Betracht. Aus den Experteninterviews ergibt sich allerdings, dass die vier untersuchten Bezugsgruppen eher mit Zur\u00fcckhaltung reagieren, wenn es um die Einbindung in ein Multiplikatorenprogramm f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrung geht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ern\u00e4hrungsgewohnheitenDas derzeitige Ern\u00e4hrungsverhalten in der Bundesrepublik entspricht nicht den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung. Einschneidende Lebensereignisse k\u00f6nnen Ansatzpunkte f\u00fcr eine Ern\u00e4hrungsumstellung bieten, da sie in der Regel mit einer weit reichenden Umstellung der Lebensweise einhergehen. 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