{"id":52947,"date":"2026-01-27T10:48:54","date_gmt":"2026-01-27T09:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20007-943\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:55","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:55","slug":"20007-943","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20007-943\/","title":{"rendered":"Auswirkungen der Waldfragmentierung auf die Demographie, Populationsgenetik, Habitatqualit\u00e4t, Migrationsf\u00e4higkeit und Viabilit\u00e4t von Siebenschl\u00e4fern Glis glis (L.) in unterschiedlich gro\u00dfen Fragmenten"},"content":{"rendered":"<p>Auswirkungen der Waldfragmentierung auf den Siebenschl\u00e4fer Glis glis (L.)Die Fragmentierung gr\u00f6\u00dferer, zusammenh\u00e4ngender Lebensr\u00e4ume und die damit einhergehende Bildung kleiner, voneinander isolierter Populationseinheiten stellt f\u00fcr viele Arten eine Bedrohung dar. Fragmentierungseffekte wirken sich dabei besonders auf Arten mit geringer Mobilit\u00e4t beziehungsweise hoher Spezialisierung auf einen bestimmten Lebensraum aus. Eine solche Art ist der in Deutschland unter besonderen Schutz gestellte Siebenschl\u00e4fer Glis glis (L.), ein streng arboreal lebender Kleins\u00e4uger. Seine Habitate sind Mischw\u00e4lder mit Rotbuche, Eiche und Haselnuss, deren fettreiche Samen die wichtigste Nahrungsgrundlage zur Anlage von Fettreserven f\u00fcr das \u00dcberleben des obligaten Winterschlafs sowie zur Jungenaufzucht sind. Mit einer Kombination aus Freiland- und Laboruntersuchungen m\u00f6chte ich an dieser Art die Auswirkungen der Waldfragmentierung auf die Demographie, Populationsgenetik, Habitatqualit\u00e4t, Migrationsf\u00e4higkeit und Viabilit\u00e4t untersuchen. FreilanduntersuchungenDie Freilanduntersuchungen wurden in einem zusammenh\u00e4ngenden Waldgebiet (Referenzgebiet) und in vier unterschiedlich gro\u00dfen Waldfragmenten durchgef\u00fchrt.Dabei wurde 2008 ein Reproduktionsausfall der Siebenschl\u00e4fer beobachtet, der bis auf eines alle Untersuchungsgebiete betraf. Die Ursache f\u00fcr die unterschiedliche Reproduktion ist wahrscheinlich in den unterschiedlich ausgepr\u00e4gten, lokalen Nahrungsvorkommen begr\u00fcndet: w\u00e4hrend in den Untersuchungsgebieten mit Reproduktionsausfall nur vereinzelt fruktifizierende Buchen und Eichen auftraten, wurden im einzigen Untersuchungsgebiet, in dem Jungtiere auftraten, eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl fruktifizierender Eichen festgestellt.Bez\u00fcglich der demographischen Kenngr\u00f6\u00dfen liegen folgende Zwischenergebnisse vor:Die Populationsdichten weisen von der Fragmentgr\u00f6\u00dfe abh\u00e4ngige Unterschiede auf. Ausgehend vom gr\u00f6\u00dften Untersuchungsgebiet (150km2) nimmt die Individuenanzahl pro Hektar mit abnehmender Gebietsgr\u00f6\u00dfe zu, in Gebieten mit einer Fl\u00e4che kleiner als 70ha jedoch wieder ab. Im zusammenh\u00e4ngenden Referenzgebiet kann ein h\u00f6herer Anteil an J\u00e4hrlingen (Siebenschl\u00e4fer, die erst einen Winterschlaf gehalten haben) beobachtet werden als in den Fragmenten. Tendenziell ist in gr\u00f6\u00dferen Gebieten der Anteil m\u00e4nnlicher Erstf\u00e4nge h\u00f6her, in kleineren Gebieten dagegen der weiblicher Tiere. Das Geschlechterverh\u00e4ltnis wird vermutlich durch das unterschiedliche Reproduktionsverhalten, welches sich wiederum auf die generelle Aktivit\u00e4t der Siebenschl\u00e4fer auswirkt, beeinflusst. LaborarbeitenF\u00fcr die Durchf\u00fchrung populationsgenetischer Untersuchungen wurden bislang ca. 400 Individuen an 14 Mikrosatelliten-Loci genotypisiert. Die verwendeten Stichproben stammen aus Populationen aller Untersuchungsgebiete sowie mehreren Untersuchungsjahren.Auf dieser Datengrundlage wurden folgende Zwischenergebnisse gewonnen:Die Einzelpopulationen weisen eine genetische Differenzierung auf, in den einzelnen Untersuchungsgebieten herrscht jedoch eine zeitliche Kontinuit\u00e4t bez\u00fcglich der auftretenden Allelfrequenzen. Im Referenzgebiet kann diese Kontinuit\u00e4t auch \u00fcber einen l\u00e4ngeren mehrj\u00e4hrigen Zeitraum hinweg gezeigt werden.Die r\u00e4umliche Trennung der Untersuchungsgebiete spiegelt sich in den Ergebnissen zur genetischen Distanz wider. Dabei verh\u00e4lt sich die genetische Distanz zwischen den Stichproben aus den verschiedenen Populationen unabh\u00e4ngig von der geographischen Distanz zwischen den Untersuchungsgebieten, aus denen sie entnommen wurden. Insgesamt wurde sowohl in den Waldfragmenten als auch im zusammenh\u00e4ngenden Referenzgebiet eine relativ geringe genetische Variation an den untersuchten Loci festgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auswirkungen der Waldfragmentierung auf den Siebenschl\u00e4fer Glis glis (L.)Die Fragmentierung gr\u00f6\u00dferer, zusammenh\u00e4ngender Lebensr\u00e4ume und die damit einhergehende Bildung kleiner, voneinander isolierter Populationseinheiten stellt f\u00fcr viele Arten eine Bedrohung dar. Fragmentierungseffekte wirken sich dabei besonders auf Arten mit geringer Mobilit\u00e4t beziehungsweise hoher Spezialisierung auf einen bestimmten Lebensraum aus. 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