{"id":52965,"date":"2026-10-23T12:52:07","date_gmt":"2026-10-23T10:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-925\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:09","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:09","slug":"20007-925","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-925\/","title":{"rendered":"Flugf\u00c3\u00a4higkeit und Mobilit\u00c3\u00a4t der K\u00c3\u00b6cherfliegen Deutschlands: Ein Beitrag zur Absch\u00c3\u00a4tzung des Wiederbesiedlungspotenzials renaturierter Gew\u00c3\u00a4sser"},"content":{"rendered":"<p>Flugf\u00e4higkeit und Mobilit\u00e4t der K\u00f6cherfliegen DeutschlandsFauna und Morphologie der meisten Flie\u00c3\u0178gew\u00c3\u00a4sser in Deutschland sind beeintr\u00c3\u00a4chtigt, wie die ersten Bestandsaufnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eindrucksvoll dokumentieren: 61% der Gew\u00c3\u00a4sser werden h\u00c3\u00b6chstwahrscheinlich den &#8220;guten \u00c3\u00b6kologischen Zustand&#8221;, ein rechtlich vorgegebenes Ziel, nicht erreichen, w\u00c3\u00a4hrend bei nur 15% die Zielerreichung wahrscheinlich ist (Bundesministerium f\u00c3\u00bcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2006). Nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie wird der \u00c3\u00b6kologische Zustand anhand von wasserlebenden Organismen bestimmt, wobei Kleintiere, die an der Gew\u00c3\u00a4ssersohle leben (das Makrozoobenthos) besonders h\u00c3\u00a4ufig Verwendung finden.Auch gut geplante und durchgef\u00c3\u00bchrte Renaturierungsma\u00c3\u0178nahmen an Fliessgew\u00c3\u00a4ssern f\u00c3\u00bchren oft nicht zu einer Verbesserung der Besiedlung des Makrozoobenthos, z.B. durch die Ansiedlung anspruchsvoller Arten (Feld et al. 2007). Die meisten Autoren vermuten als Ursache, dass Organismen des Makrozoobenthos lange Zeitr\u00c3\u00a4ume zur Besiedlung renaturierter Strecken ben\u00c3\u00b6tigen, wobei es nur wenige Daten zur Geschwindigkeit der Wiederbesiedlung gibt. Um den Erfolg von Renaturierungen absch\u00c3\u00a4tzen und ggf. auch modellieren zu k\u00c3\u00b6nnen, sind daher Daten zur Ausbreitungsf\u00c3\u00a4higkeit von Arten des Makrozoobenthos notwendig &#8211; es gibt jedoch zur dieser Frage nur wenige, meist exemplarische, Untersuchungen.Daher werden f\u00c3\u00bcr eine gro\u00c3\u0178e Anzahl an Arten einer aquatische Insektenordnung (die K\u00c3\u00b6cherfliegen) Daten zur Ausbreitungsf\u00c3\u00a4higkeit im flugf\u00c3\u00a4higen Stadium ermittelt werden, durch eine Kombination von morphologischen und experimentellen Untersuchungen an den erwachsen Tieren. Als Basisdatenstock werden flugrelevante, morphologische Parameter wie Fl\u00c3\u00bcgell\u00c3\u00a4nge und -fl\u00c3\u00a4che, K\u00c3\u00b6rper- und Thoraxmasse von 100 K\u00c3\u00b6cherfliegenarten unterschiedlicher H\u00c3\u00a4ufigkeiten (selten bis h\u00c3\u00a4ufig) erhoben. Dabei werden alle untersuchten K\u00c3\u00b6cherfliegenarten mit Individuen aus drei verschiedenen Populationen vertreten sein. Das Tiermaterial stammt sowohl aus unterschiedlichen Fangmethoden (Licht- und Emergenzfallen) wie auch aus unterschiedlichen Populationen (\u00c3\u00a4lteren F\u00c3\u00a4ngen der Universit\u00c3\u00a4t Duisburg-Essen und anderer Spezialisten, wie auch eigene F\u00c3\u00a4nge). Es werden zus\u00c3\u00a4tzlich Emergenzfallen in einem Gew\u00c3\u00a4sser nahe Essen \u00c3\u00bcber das Jahr 2008 exponiert. Aus der so gewonnenen Datenmenge werden drei Arten ausgew\u00c3\u00a4hlt, die einer experimentellen Feststellung der Flugf\u00c3\u00a4higkeit im Labor unterzogen werden. Zur Standardisierung der Methode werden die Arten als Larven und\/oder Puppen im Freiland besammelt und im Labor bis zum Schlupf aufgezogen. Die Adulten werden dann dem Experiment zugef\u00c3\u00bchrt und nach Beendigung auf den oben erw\u00c3\u00a4hnten Basisdatenstock Morphologie hin untersucht.Aus den morphologischen Daten und den Flugf\u00c3\u00a4higkeitsbefunden werden morphologische Indikatoren f\u00c3\u00bcr die Ausbreitungsf\u00c3\u00a4higkeit festgesetzt und mit den verschiedenen deutschen Benthosdatenbanken abgeglichen.Die w\u00c3\u00a4hrend der Arbeit gewonnenen Daten sollen zur Erkl\u00c3\u00a4rung der Verbreitungsmuster der 100 untersuchten Arten dienen.Diese Ergebnisse k\u00c3\u00b6nnen als ein Baustein f\u00c3\u00bcr Evaluierungsmethoden verschiedener durchgef\u00c3\u00bchrter Renaturierungsma\u00c3\u0178nahmen an deutschen Gew\u00c3\u00a4ssern fungieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flugf\u00e4higkeit und Mobilit\u00e4t der K\u00f6cherfliegen DeutschlandsFauna und Morphologie der meisten Flie\u00c3\u0178gew\u00c3\u00a4sser in Deutschland sind beeintr\u00c3\u00a4chtigt, wie die ersten Bestandsaufnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eindrucksvoll dokumentieren: 61% der Gew\u00c3\u00a4sser werden h\u00c3\u00b6chstwahrscheinlich den &#8220;guten \u00c3\u00b6kologischen Zustand&#8221;, ein rechtlich vorgegebenes Ziel, nicht erreichen, w\u00c3\u00a4hrend bei nur 15% die Zielerreichung wahrscheinlich ist (Bundesministerium f\u00c3\u00bcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2006). 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