{"id":52965,"date":"2026-02-09T10:50:11","date_gmt":"2026-02-09T09:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-925\/"},"modified":"2026-02-09T10:50:11","modified_gmt":"2026-02-09T09:50:11","slug":"20007-925","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-925\/","title":{"rendered":"Flugf\u00e4higkeit und Mobilit\u00e4t der K\u00f6cherfliegen Deutschlands: Ein Beitrag zur Absch\u00e4tzung des Wiederbesiedlungspotenzials renaturierter Gew\u00e4sser"},"content":{"rendered":"<p>Flugf\u00e4higkeit und Mobilit\u00e4t der K\u00f6cherfliegen DeutschlandsFauna und Morphologie der meisten Flie\u00dfgew\u00e4sser in Deutschland sind beeintr\u00e4chtigt, wie die ersten Bestandsaufnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eindrucksvoll dokumentieren: 61% der Gew\u00e4sser werden h\u00f6chstwahrscheinlich den &#8220;guten \u00f6kologischen Zustand&#8221;, ein rechtlich vorgegebenes Ziel, nicht erreichen, w\u00e4hrend bei nur 15% die Zielerreichung wahrscheinlich ist (Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2006). Nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie wird der \u00f6kologische Zustand anhand von wasserlebenden Organismen bestimmt, wobei Kleintiere, die an der Gew\u00e4ssersohle leben (das Makrozoobenthos) besonders h\u00e4ufig Verwendung finden.Auch gut geplante und durchgef\u00fchrte Renaturierungsma\u00dfnahmen an Fliessgew\u00e4ssern f\u00fchren oft nicht zu einer Verbesserung der Besiedlung des Makrozoobenthos, z.B. durch die Ansiedlung anspruchsvoller Arten (Feld et al. 2007). Die meisten Autoren vermuten als Ursache, dass Organismen des Makrozoobenthos lange Zeitr\u00e4ume zur Besiedlung renaturierter Strecken ben\u00f6tigen, wobei es nur wenige Daten zur Geschwindigkeit der Wiederbesiedlung gibt. Um den Erfolg von Renaturierungen absch\u00e4tzen und ggf. auch modellieren zu k\u00f6nnen, sind daher Daten zur Ausbreitungsf\u00e4higkeit von Arten des Makrozoobenthos notwendig &#8211; es gibt jedoch zur dieser Frage nur wenige, meist exemplarische, Untersuchungen.Daher werden f\u00fcr eine gro\u00dfe Anzahl an Arten einer aquatische Insektenordnung (die K\u00f6cherfliegen) Daten zur Ausbreitungsf\u00e4higkeit im flugf\u00e4higen Stadium ermittelt werden, durch eine Kombination von morphologischen und experimentellen Untersuchungen an den erwachsen Tieren. Als Basisdatenstock werden flugrelevante, morphologische Parameter wie Fl\u00fcgell\u00e4nge und -fl\u00e4che, K\u00f6rper- und Thoraxmasse von 100 K\u00f6cherfliegenarten unterschiedlicher H\u00e4ufigkeiten (selten bis h\u00e4ufig) erhoben. Dabei werden alle untersuchten K\u00f6cherfliegenarten mit Individuen aus drei verschiedenen Populationen vertreten sein. Das Tiermaterial stammt sowohl aus unterschiedlichen Fangmethoden (Licht- und Emergenzfallen) wie auch aus unterschiedlichen Populationen (\u00e4lteren F\u00e4ngen der Universit\u00e4t Duisburg-Essen und anderer Spezialisten, wie auch eigene F\u00e4nge). Es werden zus\u00e4tzlich Emergenzfallen in einem Gew\u00e4sser nahe Essen \u00fcber das Jahr 2008 exponiert. Aus der so gewonnenen Datenmenge werden drei Arten ausgew\u00e4hlt, die einer experimentellen Feststellung der Flugf\u00e4higkeit im Labor unterzogen werden. Zur Standardisierung der Methode werden die Arten als Larven und\/oder Puppen im Freiland besammelt und im Labor bis zum Schlupf aufgezogen. Die Adulten werden dann dem Experiment zugef\u00fchrt und nach Beendigung auf den oben erw\u00e4hnten Basisdatenstock Morphologie hin untersucht.Aus den morphologischen Daten und den Flugf\u00e4higkeitsbefunden werden morphologische Indikatoren f\u00fcr die Ausbreitungsf\u00e4higkeit festgesetzt und mit den verschiedenen deutschen Benthosdatenbanken abgeglichen.Die w\u00e4hrend der Arbeit gewonnenen Daten sollen zur Erkl\u00e4rung der Verbreitungsmuster der 100 untersuchten Arten dienen.Diese Ergebnisse k\u00f6nnen als ein Baustein f\u00fcr Evaluierungsmethoden verschiedener durchgef\u00fchrter Renaturierungsma\u00dfnahmen an deutschen Gew\u00e4ssern fungieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flugf\u00e4higkeit und Mobilit\u00e4t der K\u00f6cherfliegen DeutschlandsFauna und Morphologie der meisten Flie\u00dfgew\u00e4sser in Deutschland sind beeintr\u00e4chtigt, wie die ersten Bestandsaufnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eindrucksvoll dokumentieren: 61% der Gew\u00e4sser werden h\u00f6chstwahrscheinlich den &#8220;guten \u00f6kologischen Zustand&#8221;, ein rechtlich vorgegebenes Ziel, nicht erreichen, w\u00e4hrend bei nur 15% die Zielerreichung wahrscheinlich ist (Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2006). 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