{"id":53049,"date":"2026-01-27T10:50:07","date_gmt":"2026-01-27T09:50:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20006-841\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:08","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:08","slug":"20006-841","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20006-841\/","title":{"rendered":"Vergleichende Untersuchung der aquatischen und semiaquatischen Fauna ausgew\u00e4hlter Hochmoorrenaturierungsgebiete Niedersachsens unter Ber\u00fccksichtigung von Aspekten des Fl\u00e4chenmanagements und der Biotopvernetzung"},"content":{"rendered":"<p>Untersuchung der Fauna ausgew\u00e4hlter HochmoorrenaturierungsgebieteVon allen Bundesl\u00e4ndern weist Niedersachsen die h\u00f6chsten Fl\u00e4chenanteile an Hochmooren auf, von denen allerdings keines als unbeeinflusst gelten kann. Auf mehr als 20.000 ha wird heute noch industrieller Torfabbau betrieben (Dr. B. Aue, Bezirksregierung Weser-Ems, mdl. Mitt. 2004). Mit dem Ziel, spezifischen Arten und Lebensgemeinschaften des Hochmoores R\u00fcckzugs- und Entwicklungsr\u00e4ume zu verschaffen, begann man am Ende des 20. Jahrhunderts damit, industrielle Torfabbaufl\u00e4chen und Moorreste konsequent zu renaturieren (Nieders\u00e4chsisches Moorschutzprogramm, Teil I 1981, Teil II 1986, Erweiterung 1994). Die Fl\u00e4chen wurden vern\u00e4sst und weiteren Renaturierungs- und Pflegema\u00dfnahmen unterzogen. Auch die derzeit noch industriell genutzten Torflagerst\u00e4tten sind nach Beendigung des Abbaues f\u00fcr die Renaturierung vorgesehen. In den folgenden Jahren werden also viele Tausend Hektar Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4che vorliegen. Daf\u00fcr bedarf es wissenschaftlich begr\u00fcndeter Leitbilder und Bewertungsvorgaben. Darauf aufbauend m\u00fcssen Entwicklungs- und Managementkonzepte konzipiert werden, in denen die Gebietsspezifika ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen.Die bisherigen Managementkonzepte basieren in erster Linie auf vegetationskundlichen, hydrologischen Untersuchungen (Eigner 1995; Sliva 2000) sowie auf Beobachtungen der terrestrischen Fauna. Die Fauna der aquatischen Lebensr\u00e4ume und deren Entwicklung im Verlauf des Renaturierungsprozesses wurden in Niedersachsen bisher weitgehend au\u00dfer Acht gelassen. Erste Vergleichende Untersuchungen zur Besiedlung der aquatischen Lebensr\u00e4ume wurden in einem von der Nieders\u00e4chsischen Umweltstiftung gef\u00f6rderten Projekt (Kiel 2004, Projekt 98\/02) begonnen.Genau an diesem Punkt setzt die geplante Untersuchung an. Zentrales Ziel ist es, Erkenntnisse \u00fcber die Besiedlung und Habitatbindung der f\u00fcr Hochmoorrenaturierungsgebiete typischen Fauna zu erhalten. Daraus sollen sowohl grundlegende Erkenntnisse \u00fcber den Sukzessionsprozess gewonnen, als auch Konsequenzen f\u00fcr das Management der Fl\u00e4chen im Hinblick auf Arten- und Biotopschutzma\u00dfnahmen abgeleitet werden.Die Arbeit konzentriert sich auf die Untersuchung der aquatischen und semiaquatischen Fauna unterschiedlich alter Hochmoorrenaturierungsfl\u00e4chen in Niedersachsen unter dem Aspekt des Fl\u00e4chenmanagements und der Biotopvernetzung.Die Untersuchung betrachtet aber nicht nur die Moor- bzw. Renaturierungsgebiete allein, auch die im engeren Umfeld liegenden aquatischen Biotope (Gr\u00e4ben, Teiche, aber