{"id":52987,"date":"2026-01-27T10:48:59","date_gmt":"2026-01-27T09:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-903\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:59","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:59","slug":"20007-903","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-903\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zur Populationsbiologie und Nahrungs\u00f6kologie von Cephalopoden der Nordsee und ihr Einfluss auf die (Fisch)-Fauna"},"content":{"rendered":"<p>Cephalopoden in der NordseeZwischen dem Sommer 2007 und dem Winter 2010 konnten im Rahmen des International Bottom Trawl Survey (IBTS) in der Nordsee 178.847 Tintenfische gefangen werden.Insgesamt konnten 12 verschiedene Arten (Alloteuthis subulata, Loligo forbesi, Loligo vulgaris, Illex coindetii, Todarodes sagittatus, Todaropsis eblanae, Rossia macrosoma, Sepiola atlantica, Sepietta oweniana, Sepia elegans, Sepia officinalis, Eledone cirrhosa) identifiziert werden.Die h\u00e4ufigsten Tintenfische waren die Langflossenkalmare Alloteuthis subulata (168.162 Exemplare) und Loligo forbesi (5.709 Exemplare). Kurzflossenkalmare wie Todaropsis eblanae (264 Exemplare), Illex coindetii (94 Exemplare) und Todarodes sagittatus (51 Exemplare) waren dagegen seltener vertreten. Die erstellten Verbreitungskarten weisen f\u00fcr A. subulata und L. forbesi auf typische Verbreitungsgebiete hin. So wurden im Winter die meisten unreifen und reifenden A. subulata im zentralen und n\u00f6rdlichen Bereich der Nordsee gefangen, wo sie sich in den tieferen und w\u00e4rmeren Wassermassen aufhielten. Zum Sommer zogen die reifenden und ausgereiften Tiere s\u00fcd\u00f6stlich ins warme, flachere K\u00fcstenwasser. Die Ergebnisse deuten somit auf ein Laichgebiet an der K\u00fcste und eine Laichperiode im Sommer hin. L. forbesi wurde im Winter am h\u00e4ufigsten in den w\u00e4rmeren und salzhaltigeren Wassermassen im n\u00f6rdlichen Bereich der Nordsee, nahe der Shetland Inseln gefangen. Im Sommer hingegen kam L. forbesi verstreut in der ganzen Nordsee vor. Die Ergebnisse der Reifegradanalyse lassen auf eine winterliche Laichperiode und auf ein Laichgebiet nahe der Shetlands schlie\u00dfen.Bis auf L. vulgaris, der vermehrt im s\u00fcdlichen Nordseebereich vorkam, weisen die anderen untersuchten Arten kein typisches Verbreitungsgebiet vor.Daten \u00e4lterer Ausfahrten erg\u00e4nzt mit den aktuellen Ausfahrten deuten darauf hin, dass die Tintenfischbest\u00e4nde in den letzten Jahren angestiegen sind.Mit Hilfe zweier Interpolationsverfahren konnte die Gesamtanzahl der in der Nordsee lebenden Tintenfische auf etwa 2,7 Milliarden im Winter und 440 Millionen im Sommer gesch\u00e4tzt werden. Die Bestandsgr\u00f6\u00dfe von A. subulata betr\u00e4gt im Winter 2,5 Milliarden und im Sommer 360 Millionen Exemplare. Die Bestandsgr\u00f6\u00dfe von L. forbesi ist mit 77 Millionen Exemplaren im Sommer und Winter wesentlich kleiner.Die Ergebnisse der Mageninhaltsanalyse zeigen eine klare Abh\u00e4ngigkeit zwischen der dorsalen Mantell\u00e4nge, der Beutezusammensetzung und der Beutegr\u00f6\u00dfe.So ern\u00e4hren sich die kleineren Tintenfische haupts\u00e4chlich von Polychaeten und kleinen Crustaceen. Mit zunehmender Gr\u00f6\u00dfe werden vermehrt Tintenfische und Fische erbeutet. Unter der Fischbeute konnten kommerziell genutzte Arten wie Kabeljau und Hering identifiziert werden. Dabei ist die Zusammensetzung der Nahrung saisonal und regional unterschiedlich, was wiederum mit der Verf\u00fcgbarkeit der Beute und der dorsalen Mantell\u00e4nge in Zusammenhang steht. Mit Hilfe der Messung stabiler Isotope konnten die Tintenfische in das Nahrungsnetz der Nordsee eingeordnet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Cephalopoden auf der gleichen Trophieebene wie die gro\u00dfen Raubfische der Nordsee eingestuft werden k\u00f6nnen.Mit einer berechneten t\u00e4glichen Konsumption von 133 t Fisch im Sommer und 295 t Fisch im Winter, kann der Bestand von L. forbesi einen potentiellen \u201eTop-Down\u201c-Einfluss auf die kommerziell genutzten Fischarten aus\u00fcben. So frisst L. forbesi 0,6 % der j\u00e4hrlichen Rekrutiererbiomasse von G. morhua, 0,3 % vom Schellfisch, 0,4 % vom Stintdorsch und 2,3 % vom Wittling.A. subulata frisst im Winter haupts\u00e4chlich Crustaceen (488 t t\u00e4glich), wohingegen im Sommer vermehrt Fische (106 t t\u00e4glich) gefressen werden. Aufgrund der kleineren dorsalen Mantell\u00e4nge werden aber haupts\u00e4chlich Gobiiden erbeutet, so dass A. subulata keinen direkten Einfluss auf die Rekrutierer wichtiger kommerziell genutzter Arten aufweist.Die Ergebnisse dieser Arbeit liefern neue Erkenntnisse \u00fcber die Verbreitung, das Vorkommen, saisonale Wanderungen, potentielle Laichgebiete sowie zur Nahrungs\u00f6kologie der h\u00e4ufigsten Nordsee Tintenfischen, und zus\u00e4tzlich grundlegende Informationen f\u00fcr ein wissenschaftliches Assessment und einer m\u00f6glichen Modellierung des \u00d6kosystems der Nordsee.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cephalopoden in der NordseeZwischen dem Sommer 2007 und dem Winter 2010 konnten im Rahmen des International Bottom Trawl Survey (IBTS) in der Nordsee 178.847 Tintenfische gefangen werden.Insgesamt konnten 12 verschiedene Arten (Alloteuthis subulata, Loligo forbesi, Loligo vulgaris, Illex coindetii, Todarodes sagittatus, Todaropsis eblanae, Rossia macrosoma, Sepiola atlantica, Sepietta oweniana, Sepia elegans, Sepia officinalis, Eledone cirrhosa) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52987","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20007\/903","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Oesterwind","dbu_stipendiaten_vorname":"Daniel","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2007-10-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2010-09-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel<br>Institut f\u00fcr Zoologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Heinz Brendelberger","dbu_stipendiaten_email_dienst":"daniel.oesterwind@thuenen.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52987","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52987\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58999,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52987\/revisions\/58999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52987"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52987"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52987"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}