{"id":53110,"date":"2026-10-23T12:52:22","date_gmt":"2026-10-23T10:52:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20005-779\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:22","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:22","slug":"20005-779","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20005-779\/","title":{"rendered":"Nutzungsregime, Biodiversit\u00c3\u00a4t und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der Ostsee: Vegetations\u00c3\u00b6kologische Analysen entlang eines komplexen \u00c3\u00b6kologischen Gradienten"},"content":{"rendered":"<p>Nutzungsregime, Biodiversit\u00e4t und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der OstseeSalzrasen an der Ostseek\u00c3\u00bcste sind durch aperiodische \u00c3\u0153berflutungen mit Brackwasser gepr\u00c3\u00a4gt. Die Lebensbedingungen entlang der Ostseek\u00c3\u00bcsten weisen ausgepr\u00c3\u00a4gte \u00c3\u00b6kologische Gradienten auf: Vom Kattegat \u00c3\u00bcber die deutsche und polnische Ostseek\u00c3\u00bcste bis ins Baltikum und den Bottnischen Meerbusen nimmt der Salzgehalt ab, das Klima wird k\u00c3\u00bchler und die Winter eisreicher. Aufgrund der Glazialgeschichte hebt sich an den n\u00c3\u00b6rdlichen Ostseek\u00c3\u00bcsten auch heute noch die Landoberfl\u00c3\u00a4che. Dagegen senkt sie sich im S\u00c3\u00bcdwesten der Ostsee, wodurch sich K\u00c3\u00bcsten\u00c3\u00bcberflutungsmoore mit Torfb\u00c3\u00b6den bildeten. Aufgrund des Fehlens der Tide und des geringen Salzgehalts k\u00c3\u00b6nnen sich an der Ostsee schon recht ufernah Geh\u00c3\u00b6lze oder Brackwasser-R\u00c3\u00b6hrichte etablieren. Nur weil seit Jahrhunderten der Geh\u00c3\u00b6lz- oder R\u00c3\u00b6hrichtaufwuchs durch Mahd oder Beweidung verhindert wurde, konnten gro\u00c3\u0178fl\u00c3\u00a4chige Salzrasen entstehen. Eine wichtige Ursache f\u00c3\u00bcr den R\u00c3\u00bcckgang der Salzrasen und ihrer charakteristischen Pflanzenarten w\u00c3\u00a4hrend der letzten Jahrzehnte ist daher die Nutzungsaufgabe. Um Salzrasen und ihre charakteristischen Bioz\u00c3\u00b6nosen zu erhalten, wird die Aufrechterhaltung extensiver Beweidung im Rahmen verschiedener F\u00c3\u00b6rderprogramme in den Ostseel\u00c3\u00a4ndern finanziell unterst\u00c3\u00bctzt. Zudem wird in mehreren Renaturierungsprojekten eine Beweidung brachgefallener Salzrasen wieder eingef\u00c3\u00bchrt. In der Doktorarbeit werden Effekte des Nutzungsregimes (kontinuierlich beweidete, brachgefallene und wieder in Beweidung genommene Salzrasen) auf die Artenzusammensetzung und -vielfalt der Vegetation auf drei r\u00c3\u00a4umlichen Ma\u00c3\u0178stabsebenen (1-25-625 m\u00c2\u00b2) analysiert. Daf\u00c3\u00bcr werden entlang des \u00c3\u00b6kologischen Komplexgradienten der Ostsee Untersuchungsfl\u00c3\u00a4chen in D\u00c3\u00a4nemark, Deutschland und Estland ausgew\u00c3\u00a4hlt. Diese Fl\u00c3\u00a4chen werden weiterhin hinsichtlich ihrer Vegetationsstruktur und Standortbedingungen charakterisiert.Das Renaturierungspotenzial h\u00c3\u00a4ngt u. a. von der \u00c3\u0153berdauerung keimf\u00c3\u00a4higer Samen in den Samenbanken des Bodens ab. Da Samen seltener und gef\u00c3\u00a4hrdeter Arten in klassischen Samenbankanalysen schwer nachzuweisen sind, werden zus\u00c3\u00a4tzlich Vergrabungsexperimente mit Samen einiger dieser Arten durchgef\u00c3\u00bchrt, um deren \u00c3\u0153berdauerungsf\u00c3\u00a4higkeit (Persistenz) abzusch\u00c3\u00a4tzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Bewertung von Ostsee-Salzrasen f\u00c3\u00bcr die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Zusammenarbeit mit dem Landesamt f\u00c3\u00bcr Natur und Umwelt Schleswig-Holstein. Ziel der WRRL ist es, bis 2015 f\u00c3\u00bcr alle Oberfl\u00c3\u00a4chengew\u00c3\u00a4sser den ?guten \u00c3\u00b6kologischen Zustand? zu erreichen. Die Entw\u00c3\u00a4sserung von Salzrasen kann sich negativ auf die Wasserqualit\u00c3\u00a4t auswirken, weil dabei N\u00c3\u00a4hrstoffe freigesetzt werden. Dagegen k\u00c3\u00b6nnen wachsende Salzrasentorfe N\u00c3\u00a4hrstoffe festlegen und damit zum Gew\u00c3\u00a4sserschutz beitragen. Daher k\u00c3\u00b6nnen Salzrasen als Teil des K\u00c3\u00bcstenwasserk\u00c3\u00b6rpers aufgefasst werden.Um zu bewerten, ob das Ziel des ?guten \u00c3\u00b6kologischen Zustands? erreicht wird, werden ?biologische Qualit\u00c3\u00a4tskomponenten? herangezogen. Basierend auf der Vegetation wird ein Bewertungssystem f\u00c3\u00bcr Ostsee-Salzrasen entwickelt sowie Empfehlungen f\u00c3\u00bcr das Monitoring nach WRRL erarbeitet. Zus\u00c3\u00a4tzlich soll das Verh\u00c3\u00a4ltnis zwischen naturschutzfachlicher Bewertung nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und Bewertung nach der WRRL bezogen auf Ostsee-Salzrasen n\u00c3\u00a4her beleuchtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nutzungsregime, Biodiversit\u00e4t und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der OstseeSalzrasen an der Ostseek\u00c3\u00bcste sind durch aperiodische \u00c3\u0153berflutungen mit Brackwasser gepr\u00c3\u00a4gt. 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