auch andere Moorgebiete) werden vergleichend untersucht. Erkenntnisse verschiedener Forschungsarbeiten zeigen das die Beschaffenheit des Umfeldes von erheblicher Bedeutung f\u00fcr die Besiedlung einer Renaturierungsfl\u00e4che hat. Diese Annahme wird im Rahmen der Arbeit experimentell analysiert. Darauf aufbauend wird die Frage gepr\u00fcft, inwieweit umliegende aquatische Fl\u00e4chen bei Ma\u00dfnahmen zur Biotopvernetzung und Umfeldgestaltung in die Planung einbezogen werden sollten.Die Ergebnisse sind im jeden Fall f\u00fcr den angewandten Naturschutz von Bedeutung. F\u00fcr die Anwendung k\u00f6nnen daraus Konsequenzen im Hinblick auf eine ggf. notwendige Biotopvernetzung  sowie Einsch\u00e4tzungen der Entwicklungschancen unterschiedlicher Gebiete erwachsen. Aus dem Vergleich mit Referenzfl\u00e4chen sowie Erkenntnissen zu dem vom Umfeld ausgehenden Besiedlungsdruck werden R\u00fcckschl\u00fcsse auf das \u00f6kologische Potential, die Gef\u00e4hrdung und die Entwicklung unterschiedlicher Renaturierungsfl\u00e4chen erwartet. Diese wiederum liefern fehlende Argumente f\u00fcr ein gezieltes Naturschutzmanagement.Am Anfang der Arbeit steht die vergleichende Untersuchung der aquatischen und semiaquatischen Fauna ausgew\u00e4hlter, d.h. unterschiedlich alter Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen mit m\u00f6glichst naturnahen Referenzfl\u00e4chen.Im Anschluss daran werden die Strukturen und Habitatfaktoren in ausgew\u00e4hlten Bereichen dieser Moore differenziert und das Vorkommen, Fehlen und die Abundanz der verschiedenen Arten in Relation zu diesen Faktoren detailliert analysiert. Abschlie\u00dfend erfolgt die n\u00e4here Betrachtung des Umfeldes und des dort vorliegenden Besiedlungspotentials.Zielsetzung der ersten Arbeitsphase (2006) war, das Vorkommen der aquatischen und semiaquatischen Fauna unterschiedlich alter Hochmoor-Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen im Vergleich zu weniger beeintr\u00e4chtigen Referenzfl\u00e4chen zu beschreiben und die Bindung der Wirbellosenfauna an spezifische Strukturelemente zu pr\u00fcfen. Die Untersuchungen wurden auf wiedervern\u00e4ssten Fl\u00e4chen mit unterschiedlichem Renaturierungsalter (zwei-, 12- bzw. 14- und ca. 25-j\u00e4hrig) des Stapeler Moores und des Leegmoores sowie in den nicht abgetorften Gebieten Lengener Meer und Dobbe durchgef\u00fchrt. W\u00e4hrend der Vegetationsperiode 2006 (Juni\/Juli und September\/Oktober) wurden mit Hilfe des Standardsch\u00f6pf-, des Greifer- und des Unterdruckverfahrens detaillierte qualitative und quantitative Untersuchungen in ausgew\u00e4hlten Teiltransekten der Untersuchungsfl\u00e4chen vorgenommen. Zus\u00e4tzlich erfolgte eine Detailkartierung und Beschreibung der Vegetation und der Struktur. Parallel dazu wurden abiotische Daten aufgenommen.In der vorliegenden Untersuchung wurden mit den verwendeten Methoden insgesamt 156.550 Individuen und nach bisherigem Auswertungsstand 68 Arten\/Taxa h\u00f6herer Ordnung (ThO) erfasst. Dabei betrug die Zahl der Arten\/ThO im Leegmoor 38, im Stapeler Moor 44, im Lengener Meer 30 und in der Dobbe 42. Da ein Teil der Gro\u00dfgruppen noch nicht auf Artniveau bestimmt werden konnte, ist mit einer gr\u00f6\u00dferen Zahl weiterer Arten\/ThO zu rechnen, besonders bei den individuenreich vertretenen Diptera. Neben dieser Gruppe geh\u00f6ren