{"id":53015,"date":"2026-01-27T10:50:01","date_gmt":"2026-01-27T09:50:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20006-875\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:03","modified_gmt":"2026-01-27T09:50:03","slug":"20006-875","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20006-875\/","title":{"rendered":"Wei\u00dfe Zertifikate in Europa: Eine vergleichende Untersuchung von marktwirtschaftlichen Instrumenten zur Steigerung von Energieeffizienz"},"content":{"rendered":"<p>Wei\u00dfe Zertifikate in EuropaWei\u00dfe Zertifikate in Europa In der Dissertation wird die Einf\u00fchrung von Energiesparverpflichtungen mit (handelbaren) Zertifikaten im Bereich der Endenergieeffizienz, den so genannten Wei\u00dfen Zertifikaten untersucht. Die Europ\u00e4ische Endenergie- und Energiedienstleistungsrichtlinie fordert von ihren Mitgliedsstaaten die Einsparung von Endenergie von 9% bis 2015. Wei\u00dfe Zertifikate, verbunden mit einer Energieeinsparquote, werden in der Richtlinie als m\u00f6gliches Instrument gesehen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Wei\u00dfe Zertifikate sind ein nachfrageorientiertes, auf den Endverbrauch gerichtetes Instrument. Energieunternehmen werden verpflichtet, eine bestimmte Menge an Energie durch Ma\u00dfnahmen beim Endverbraucher einzusparen. Im Gegensatzu zu Emissionsobergrenzen (\u201eCap\u201c) beim Emissionshandel werden mit Wei\u00dfen Zertifikaten relative Einsparverpflichtungen realisiert. Eine Einsch\u00e4tzung der Zus\u00e4tzlichkeit der Einsparungen und der H\u00f6he des Rebound-Effekts sind dementsprechend mit der Einf\u00fchrung des Politikinstrumentes verbunden und erfordern umfassende Monitoring &#038; Verifizierungsverfahren.VorgehensweiseFallstudien derjenigen europ\u00e4ischen Mitgliedsstaaten, die bereits wei\u00dfe Zertifikate eingef\u00fchrt haben, soll gemeinsame und individuelle Erfolgsbedingungen f\u00fcr die Politikformulierung und die Einf\u00fchrung wei\u00dfer Zertifikate identifizieren. Dies betrifft insbesondere die drei Anwendungsbeispiele in Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Italien. Durch die Fallstudien werden zudem systematisch diejenigen Faktoren ermittelt, die in den Mitgliedsstaaten Schwierigkeiten bei der Einf\u00fchrung und Implementierung von Wei\u00dfen Zertifikaten bereiteten. Der Dissertation liegt die Annahme zugrunde, dass neben dem unabdingbaren Verst\u00e4ndnis der \u00f6konomischen Funktionsweise der politische Kontext sowohl Einfluss auf die Einf\u00fchrung und Implementierung des Politikinstrumentes als auch auf die Wirkung bestimmter Instrumenteneigenschaften hat. Neuere institutionalistische Theorien geben der Arbeit einen theoretischen Rahmen innerhalb derer Einflussfaktoren untersucht werden, die aus Modellen und Ans\u00e4tzen der Politikinstrumentenforschung abgeleitet wurden. Dabei wurde insbesondere die Eigenschaft Wei\u00dfer Zertifikate als Hybridinstrument und die damit verbundene M\u00f6glichkeit des \u201eFramings\u201c des Politikinstruments hinsichtlich m\u00f6glicher dominanter Wirkmechanismen entlang der Dimensionen \u201eZwang \u2013 Flexibilit\u00e4t\u201c und \u201ePreis- versus Mengensteuerungsanreiz\u201c untersucht. Damit verbunden war die Identifizierung und Analyse unterschiedlicher Auffassungen marktwirtschaftlicher Steuerungsans\u00e4tze und deren Einfluss auf das Design (i.e. Ma\u00dfnahmenwahl und Wirkmechanismus). Schlie\u00dflich wurde die Koh\u00e4renz von Zielen, Design und Implementierung (d.h. tats\u00e4chliches Nutzen bestimmter Designoptionen durch die verpflichteten Akteure) untersucht. F\u00fcr die Analyse wurden sowohl Prim\u00e4r- als auch Sekund\u00e4rquellen systematisch ausgewertet. Zudem wurden Protokolle aus teilnehmender Beobachtung sowie Transkripte von 30 Experteninterviews f\u00fcr eine qualitative Dokumentenanalyse verwendet. Der folgende Absatz gibt einen Einblick in die Ergebnisse der Dissertation:Wei\u00dfe Zertifikate k\u00f6nnen als Hybrid-Instrumente verstanden werden. Die Abstimmung oder das Matching von Ziel- und Wirkmechanismuswahrnehmung mit den politisch und wissenschaftlich relevanten Diskursen ist durch den Einsatz von Hybridinstrumenten erleichtert. Der Hybridcharakter hat durch vielf\u00e4ltige Framing-M\u00f6glichkeiten, d.h. vielf\u00e4ltige Interpretationsm\u00f6glichkeiten von Problem- &#038; Probleml\u00f6sungsdefinitionen, ein hohes Potential Akzeptanz bei Akteursgruppen mit verschiedenen Interessenslagen zu generieren. Gleichzeitig erm\u00f6glicht die Vielfalt der Ausgestaltungsoptionen die Wahl einer solchen Variante, die entweder nationalen