{"id":52997,"date":"2026-01-27T10:48:59","date_gmt":"2026-01-27T09:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-893\/"},"modified":"2026-01-27T10:49:00","modified_gmt":"2026-01-27T09:49:00","slug":"20007-893","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-893\/","title":{"rendered":"Emissionen im Museum: Ein G\u00fctezeichen f\u00fcr emissionsarme Ausstellungsmaterialien und Vitrinen als m\u00f6gliches Instrument der Schadstoffbegrenzung"},"content":{"rendered":"<p>Qualit\u00e4tsmanagement von Werkstoffen im Museumsumfeld<\/p>\n<p>Der Eintrag von Schadstoffen in Museen und damit die Gef\u00e4hrdung und Sch\u00e4digung von Kunst- und Kulturgut durch Bau- und Ausstellungsmaterialien \u0096 insbesondere bei Vitrinen \u0096 ist ein gravierendes Problem. Die Arbeit besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, ob ein G\u00fctezeichen f\u00fcr emissionsarme Ausstellungsmaterialien und Vitrinen ein geeignetes Instrument zur Schadstoffbegrenzung im Museum darstellt. Diese Grundlagenarbeit verfolgt dabei die drei nachstehenden Ziele:(1)\tDie Analyse der aktuellen Schadstoffsituation im Museum zur Herstellung von Transparenz bez\u00fcglich der aufgezeigten Schadstoffproblematik; (2)\tdie Beurteilung der Umsetzbarkeit eines GZs aus konservierungswissen-schaftlicher Sicht am Beispiel von Vitrinen; (3)\tdie Beurteilung der Umsetzbarkeit eines GZs aus wirtschaftlicher Sicht, d.h. die Absch\u00e4tzung der wirtschaftlichen Tragf\u00e4higkeit des Vorhabens sowie die Erkundung der Akzeptanz seitens der Museen und Produzenten.Die wichtigsten Ergebnisse der Auseinandersetzung lassen sich wie folgt zusammenfassen:Mit Hilfe einer Prim\u00e4rerhebung wurde veranschaulicht, dass in deutschen Museen im Hinblick auf die aktuelle Schadstoffsituation bzw. den Umgang mit der Schadstoffproblematik dringender Handlungsbedarf besteht und die Entwicklung von Instrumenten zur Begrenzung des Schadstoffeintrags notwendig ist. Bislang hat sich keine einheitliche Vorgehensweise bei der Auswahl und Untersuchung von Ausstellungsmaterialien im Sinne einer pr\u00e4ventiven Konservierung etablieren k\u00f6nnen. Deutlich wird, dass bisherige Ma\u00dfnahmen (Materialpr\u00fcfung, Routineuntersuchung etc.) an den befragten Museen nur einen sehr geringen Beitrag zur Reduzierung des Schadstoffeintrags leisten. Hinsichtlich der Umsetzbarkeit eines GZs aus konservatorischer Sicht konnte gezeigt werden, dass diese auf Basis des bestehenden Forschungsstands grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist, auch wenn zur Spezifizierung der Grenzwerte weitere umfangreiche Studien erforderlich w\u00e4ren. Veranschaulicht wurde, dass die Einf\u00fchrung eines GZs f\u00fcr emissionsarme Ausstellungsmaterialien und Vitrinen zun\u00e4chst eine Bestimmung von Pr\u00fcfverfahren und Grenzwerten zur Beurteilung stofflicher Emissionen voraussetzt. Eine wesentliche Erkenntnis ist ferner, dass sich GZ aus dem Humanbereich nicht direkt auf den musealen Sektor \u00fcbertragen lassen, da sie im Hinblick auf die Emissionsbeschr\u00e4nkung auf Grenzwerten basieren, die speziell f\u00fcr den menschlichen Organismus gelten. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass bestehende Pr\u00fcfkriterien aus dem Humanbereich als Grundlage f\u00fcr eine Zertifizierung im Bereich Kunst- und Kulturgut herangezogen werden k\u00f6nnen.Bez\u00fcglich der Umsetzbarkeit eines GZ aus wirtschaftlicher Sicht konnte herausgestellt werden, dass sich insbesondere f\u00fcr die Anbieter von qualitativ hochwertigen Museumsvitrinen Wettbewerbsvorteile durch ein GZ ergeben w\u00fcrden. Dementsprechend besteht von Seiten der Vitrinenbauer ein gro\u00dfes Interesse an einer derartigen Zertifizierung. Es wurde konstatiert, dass das GZ wirtschaftlich tragf\u00e4hig realisiert werden k\u00f6nnte und somit die Umsetzbarkeit als gut m\u00f6glich einzustufen ist.Mit Hilfe der Arbeit konnte gezeigt werden, dass im musealen Umfeld grunds\u00e4tzlich Handlungsbedarf in Bezug auf die hier im Fokus stehende Begrenzung des Schadstoffeintrags besteht und Instrumente zur Schadstoffreduktion notwendig sind. Aus konservierungswissenschaftlicher Sicht erscheint die Einf\u00fchrung eines GZs f\u00fcr emissionsarme Ausstellungsmaterialien und Vitrinen f\u00fcr umsetzbar, auch wenn weitere umfangreiche Studien zur Spezifizierung der zu definierenden Grenzwerte n\u00f6tig sind. Dar\u00fcber hinaus konnte verdeutlicht werden, dass auch die wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit f\u00fcr ein GZ gegeben ist. Zusammenfassend l\u00e4sst sich festhalten, dass ein GZ f\u00fcr emissionsarme Ausstellungsmaterialien und Vitrinen ein geeignetes Instrument zur Schadstoffbegrenzung im Museum darstellt. Die Arbeit verfolgt daher folgende korrespondierende Ziele:(1)\tAnalyse der aktuellen Schadstoffsituation im Museum und damit Schaffung von Transparenz bez\u00fcglich der aufgezeigten Problematik,(2)\tBeurteilung der Umsetzbarkeit eines G\u00fctezeichens als praktikables Instrument zur Vermeidung von Einzelpr\u00fcfungen in Museen am Beispiel von Vitrinen aus konservierungswissenschaftlicher Sicht durch Aufbereitung des Status quo hinsichtlich bereits durchgef\u00fchrter Analysen, abgeleiteter Richtlinien und Grenzwerte zur Beurteilung museumstauglicher Werkstoffe unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus verwandten Forschungszweigen des Humanbereichs,(3)\tBeurteilung der Umsetzbarkeit eines derartigen GZs aus wirtschaftlicher Sicht, d.h Kl\u00e4rung der generellen Akzeptanz von GZ bei Museen und Produzenten sowie Absch\u00e4tzung der wirtschaftlichen Tragf\u00e4higkeit eines solchen Vorhabens.Die Situation l\u00e4sst sich wie folgt zusammenfassen: \u0095\tVor dem Hintergrund auftretender Sch\u00e4den an Kunst- und Kulturgut r\u00fcckt vermehrt das Gefahrenpotenzial durch eingetragene Schadstoffe in den Fokus von Restauratoren. \u0095\tDer Schadstoffeintrag basiert h\u00e4ufig auf Bau- und Ausstellungsmaterialien (f\u00fcr Vitrinen).\u0095\tAls problematisch erweist sich die unzureichende Deklaration der Produkte hinsichtlich ihrer Zusammensetzung. Durch die zunehmende Globalisierung und die damit einhergehende Verlagerung von Produktionsteilen bzw. ganzer Produktionen ins Ausland sind die Wertsch\u00f6pfungsketten un\u00fcbersichtlich und letztendlich intransparent geworden. Die genaue Zusammensetzung bleibt somit unklar. \u0095\tVersch\u00e4rft wird die Situation durch den Einsatz von Vitrinen, die sich aufgrund steigender Anspr\u00fcche der Museen an einen optimalen Kulturg\u00fcterschutz und einem damit verbundenen technischen Fortschritt von \u0084Schauk\u00e4sten\u0093 mit hoher Luftwechselrate zu nahezu diffusionsdichten Systemen mit stark reduzierter Luftwechselrate entwickeln. Im ung\u00fcnstigsten Fall entsteht so an Stelle des geplanten pr\u00e4ventiven Schutzraumes eine \u0084Schnellalterungskammer\u0093 f\u00fcr Kunst- und Kulturgut.Aus Sicht der Restaurierungswissenschaften lassen sich aus der dargelegten Situation drei Grundprobleme ableiten:(1)\tEs ist unklar, ob und inwieweit sich die Museen der skizzierten Schadstoffproblematik bewusst sind, wie Museen mit der Problematik umgehen (sollten) und ob genereller Handlungsbedarf zur Sondierung von Materialen besteht bzw. Instrumente zur Schadstoffbegrenzung entwickelt werden sollten.(2)\tEs fehlen derzeit Daten, Richtlinien und nicht zuletzt Grenzwerte zur Beurteilung museumstauglicher Werkstoffe im Sinne pr\u00e4ventiver Konservierungsstrategien.(3)\tDie Identifizierung geeigneter Bau- und Ausstellungsmaterialien sowie eine Bewertung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Raumklima und sensible Objektoberfl\u00e4chen erscheinen nach heutigem Stand nahezu unm\u00f6glich. Jede Materialwahl erweist sich f\u00fcr die Verantwortlichen als eine singul\u00e4re und kostenintensive Aufgabe.Die vorliegende Arbeit verfolgt somit drei mit der Problemstellung korrespondierende Ziele:(1)\tAnalyse der aktuellen Schadstoffsituation im Museum und damit Schaffung von Transparenz bez\u00fcglich der aufgezeigten Problematik,(2)\tBeurteilung der Umsetzbarkeit eines G\u00fctezeichens als praktikables Instrument zur Vermeidung von Einzelpr\u00fcfungen in Museen am Beispiel von Vitrinen aus konservierungswissenschaftlicher Sicht durch Aufbereitung des Status quo hinsichtlich bereits durchgef\u00fchrter Analysen, abgeleiteter Richtlinien und Grenzwerte zur Beurteilung museumstauglicher Werkstoffe unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus verwandten Forschungszweigen des Humanbereichs,(3)\tBeurteilung der Umsetzbarkeit eines derartigen GZs aus wirtschaftlicher Sicht, d.h Kl\u00e4rung der generellen Akzeptanz von GZ bei Museen und Produzenten sowie Absch\u00e4tzung der wirtschaftlichen Tragf\u00e4higkeit eines solchen Vorhabens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Qualit\u00e4tsmanagement von Werkstoffen im Museumsumfeld Der Eintrag von Schadstoffen in Museen und damit die Gef\u00e4hrdung und Sch\u00e4digung von Kunst- und Kulturgut durch Bau- und Ausstellungsmaterialien \u0096 insbesondere bei Vitrinen \u0096 ist ein gravierendes Problem. 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