{"id":53045,"date":"2026-01-27T10:50:07","date_gmt":"2026-01-27T09:50:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20006-845\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:08","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:08","slug":"20006-845","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20006-845\/","title":{"rendered":"Halboffene Korridore &#8211; ein neues Modell f\u00fcr den Naturschutz? Eine Untersuchung an flugunf\u00e4higen Laufk\u00e4fern im Naturschutzgebiet L\u00fcneburger Heide"},"content":{"rendered":"<p>Halboffene Korridore als Naturschutzma\u00dfnahme im Naturschutzgebiet L\u00fcneburger HeideFragmentierung von Lebensr\u00e4umen durch z.B. Stra\u00dfen, Siedlungs- und Industriebauma\u00dfnahmen ist einer der h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr den Artenr\u00fcckgang. Ehemals zusammenh\u00e4ngende Lebensr\u00e4ume werden auf kleine Resthabitate beschr\u00e4nkt, so dass individuen\u00e4rmere Subpopulationen geschaffen werden, die voneinander getrennt sind. Besonders stenotope und flugunf\u00e4hige Arten sind davon betroffen. Ma\u00dfnahmen des Naturschutzes ? z.B. Ausbreitungskorridore ? sollen stenotopen dispersionsschwachen Tieren die Ausbreitung in isolierte Lebensr\u00e4ume erm\u00f6glichen und wiederherstellen. Problematisch ist allerdings, dass Korridore nicht nur die Fragmentierung zweier Habitat-Patches aufheben, sondern das umliegende andersartige Habitat ihrerseits trennen. Es werden entweder Korridore geschaffen die z.B. Waldfl\u00e4chen verbinden oder die Konnektivit\u00e4t von Heidefl\u00e4chen f\u00f6rdern sollen. So wirken die neu geschaffenen Verbindungen von z.B. Heidefl\u00e4chen m\u00f6glicherweise selbst trennend f\u00fcr die angrenzenden Waldfl\u00e4chen.Meine Untersuchung befasst sich mit einer neuen Art von Korridoren, die in dieser Form noch nicht erforscht wurde. Halboffene Korridore mit einer Mischung aus Wald- und Heidevegetation sollen die Konnektivit\u00e4t beider Lebensr\u00e4ume (Wald und Heide) f\u00f6rdern. Ziel dieser Untersuchung ist es, zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob halboffene Korridore von stenotopen flugunf\u00e4higen Laufk\u00e4fern (Heide- und Waldarten) zur Ausbreitung genutzt werden k\u00f6nnen. Die Ergebnisse k\u00f6nnten weitreichende Konsequenzen f\u00fcr den praktischen Naturschutz haben. Mit populationsbiologischen Methoden, wie Fang-Wiederfang-Versuche, Barber-Fallen und Enclosures m\u00f6chte ich untersuchen, ob Laufk\u00e4fer in den halboffenen Korridor hinein bzw. durch ihn durch laufen, ob auch strenger stenotope Arten ihn nutzen und ob sie die F\u00e4higkeit haben im halboffenen Korridor zu \u00fcberwintern k\u00f6nnen.Nach ersten Auswertungen der Fang-Wiederfang-Versuche kann ich nachweisen, dass Heidelaufk\u00e4fer (hier: Poecilus lepidus) in der Lage sind, in einen halboffenen Korridor hinein zu laufen. Auch die beiden untersuchten Waldarten (Carabus violaceus und Abax parallelepipedus) k\u00f6nnen den halboffenen Korridor durchqueren. Mit den Daten der Fang-Wiederfang-Versuche m\u00f6chte ich eine Modellierung mit dem Programm DISPERS rechnen. Bei der Modellierung sollen die Daten aus den Fang-Wiederfang-Experimenten mit einem Simulationsmodell verglichen werden. Es besteht ebenso die M\u00f6glichkeit, mit diesem Programm zeitliche Simulationen zu berechnen, also z.B. vorauszusagen, wie sich die Populationen bei ver\u00e4nderter Landschaft in den n\u00e4chsten Jahren verhalten werden und wie ein m\u00f6glichst perfekter halboffener Korridor aussehen sollte.Besonders seltene Arten k\u00f6nnen nicht mit der Fang-Wiederfang-Methode untersucht werden, da die Populationsgr\u00f6\u00dfen zu gering sind. So erlauben die Ergebnisse, die ich mit Hilfe der Barber-Fallen erwarte, Aussagen dar\u00fcber, ob auch besonders stenotope Arten die Korridore nutzen, oder ob diese Arten auf ihre eigentlichen Lebensr\u00e4ume beschr\u00e4nkt bleiben. Das Vorkommen strenger stenotoper Arten konnte ich mittels Totfangfallen im Korridor feststellen. Gut 15700 Individuen aus insgesamt 104 Arten konnte ich bestimmen, darunter einige Arten der Roten Liste wie z.B. Cicindela sylvatica, Carabus nitens und Badister unipustulatus. In diesem Projekt sollen also mehrere freiland\u00f6kologische Methoden mit einer individuenbasierten Modellierung kombiniert werden, um Aussagen \u00fcber die Effektivit\u00e4t der zu untersuchenden Korridortypen zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halboffene Korridore als Naturschutzma\u00dfnahme im Naturschutzgebiet L\u00fcneburger HeideFragmentierung von Lebensr\u00e4umen durch z.B. Stra\u00dfen, Siedlungs- und Industriebauma\u00dfnahmen ist einer der h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr den Artenr\u00fcckgang. Ehemals zusammenh\u00e4ngende Lebensr\u00e4ume werden auf kleine Resthabitate beschr\u00e4nkt, so dass individuen\u00e4rmere Subpopulationen geschaffen werden, die voneinander getrennt sind. Besonders stenotope und flugunf\u00e4hige Arten sind davon betroffen. Ma\u00dfnahmen des Naturschutzes ? z.B. 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