nach derzeitigem Stand die Heteroptera und die Odonata zu den artenreichen Gro\u00dfgruppen in den Untersuchungsgebieten. H\u00f6chste Individuendichten hatten die in dieser Untersuchung nicht detailliert betrachteten Acari, gefolgt von den Diptera und in geringeren Anteilen Ephemeroptera und Odonata.Auf Fl\u00e4chenniveau waren sich besonders die \u00e4lteren Fl\u00e4chen des Stapeler Moores (Stap12, Stap25) und die Referenzgebiete Lengener Meer und Dobbe hinsichtlich der Individuendichten der einzelnen Gruppen sehr \u00e4hnlich. Diese Fl\u00e4chen wurden vor allem durch Acari und Diptera bestimmt. Dagegen wiesen die zweij\u00e4hrigen wiedervern\u00e4ssten Fl\u00e4chen des Stapeler Moores und des Leegmoores Unterschiede zu den \u00e4lteren Fl\u00e4chen auf. Die starke Dominanz der Diptera ist auf das Vorherrschen von offener Wasserfl\u00e4che und das weitgehende Fehlen von Vegetationsstrukturen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Unterschiede zwischen den \u00e4lteren Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen und den Referenzfl\u00e4chen in der Besiedlung der Gro\u00dfgruppen wurden vor allem in der Detailbetrachtung der verschiedenen Vegetationsstrukturen deutlich. Sowohl zwischen den Strukturen innerhalb der Fl\u00e4chen als auch zwischen den Gebieten waren Unterschiede erkennbar. Es nahmen die Gesamt-Individuenzahlen und mit ihnen die dominierenden Acari von den offenen, wasserreichen zu den dichteren, vegetationsreicheren Strukturen hin zu. F\u00fcr die Diptera konnte dagegen keine Aussage zur Strukturpr\u00e4ferenz gemacht werden, sie kamen in den nasseren und in den trockeneren Strukturen gleicherma\u00dfen vor und zeigten, wie auch die Ephemeroptera und Odonata, starke Unterschiede zwischen den einzelnen Gebieten und Untersuchungsfl\u00e4chen. Besonders die Dobbe wich in der Individuenverteilung st\u00e4rker von den restlichen Fl\u00e4chen ab, hier nahm beim Greiferverfahren die Gesamt-Individuenzahl zu den dichteren Strukturen hin ab und der Anteil an Nematoda war h\u00f6her. Auch die 14-j\u00e4hrige Fl\u00e4che des Leegmoores zeigte eine mit hohem Anteil an Oligochaeta und geringen Zahlen von Diptera abweichende Besiedlung der einzelnen Strukturen, bedingt durch relativ starke Austrocknung w\u00e4hrend des Sommers. Die weitere Auswertung der Proben aus der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2006 und die genaue Bestimmung der Gro\u00dfgruppen auf Artniveau wird dabei zeigen, ob verallgemeinerbare Trends in der Besiedlungssukzession und im Vergleich zu Referenzstandorten vorhanden sind, oder ob gebiets- und fl\u00e4chenspezifische Charakteristika diese \u00fcberdecken. Vor allem die weitere Analyse der in allen Fl\u00e4chen stark vertretenen Chironomidae l\u00e4sst nach den bisherigen Ergebnissen erwarten, dass sich Unterschiede zwischen den verschieden alten Renaturierungsstadien ergeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Untersuchung der Fauna ausgew\u00e4hlter HochmoorrenaturierungsgebieteVon allen Bundesl\u00e4ndern weist Niedersachsen die h\u00f6chsten Fl\u00e4chenanteile an Hochmooren auf, von denen allerdings keines als unbeeinflusst gelten kann. Auf mehr als 20.000 ha wird heute noch industrieller Torfabbau betrieben (Dr. B. Aue, Bezirksregierung Weser-Ems, mdl. Mitt. 2004). 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