{"id":53077,"date":"2026-01-27T10:50:09","date_gmt":"2026-01-27T09:50:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20005-813\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:11","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:11","slug":"20005-813","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20005-813\/","title":{"rendered":"Rekonstruktion der r\u00e4umlichen und zeitlichen Belastung von Nord- und Ostsee mit perfluorierten organischen Substanzen anhand von Robbengewebeproben"},"content":{"rendered":"<p>Rekonstruktion der Belastung von Nord- und Ostsee mit perfluorierten organischen Substanzen<\/p>\n<p>Poly- und Perfluorierte Alkylverbindungen (PFASs) geh\u00f6ren zu den neuartigen Problemstoffen die auch als &#8216;PCBs des 21. Jahrhunderts&#8217; bezeichnet werden. PFASs zeichnen sich durch ihre Persistenz, Toxizit\u00e4t und ihr Potential zur Bioakkumulation aus, zudem besitzen einige fl\u00fcchtige PFASs das Potential zum Ferntransport in der Atmosph\u00e4re. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften finden sie seit ca. 50 Jahren vielf\u00e4ltige Anwendung in industriellen und kommerziellen Produkten wie u.a. Beschichtungen f\u00fcr Lebensmittelverpackungen, Impr\u00e4gniermitteln f\u00fcr Textilien, Hilfsmittel in der Polymerchemie (z.B. Teflon\u00ae) oder Bestandteil von Feuerl\u00f6schsch\u00e4umen. Weltweit werden j\u00e4hrlich mehrere Tausend Tonnen PFASs hergestellt. Die bekanntesten Vertreter der PFASs sind das Perfluoroctansulfonat (PFOS) und die Perfluoroctans\u00e4ure (PFOA), die bereits ubiquit\u00e4r in der Umwelt gefunden wurden. Aufgrund jener Eigenschaften stehen sie in der Diskussion in die Stockholm-Konvention aufgenommen zu werden. Erste Restriktionen bei der Verwendung von PFOS traten durch eine Direktive des Europ\u00e4ischen Parlamentes im Jahr 2008 in Kraft. Zur \u00dcberpr\u00fcfung der Auswirkungen von Emissionsver\u00e4nderungen von PFASs auf die in der marinen Umwelt gefundenen Konzentrationen in Organismen sind Langzeitdaten notwendig. Neben einem zeitlichen Trend von PFASs in Seehunden (<em>Phoca vitulina<\/em>) wurde das Verteilungsmuster von PFASs in den unterschiedlichen Geweben der Tiere untersucht. Es konnte eine Gesamtbelastung von PFASs von 2665 \u00b5g abgesch\u00e4tzt werden, wobei PFOS mit \u00fcber 95% den gr\u00f6\u00dften Anteil hatte. Auf die einzelnen Organe verteilen sich die PFASs zu drei Viertel im Blut und der Leber, welches darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass PFASs an Blutproteine binden und sich dar\u00fcber in den unterschiedlichen Organen anreichern. Im Zeitraum von 1999 bis 2008 zeigten Seehunde signifikant abnehmende Konzentrationen von zahlreichen Verbindungen aus der Gruppe der PFASs. Die Ursachen f\u00fcr diese Ergebnisse k\u00f6nnten in der in der Produktionsumstellung auf k\u00fcrzerkettige PFASs sein, die generell ein geringeres Bioakkumulationspotential haben. Die Auswirkungen der zuk\u00fcnftigen Verminderung von PFOA Emissionen und der Restriktion von PFOS in der Europ\u00e4ischen Union muss durch weitere zeitliche Trend-Studien untersucht werden. Diese Arbeit leistet einen wissenschaftlichen Beitrag zur Begr\u00fcndung und Erfolgskontrolle von politischen Ma\u00dfnahmen und k\u00f6nnte einen Ansto\u00df in Deutschland und auch auf europ\u00e4ischer Ebene geben, einen Handlungsplan f\u00fcr perfluorierte Substanzen zu erstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rekonstruktion der Belastung von Nord- und Ostsee mit perfluorierten organischen Substanzen Poly- und Perfluorierte Alkylverbindungen (PFASs) geh\u00f6ren zu den neuartigen Problemstoffen die auch als &#8216;PCBs des 21. Jahrhunderts&#8217; bezeichnet werden. PFASs zeichnen sich durch ihre Persistenz, Toxizit\u00e4t und ihr Potential zur Bioakkumulation aus, zudem besitzen einige fl\u00fcchtige PFASs das Potential zum Ferntransport in der Atmosph\u00e4re. 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