{"id":53110,"date":"2026-01-27T10:50:14","date_gmt":"2026-01-27T09:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20005-779\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:15","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:15","slug":"20005-779","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20005-779\/","title":{"rendered":"Nutzungsregime, Biodiversit\u00e4t und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der Ostsee: Vegetations\u00f6kologische Analysen entlang eines komplexen \u00f6kologischen Gradienten"},"content":{"rendered":"<p>Nutzungsregime, Biodiversit\u00e4t und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der OstseeSalzrasen an der Ostseek\u00fcste sind durch aperiodische \u00dcberflutungen mit Brackwasser gepr\u00e4gt. Die Lebensbedingungen entlang der Ostseek\u00fcsten weisen ausgepr\u00e4gte \u00f6kologische Gradienten auf: Vom Kattegat \u00fcber die deutsche und polnische Ostseek\u00fcste bis ins Baltikum und den Bottnischen Meerbusen nimmt der Salzgehalt ab, das Klima wird k\u00fchler und die Winter eisreicher. Aufgrund der Glazialgeschichte hebt sich an den n\u00f6rdlichen Ostseek\u00fcsten auch heute noch die Landoberfl\u00e4che. Dagegen senkt sie sich im S\u00fcdwesten der Ostsee, wodurch sich K\u00fcsten\u00fcberflutungsmoore mit Torfb\u00f6den bildeten. Aufgrund des Fehlens der Tide und des geringen Salzgehalts k\u00f6nnen sich an der Ostsee schon recht ufernah Geh\u00f6lze oder Brackwasser-R\u00f6hrichte etablieren. Nur weil seit Jahrhunderten der Geh\u00f6lz- oder R\u00f6hrichtaufwuchs durch Mahd oder Beweidung verhindert wurde, konnten gro\u00dffl\u00e4chige Salzrasen entstehen. Eine wichtige Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang der Salzrasen und ihrer charakteristischen Pflanzenarten w\u00e4hrend der letzten Jahrzehnte ist daher die Nutzungsaufgabe. Um Salzrasen und ihre charakteristischen Bioz\u00f6nosen zu erhalten, wird die Aufrechterhaltung extensiver Beweidung im Rahmen verschiedener F\u00f6rderprogramme in den Ostseel\u00e4ndern finanziell unterst\u00fctzt. Zudem wird in mehreren Renaturierungsprojekten eine Beweidung brachgefallener Salzrasen wieder eingef\u00fchrt. In der Doktorarbeit werden Effekte des Nutzungsregimes (kontinuierlich beweidete, brachgefallene und wieder in Beweidung genommene Salzrasen) auf die Artenzusammensetzung und -vielfalt der Vegetation auf drei r\u00e4umlichen Ma\u00dfstabsebenen (1-25-625 m\u00b2) analysiert. Daf\u00fcr werden entlang des \u00f6kologischen Komplexgradienten der Ostsee Untersuchungsfl\u00e4chen in D\u00e4nemark, Deutschland und Estland ausgew\u00e4hlt. Diese Fl\u00e4chen werden weiterhin hinsichtlich ihrer Vegetationsstruktur und Standortbedingungen charakterisiert.Das Renaturierungspotenzial h\u00e4ngt u. a. von der \u00dcberdauerung keimf\u00e4higer Samen in den Samenbanken des Bodens ab. Da Samen seltener und gef\u00e4hrdeter Arten in klassischen Samenbankanalysen schwer nachzuweisen sind, werden zus\u00e4tzlich Vergrabungsexperimente mit Samen einiger dieser Arten durchgef\u00fchrt, um deren \u00dcberdauerungsf\u00e4higkeit (Persistenz) abzusch\u00e4tzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Bewertung von Ostsee-Salzrasen f\u00fcr die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Zusammenarbeit mit dem Landesamt f\u00fcr Natur und Umwelt Schleswig-Holstein. Ziel der WRRL ist es, bis 2015 f\u00fcr alle Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser den ?guten \u00f6kologischen Zustand? zu erreichen. Die Entw\u00e4sserung von Salzrasen kann sich negativ auf die Wasserqualit\u00e4t auswirken, weil dabei N\u00e4hrstoffe freigesetzt werden. Dagegen k\u00f6nnen wachsende Salzrasentorfe N\u00e4hrstoffe festlegen und damit zum Gew\u00e4sserschutz beitragen. Daher k\u00f6nnen Salzrasen als Teil des K\u00fcstenwasserk\u00f6rpers aufgefasst werden.Um zu bewerten, ob das Ziel des ?guten \u00f6kologischen Zustands? erreicht wird, werden ?biologische Qualit\u00e4tskomponenten? herangezogen. Basierend auf der Vegetation wird ein Bewertungssystem f\u00fcr Ostsee-Salzrasen entwickelt sowie Empfehlungen f\u00fcr das Monitoring nach WRRL erarbeitet. Zus\u00e4tzlich soll das Verh\u00e4ltnis zwischen naturschutzfachlicher Bewertung nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und Bewertung nach der WRRL bezogen auf Ostsee-Salzrasen n\u00e4her beleuchtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nutzungsregime, Biodiversit\u00e4t und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der OstseeSalzrasen an der Ostseek\u00fcste sind durch aperiodische \u00dcberflutungen mit Brackwasser gepr\u00e4gt. 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