{"id":52968,"date":"2026-01-27T10:48:56","date_gmt":"2026-01-27T09:48:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-922\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:57","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:57","slug":"20007-922","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-922\/","title":{"rendered":"\u00d6konomische und politische Alternativen f\u00fcr die Gratifikation von Emissionsreduzierungen aus Entwaldung und Walddegradierung in einem zuk\u00fcnftigen Klima-Abkommen"},"content":{"rendered":"<p>Gratifikation von Emissionsreduzierungen tropischer Entwaldung<\/p>\n<p>Der Mechanismus zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD = Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) wird eine herausragende Rolle bei der Etablierung eines Post-Kyoto Abkommens nach 2012 spielen. Viele Akteure versprechen sich davon nicht nur gro\u00dfe und relativ kosteng\u00fcnstige Emissionreduzierungsoptionen, sondern auch einen effektiven Beitrag zum Schutz der tropischen Biodiversit\u00e4t sowie signifikante Impulse zur Armutsreduzierung. Das Ziel der Promotion ist das Aufzeigen von politischen und \u00f6konomischen Alternativen f\u00fcr die Gratifikation von Emissionensreduzierungen aus Entwaldung und Walddegradierung in einem zuk\u00fcnftigen Klima-Abkommen.Hierzu sollen verschiedenene \u00f6konomische Bewertungsmechanismen f\u00fcr den Erhaltung tropischer W\u00e4lder im Beispielland Papua Neuguinea anhand der Inwertsetzung der \u00d6kosystemleistungen Kohlenstoffspeicherung und Biodiversit\u00e4tsschutz untersucht werden. Im Gegen\u00fcberstellung zu konventionellen wirtschaftlichen Alternativen wie Forstwirtschaft und Landwirtschaft kann eine integrierte Bewertung der Opportunit\u00e4tskosten anhand der Anwendung eines geografisch-expliziten Landnutzungsmodells erfolgen.Anhand der Ergebnisse soll so f\u00fcr verschiedene Bereiche vorausgesagt werden, wie stark die jeweiligen Gebiete von Entwaldung betroffen sind, wie hoch die Opportunit\u00e4tskosten der Nutzung \/ des Schutzes w\u00e4ren und somit letztendlich auch, in welchen Gebieten am kosteng\u00fcnstigsten Waldschutz f\u00fcr bestimmte \u00d6kosystemleistungen betrieben werden kann. Die Arbeit erlaubt dar\u00fcber hinaus die Kalkulation von Kosten f\u00fcr die Erhaltung von \u00d6kosystemleistungen auf Fl\u00e4chenbasis und kann so als wichtiges Entscheidungsinstrument dienen, um z.B. den Preis von Emissionszertifikaten in einem zuk\u00fcnftigen Klimamechanismus zu bestimmen. Gerade unter diesem Aspekt des zuk\u00fcnftigen REDD-Mechanismus kann eine solche Fallstudie Wege aufzeigen, wie nationale Regierungen anhand wissenschaftlicher Instrumente ihre Waldschutzbem\u00fchungen optimieren k\u00f6nnen. Da Entwaldungs- und Walddegradierungsfaktoren r\u00e4umlich und zeitlich heterogen auftreten k\u00f6nnen, m\u00fcssen diese Dynamiken bei der Ausgestaltung nationaler Systeme zur Verteilung von REDD Anreizen ber\u00fccksichtigt werden. Bisher gibt es f\u00fcr den Vergleich von Verteilungssystemen f\u00fcr REDD Anreize weder ausreichend praktische Erfahrungen noch theoretische Analysen.<br \/>Ein Kapitel der Dissertation versucht diese Dynamiken anhand einer empirischen Modellierungsstudie auf nationaler Ebene f\u00fcr das Fallbeispielland Papua Neuguinea zu untersuchen. Anhand eines r\u00e4umlichen Simulationsmodells wurde basierend auf der Waldfl\u00e4chenver\u00e4nderung zwischen 1975 bis 2002 die zuk\u00fcnftige Entwaldung und Walddegradierung f\u00fcr den Zeitraum von 2002 bis 2022 projiziert. Diese Informationen wurden mit landwirtschaftlichen und forstlichen Opportunit\u00e4ts-kosten-Daten sowie Vegetationskohlenstoff-Karten verbunden, um die Kosten der Emissionsminderung zu berechnen. Anhand dieser Resultate wurden Preisspanne und Quantit\u00e4t von potentiellen REDD Zertifikaten von unter verschiedenen Landnutzungsszenarien berechnet. Aufbauend darauf simulierten und verglichen wir flexible und fixierte Zertifikatpreis-Modelle hinsichtlich ihrers Emissions-Eeinsparungspotentiales und ihrer Kosteneffizienz. <br \/>Die Ergebnisse zeigen, dass in Papua Neuguinea die Reduzierung von Walddegradierung ein deutlich h\u00f6heres und kosteng\u00fcnstigeres Emissions-Reduktionspotential aufweist als die Reduzierung von Entwaldung. Bei begrenzten finanziellen Mitteln f\u00fcr REDD weist jedoch die nachhaltige forstliche Waldbewirtschaftung (sogenanntes \u0093&#8217;reduced-impact logging\u0094&#8217;) die kosten-effizienteste Ma\u00dfnahme dar, um Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. <br \/>Die Kosteneffizienz der Verteilung ist zudem stark abh\u00e4ngig von der Preisgestaltung f\u00fcr REDD Anreize. Neben den aktuell propagierten einheitlichen Zertifikatpreisen f\u00fcr REDD (siehe z.B. f\u00fcr den &#8216;Amazon Fund&#8217; der Brasilianischen Regierung) k\u00f6nnen in einem flexiblen Modell die Zertifikatspreise durch Auktionsmechanismen wie die Vickrey-Auktion (Vickrey 1961) individuell ermittelt werden, um sich so den direkten Opportunit\u00e4tskosten anzun\u00e4hern. Zur Umsetzung flexibler Preisans\u00e4tze wird es jedoch wichtig sein, die daf\u00fcr notwendigen Auktionsmechanismen, die auch im zweiten Kapitel diskutiert werden, in der Praxis zu erproben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gratifikation von Emissionsreduzierungen tropischer Entwaldung Der Mechanismus zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD = Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) wird eine herausragende Rolle bei der Etablierung eines Post-Kyoto Abkommens nach 2012 spielen. 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