{"id":53143,"date":"2026-10-23T12:52:24","date_gmt":"2026-10-23T10:52:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20004-743\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:27","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:27","slug":"20004-743","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20004-743\/","title":{"rendered":"Auswirkungen von Fragmentierung auf die genetische Struktur und Diversit\u00c3\u00a4t von Juniperus communis L. im Rheinischen Schiefergebirge &#8211; Ein Beitrag zur Erhaltung genetischer Ressourcen und zur Etablierung von Zertifizierungssystemen"},"content":{"rendered":"<p>Genetische Diversit\u00e4t von Juniperus communis L. im Rheinischen Schiefergebirge<\/p>\n<p>Der ehemals landschaftsbestimmende Wacholder (Juniperus communis L.) ist heute in vielen L\u00c3\u00a4ndern Europas nur noch in fragmentierten Populationen anzutreffen. Viele dieser Populationen weisen ein Naturverj\u00c3\u00bcngungsdefizit und eine \u00c3\u00bcberalterte Vertikalstruktur auf. <br \/>Um den Wacholder als einen Vertreter der europ\u00c3\u00a4ischen Kulturlandschaft zu erhalten, sind Restaurierungsma\u00c3\u0178nahmen unabdingbar.<\/p>\n<p>Durch den Einsatz unterschiedlicher DNA-Marker-Systeme, wurde versucht, die biogeographische Geschichte des Wacholders zu rekonstruieren und m\u00c3\u00b6gliche genetische Abstammungslinien in Europa zu identifizieren. Des Weiteren wurden Populationen auf genetische Effekte der Habitatfragmentierung hin \u00c3\u00bcberpr\u00c3\u00bcft.<\/p>\n<p>Aufgrund der genetischen Daten und im Zusammenhang mit Kenntnissen aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen wird vermutet, dass der Wacholder w\u00c3\u00a4hrend der letzten Eiszeit in Zentraleuropa in zahlreichen kleinen Habitaten \u00c3\u00bcberdauerte. F\u00c3\u00bcr die Zeit zwischen der letzten maximalen Eisausdehnung bis heute werden periodisch auftretende Fragmentierungs- und Gr\u00c3\u00bcnderereignisse als wahrscheinlich angesehen.<\/p>\n<p>Die beachtlich hohe genetische Diversit\u00c3\u00a4t und das Fehlen genetischer Flaschenhalseffekte sowie das Fehlen eines \u00e2\u20ac\u0161isolation-by-distance\u00e2\u20ac\u2122-Effektes deuten darauf hin, dass sich die heutige Habitatfragmentierung noch nicht auf die genetische Struktur und Diversit\u00c3\u00a4t der Wacholderbest\u00c3\u00a4nde ausgewirkt hat. Stattdessen wird vermutet, dass der Status der genetischen Diversit\u00c3\u00a4t seit Beginn der Fragmentierung \u00e2\u20ac\u0161festgefroren\u00e2\u20ac\u2122 ist. Die genetische Diversit\u00c3\u00a4t der Folgegenerationen ist im Vergleich zu den Altbest\u00c3\u00a4nden nicht reduziert, obwohl die palynologische Untersuchung auf stark lokal begrenzten Pollenflug hinweist.<\/p>\n<p>Auf Grundlage der genetischen Ergebnisse erfolgte eine naturschutzfachliche Bewertung der untersuchten Populationen im Rheinischen Schiefergebirge. Hierf\u00c3\u00bcr wurde ein Leitbild aufgestellt, welches auf weit verbreiteten populations\u00c3\u00b6kologischen und -genetischen Theorien basiert. Warum die Bewertung nicht zufriedenstellend ausfiel, wird im Rahmen der Arbeit detailliert diskutiert.<\/p>\n<p>Aufgrund der vorliegenden genetischen Ergebnisse und des Naturverj\u00c3\u00bcngungsdefizites in den Populationen bleibt es weiterhin ungewiss, ob sich die heutige Fragmentierung im Rheinischen Schiefergebirge in Zukunft negativ auswirken wird. Allerdings erscheint es als sehr wahrscheinlich, dass sich Populationen, die sich dauerhaft nicht verj\u00c3\u00bcngen, durch sukzessives Sterben seneszenter Individuen verkleinern und in der Folge komplett aussterben werden.<\/p>\n<p>Deshalb wurde ein genetisch begr\u00c3\u00bcndeter Managementplan zur Restaurierung sich nicht verj\u00c3\u00bcngender Wacholderpopulationen entwickelt. Er umfasst Leitlinien und Empfehlungen f\u00c3\u00bcr die Sammelstrategie von Pflanzmaterial, f\u00c3\u00bcr dessen Behandlung im Gew\u00c3\u00a4chshaus und f\u00c3\u00bcr dessen Inverkehrbringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genetische Diversit\u00e4t von Juniperus communis L. im Rheinischen Schiefergebirge Der ehemals landschaftsbestimmende Wacholder (Juniperus communis L.) ist heute in vielen L\u00c3\u00a4ndern Europas nur noch in fragmentierten Populationen anzutreffen. 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