{"id":52987,"date":"2026-10-23T12:52:09","date_gmt":"2026-10-23T10:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-903\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:11","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:11","slug":"20007-903","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-903\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zur Populationsbiologie und Nahrungs\u00c3\u00b6kologie von Cephalopoden der Nordsee und ihr Einfluss auf die (Fisch)-Fauna"},"content":{"rendered":"<p>Cephalopoden in der NordseeZwischen dem Sommer 2007 und dem Winter 2010 konnten im Rahmen des International Bottom Trawl Survey (IBTS) in der Nordsee 178.847 Tintenfische gefangen werden.Insgesamt konnten 12 verschiedene Arten (Alloteuthis subulata, Loligo forbesi, Loligo vulgaris, Illex coindetii, Todarodes sagittatus, Todaropsis eblanae, Rossia macrosoma, Sepiola atlantica, Sepietta oweniana, Sepia elegans, Sepia officinalis, Eledone cirrhosa) identifiziert werden.Die h\u00c3\u00a4ufigsten Tintenfische waren die Langflossenkalmare Alloteuthis subulata (168.162 Exemplare) und Loligo forbesi (5.709 Exemplare). Kurzflossenkalmare wie Todaropsis eblanae (264 Exemplare), Illex coindetii (94 Exemplare) und Todarodes sagittatus (51 Exemplare) waren dagegen seltener vertreten. Die erstellten Verbreitungskarten weisen f\u00c3\u00bcr A. subulata und L. forbesi auf typische Verbreitungsgebiete hin. So wurden im Winter die meisten unreifen und reifenden A. subulata im zentralen und n\u00c3\u00b6rdlichen Bereich der Nordsee gefangen, wo sie sich in den tieferen und w\u00c3\u00a4rmeren Wassermassen aufhielten. Zum Sommer zogen die reifenden und ausgereiften Tiere s\u00c3\u00bcd\u00c3\u00b6stlich ins warme, flachere K\u00c3\u00bcstenwasser. Die Ergebnisse deuten somit auf ein Laichgebiet an der K\u00c3\u00bcste und eine Laichperiode im Sommer hin. L. forbesi wurde im Winter am h\u00c3\u00a4ufigsten in den w\u00c3\u00a4rmeren und salzhaltigeren Wassermassen im n\u00c3\u00b6rdlichen Bereich der Nordsee, nahe der Shetland Inseln gefangen. Im Sommer hingegen kam L. forbesi verstreut in der ganzen Nordsee vor. Die Ergebnisse der Reifegradanalyse lassen auf eine winterliche Laichperiode und auf ein Laichgebiet nahe der Shetlands schlie\u00c3\u0178en.Bis auf L. vulgaris, der vermehrt im s\u00c3\u00bcdlichen Nordseebereich vorkam, weisen die anderen untersuchten Arten kein typisches Verbreitungsgebiet vor.Daten \u00c3\u00a4lterer Ausfahrten erg\u00c3\u00a4nzt mit den aktuellen Ausfahrten deuten darauf hin, dass die Tintenfischbest\u00c3\u00a4nde in den letzten Jahren angestiegen sind.Mit Hilfe zweier Interpolationsverfahren konnte die Gesamtanzahl der in der Nordsee lebenden Tintenfische auf etwa 2,7 Milliarden im Winter und 440 Millionen im Sommer gesch\u00c3\u00a4tzt werden. Die Bestandsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e von A. subulata betr\u00c3\u00a4gt im Winter 2,5 Milliarden und im Sommer 360 Millionen Exemplare. Die Bestandsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e von L. forbesi ist mit 77 Millionen Exemplaren im Sommer und Winter wesentlich kleiner.Die Ergebnisse der Mageninhaltsanalyse zeigen eine klare Abh\u00c3\u00a4ngigkeit zwischen der dorsalen Mantell\u00c3\u00a4nge, der Beutezusammensetzung und der Beutegr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e.So ern\u00c3\u00a4hren sich die kleineren Tintenfische haupts\u00c3\u00a4chlich von Polychaeten und kleinen Crustaceen. Mit zunehmender Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e werden vermehrt Tintenfische und Fische erbeutet. Unter der Fischbeute konnten kommerziell genutzte Arten wie Kabeljau und Hering identifiziert werden. Dabei ist die Zusammensetzung der Nahrung saisonal und regional unterschiedlich, was wiederum mit der Verf\u00c3\u00bcgbarkeit der Beute und der dorsalen Mantell\u00c3\u00a4nge in Zusammenhang steht. Mit Hilfe der Messung stabiler Isotope konnten die Tintenfische in das Nahrungsnetz der Nordsee eingeordnet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Cephalopoden auf der gleichen Trophieebene wie die gro\u00c3\u0178en Raubfische der Nordsee eingestuft werden k\u00c3\u00b6nnen.Mit einer berechneten t\u00c3\u00a4glichen Konsumption von 133 t Fisch im Sommer und 295 t Fisch im Winter, kann der Bestand von L. forbesi einen potentiellen \u00e2\u20ac\u017eTop-Down\u00e2\u20ac\u0153-Einfluss auf die kommerziell genutzten Fischarten aus\u00c3\u00bcben. So frisst L. forbesi 0,6 % der j\u00c3\u00a4hrlichen Rekrutiererbiomasse von G. morhua, 0,3 % vom Schellfisch, 0,4 % vom Stintdorsch und 2,3 % vom Wittling.A. subulata frisst im Winter haupts\u00c3\u00a4chlich Crustaceen (488 t t\u00c3\u00a4glich), wohingegen im Sommer vermehrt Fische (106 t t\u00c3\u00a4glich) gefressen werden. Aufgrund der kleineren dorsalen Mantell\u00c3\u00a4nge werden aber haupts\u00c3\u00a4chlich Gobiiden erbeutet, so dass A. subulata keinen direkten Einfluss auf die Rekrutierer wichtiger kommerziell genutzter Arten aufweist.Die Ergebnisse dieser Arbeit liefern neue Erkenntnisse \u00c3\u00bcber die Verbreitung, das Vorkommen, saisonale Wanderungen, potentielle Laichgebiete sowie zur Nahrungs\u00c3\u00b6kologie der h\u00c3\u00a4ufigsten Nordsee Tintenfischen, und zus\u00c3\u00a4tzlich grundlegende Informationen f\u00c3\u00bcr ein wissenschaftliches Assessment und einer m\u00c3\u00b6glichen Modellierung des \u00c3\u2013kosystems der Nordsee.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cephalopoden in der NordseeZwischen dem Sommer 2007 und dem Winter 2010 konnten im Rahmen des International Bottom Trawl Survey (IBTS) in der Nordsee 178.847 Tintenfische gefangen werden.Insgesamt konnten 12 verschiedene Arten (Alloteuthis subulata, Loligo forbesi, Loligo vulgaris, Illex coindetii, Todarodes sagittatus, Todaropsis eblanae, Rossia macrosoma, Sepiola atlantica, Sepietta oweniana, Sepia elegans, Sepia officinalis, Eledone cirrhosa) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52987","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20007\/903","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Oesterwind","dbu_stipendiaten_vorname":"Daniel","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2007-10-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2010-09-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Christian-Albrechts-Universit\u00c3\u00a4t zu Kiel<br>Institut f\u00c3\u00bcr Zoologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Heinz Brendelberger","dbu_stipendiaten_email_dienst":"daniel.oesterwind@thuenen.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52987","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52987\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58999,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52987\/revisions\/58999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52987"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52987"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52987"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}