{"id":52934,"date":"2026-10-23T12:52:04","date_gmt":"2026-10-23T10:52:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-953\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:05","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:05","slug":"20008-953","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-953\/","title":{"rendered":"Die Umweltdynamik in der westlichen kanadischen Arktis w\u00c3\u00a4hrend nat\u00c3\u00bcrlicher Klimaschwankungen im Sp\u00c3\u00a4tquart\u00c3\u00a4r"},"content":{"rendered":"<p>Die Umweltdynamik in der westlichen kanadischen Arktis<\/p>\n<p>Titel der Dissertation:<\/p>\n<h3>Late Quaternary environmental dynamics of the western Canadian Arctic: Permafrost and lake sediment archives at the eastern Beringian edge<\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend der letzten Kaltzeit geh\u00c3\u00b6rten Teile der westlichen kanadischen Arktis geographisch zur zusammenh\u00c3\u00a4ngenden Landmasse Beringia, die sich weitgehend unvergletschert von Sibirien \u00c3\u00bcber Alaska bis nach Nordwestkanada erstreckte. Diese Landbr\u00c3\u00bccke \u00c3\u00bcber die heutige Beringstra\u00c3\u0178e erm\u00c3\u00b6glichte die Wanderung von Pflanzen, Tieren und Menschen zwischen dem asiatischen und nordamerikanischen Kontinent. Die Yukon Coastal Plain im Nordwesten Kanadas stellt eine Schl\u00c3\u00bcsselregion zur Rekonstruktion der sp\u00c3\u00a4tquart\u00c3\u00a4ren Klima- und Landschaftsgeschichte Beringias dar, denn sie war als Grenzraum zwischen ehemals vergletscherten und unvergletscherten Landschaften beiden Wirkungsbereichen unmittelbar ausgesetzt. Diese Region hat dabei Zeugnisse der Klimageschichte am \u00c3\u0153bergang von Kalt- zu Warmzeiten archiviert. Seesedimente und dauerhaft gefrorener Untergrund (Permafrost) dienen als Archiv und sind zur Rekonstruktion der regionalen Umweltgeschichte geeignet.<\/p>\n<p>Ziel der Arbeit war es herauszufinden, wie sich Landschaften dies- und jenseits der Vereisungsgrenze in Nordwestkanada seit der letzten Eiszeit bis heute d.h. in den letzten ca. 28.000 Jahren entwickelt haben. Es galt dar\u00c3\u00bcber hinaus die Prozesse zu verstehen, die zur Bildung gro\u00c3\u0178er, massiver Grundeisk\u00c3\u00b6rper in der ehemals vergletscherten Region f\u00c3\u00bchrten, deren Ursprung bisher ungekl\u00c3\u00a4rt ist und wie arktische Vegetationsgesellschaften auf vergangene Klimaschwankungen reagiert haben. Die vorliegende Arbeit verfolgt dabei einen multidisziplin\u00c3\u00a4ren Forschungsansatz, der sich auf sedimentologische, pal\u00c3\u00a4o-\u00c3\u00b6kologische, hydrochemische, isotopengeochemische und biostatistische Methoden st\u00c3\u00bctzt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass der vormals vergletscherte K\u00c3\u00bcstenbereich Nordwestkanadas ca. 16.000 Jahren vor heute im Zuge einer deutlichen Klimaerw\u00c3\u00a4rmung eisfrei wurde. W\u00c3\u00a4hrend der vorhergehenden Eiszeit war die unvergletscherte Randzone in einem sehr trocken-kalten Klima nur sp\u00c3\u00a4rlich bewachsen und von Permafrost dominiert. Die abschmelzenden Eismassen lieferten viel Wasser in die Landschaft, was zur Entstehung von Seen f\u00c3\u00bchrte und einen hohen Sedimenteintrag in das K\u00c3\u00bcstentiefland des Arktischen Ozeans zur Folge hatte.Steigende Temperaturen am \u00c3\u0153bergang zur aktuellen Warmzeit (ca. 10.000 Jahre vor heute) lie\u00c3\u0178en die oberen Bereiche des Permafrostes tauen und Eis im Untergrund schmelzen, wodurch es zu verst\u00c3\u00a4rkter Oberfl\u00c3\u00a4chenabsenkung, Seebeckenbildung und intensivem Torfwachstum in wassergef\u00c3\u00bcllten Senken kam. Die zun\u00c3\u00a4chst von S\u00c3\u00bc\u00c3\u0178gr\u00c3\u00a4sern und Kr\u00c3\u00a4utern bewachsene Landschaft entwickelte sich rasch in eine feuchte Strauchtundra mit Zwergbirken, Weiden- und Erlengeb\u00c3\u00bcsch sowie Sauergr\u00c3\u00a4sern. Im untersuchten Zeitraum hat die Baumgrenze das Untersuchungsgebiet nie erreicht. Leicht sinkende Temperaturen in den letzten 3000 bis 4000 Jahren f\u00c3\u00bchrten zu verst\u00c3\u00a4rkter Permafrostentwicklung, verringertem Torfwachstum und intensiver Eiskeilbildung.<\/p>\n<p>Die Klima- und Landschaftsgeschichte der westlichen kanadischen Arktis am Ostrand Beringias ist im besonderen Ma\u00c3\u0178e durch die Wechselwirkungsbeziehungen zwischen Eisschild, Ozean und Permafrost gepr\u00c3\u00a4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umweltdynamik in der westlichen kanadischen Arktis Titel der Dissertation: Late Quaternary environmental dynamics of the western Canadian Arctic: Permafrost and lake sediment archives at the eastern Beringian edge \u00a0 W\u00c3\u00a4hrend der letzten Kaltzeit geh\u00c3\u00b6rten Teile der westlichen kanadischen Arktis geographisch zur zusammenh\u00c3\u00a4ngenden Landmasse Beringia, die sich weitgehend unvergletschert von Sibirien \u00c3\u00bcber Alaska bis nach [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52934","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20008\/953","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Fritz","dbu_stipendiaten_vorname":"Michael","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2008-06-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2011-09-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Alfred-Wegener-Institut f\u00c3\u00bcr Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten","dbu_stipendiaten_email_dienst":"Michael.Fritz@awi.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52934\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58946,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52934\/revisions\/58946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}