Regulierungstraditionen und\/ oder Politikstilen entspricht.Die Hypothese, dass der Einsatz einer Kombination verschiedener Wirkmechanismen zu einer gr\u00f6\u00dferen Akzeptanz und daher pr\u00e4ferierten Einf\u00fchrung f\u00fchrt, konnte in den frei Fallbeispielen best\u00e4tigt werden.Weiterhin wurde festgestelllt, dass Framing nicht nur f\u00fcr die Phase des Agenda-Settings relevant war sondern auch w\u00e4hrend der Politikformulierung auf den Wirkmechanismus und demzufolge auf die Ma\u00dfnahmenwahl Einfluss nehmen konnte. Mit Hilfe einer kriteriengest\u00fctzten Wirksamkeitseinsch\u00e4tzung konnten Hinweise gefunden werden, dass diese Dynamik verst\u00e4rkend auf die im folgenden aufgef\u00fchrten Schwachstellen Wei\u00dfer Zertifikate hatte:W\u00e4hrend formal die Verpflichtung erf\u00fcllt wurde, gibt es Zweifel an dera)\tZus\u00e4tzlichkeit der Ma\u00dfnahmenb)\tKosteneffizienz des Instruments gegen\u00fcber Nicht-Hybrid-Variantenc)\tZielgenauigkeit des Instrumentes gegen\u00fcber Nicht-Hybrid-Varianten.Die Hypothese, dass der Hybridcharakter zu einer effektiveren Implementierung f\u00fchrt konnte f\u00fcr die drei Anwendungsbeispiele nicht ohne Einschr\u00e4nkung best\u00e4tigt werden.Gleichzeitig wurden aber eine Vielzahl an (nicht-intendierten) qualitativen Mehrnutzen beobachtet. F\u00fcr den Policymaker stellt sich infolge die Aufgabe qualitative und quantitative Kosten und Nutzen miteinander abzuw\u00e4gen und an der politischen und institutionellen Machbarkeit zu messen. Dazu stellt ihm die Dissertation einen Hinweiskatalog an Erfolgsfaktoren und potentiellen Hemmnissen zur Verf\u00fcgung.White Certificate Instruments in EuropeThe PhD Project analyses the introduction and implementation of (tradable) certificates in the area of energy efficiency. White Certificates are already introduced in the United Kingdom, France and Italy. A comparative policy analysis aims at identifying factors for the successful implementation of this market-based policy instrument.The European End-Use and Energy Service Directive requires the EU Member States to reduce energy in the end-use sectors of 9 % until 2015. Tradable White Certificates, combined with an energy saving obligation, are seen as a possible policy instrument to reach the target. White Certificates Instruments are demand-side oriented. Combined with an energy saving obligation, actors, e.g. energy distributors, are required to achieve certain energy savings by introducing measures at the consumer?s site.It was assumed that the hybrid characteristics of white certificate instruments offers various possibilities to \u201cframe\u201d the relevant mode of action along the dimensions \u201ccoercion-flexibility\u201d and \u201cprice versus quantity mechanism\u201d. Part of the research process aimed at identifying and analyzing different experts\u2019 perceptions of market-based steering mechanisms and their influences on design (i.e. choice of measures and mode of action). Finally, objectives, design and implementation (i.e. actual utilization of certain design options by the obligated actors) were compared and tested regarding coherence and compatibility.In-depth case studies analyzing the process of agenda-setting and policy formulation of white certificate instruments in Great Britain, France, and Italy are helping to distinguish general and specific factors leading to a successful introduction of the policy instrument. The analysis further enables to detect those factors and institutional conditions impeding the implementation of White Certificate Instruments. Primary and secondary literature was taken into account in the analysis. In addition, participatory observation and 30 semi-structured expert interviews provided additional material for a qualitative document analysis. The analysis provides us with a good basis for how to deal with pitfalls in the political process. It is the aim of the PhD project to depict and explain limitations and potentials of White Certificate Instruments in delineation with other policy instruments in the field of end-use energy efficiency.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wei\u00dfe Zertifikate in EuropaWei\u00dfe Zertifikate in Europa In der Dissertation wird die Einf\u00fchrung von Energiesparverpflichtungen mit (handelbaren) Zertifikaten im Bereich der Endenergieeffizienz, den so genannten Wei\u00dfen Zertifikaten untersucht. Die Europ\u00e4ische Endenergie- und Energiedienstleistungsrichtlinie fordert von ihren Mitgliedsstaaten die Einsparung von Endenergie von 9% bis 2015. 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