{"id":52931,"date":"2026-10-23T12:52:04","date_gmt":"2026-10-23T10:52:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-956\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:05","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:05","slug":"20008-956","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-956\/","title":{"rendered":"\u00c3\u2013kotoxikologische Bewertung organischer UV-Filtersubstanzen unter der Ber\u00c3\u00bccksichtigung der Gemischproblematik"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6kotoxikologische Bewertung organischer UV-Filtersubstanzen<\/p>\n<p>K\u00c3\u00b6rperpflegemittel (KPM) werden weltweit in gro\u00c3\u0178em Umfang produziert und verwendet. Derzeit betr\u00c3\u00a4gt die j\u00c3\u00a4hrliche Produktionsmenge in Deutschland mehr als 640.000 t. KPM und die in ihnen enthaltenen Substanzen gelangen beim Gebrauch vor allem \u00c3\u00bcber die kommunalen Abwasserstr\u00c3\u00b6me kontinuierlich in die aquatische Umwelt, wo sie im ng\/l- bis \u00c2\u00b5g\/l-Bereich nachweisbar sind.F\u00c3\u00bcr einige in KPM verwendete Substanzen konnte gezeigt werden, dass sie persistent sind und ein hohes Bioakkumulationspotenzial besitzen (z.B. UV-Filtersubstanzen). M\u00c3\u00b6gliche Konsequenzen einer langfristigen Exposition aquatischer Organismen gegen\u00c3\u00bcber diesen Verbindungen wurden bisher ? mit wenigen Ausnahmen ? nicht systematisch untersucht.Die Sonnenschutzmittel stellen mit einem Produktionsvolumen von ca. 11.000 t in Deutschland im Jahre 2006 eine quantitativ bedeutende Gruppe von KPM mit steigenden Produktionsmengen dar. In Sonnenschutzcremes sind Mischungen unterschiedlicher UV-Filtersubstanzen enthalten, die vor allem in den Sommermonaten in hohen Konzentrationen in der Umwelt freigesetzt werden. Die Datenlage hinsichtlich des Transfers, der Akkumulation und des Abbaus von UV-Filtersubstanzen in der Umwelt sowie ihre Effekte auf aquatische Organismen ist derzeit unzureichend und erlaubt keine Gef\u00c3\u00a4hrdungsabsch\u00c3\u00a4tzung. Aktuelle Effektstudien basieren mehrheitlich auf Untersuchungen an Vertebraten (Ratten, M\u00c3\u00a4use, vereinzelt Fische) und humanen Zelllinien bzw. Rezeptoren. Hierbei wurden diverse Filter als endokrin wirksam beschrieben. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch bei Wirbellosen endokrin vermittelte Effekte von UV-Filtern auftreten. Die Datenlage hinsichtlich einer (chronischen) Wirkung dieser Stoffe in der Umwelt bzw. einer Interaktion mit dem Hormonsystem aquatischer Wirbelloser ist allerdings noch vollkommen unzureichend.Es ist daher das Ziel des beantragten Promotionsprojekts, einen sachgem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178en Beitrag zur Wirkungscharakterisierung von UV-Filtersubstanzen f\u00c3\u00bcr aquatische \u00c3\u2013kosysteme zu liefern. Die Auswahl der UV-Filter wurde durch ein chemisches Monitoring in verschiedenen Gew\u00c3\u00a4ssern bestimmt, welches die umweltrelevanten Substanzen im ersten Abschnitt des Projekts quantifiziert hat. Dabei konnten drei Substanzen identifiziert werden die ubiquit\u00c3\u00a4r und in hohen Konzentrationen verbreitet sind.Die folgende Wirkungscharakterisierung der UV-Filtersubstanzen wurde auf verschiedenen biologischen Organisationsebenen durchgef\u00c3\u00bchrt. Dabei wurden Vertreter der artenreichsten Taxa in mitteleurop\u00c3\u00a4ischen Oberfl\u00c3\u00a4chengew\u00c3\u00a4ssern (Desmodesmus subspicatus, Lumbriculus variegatus, Potamopyrgus antipodarum, Daphnia magna und Chironomus riparius) als Modellorganismen in verschiedenen Biotests eingesetzt, um eine gro\u00c3\u0178e Breite an Endpunkten, m\u00c3\u00b6glichen toxischen und endokrinen Wirkungen abdecken zu k\u00c3\u00b6nnen.In der letzten Phase des Promotionsprojektes sollen physikalische UV-Filter als m\u00c3\u00b6gliche unproblematische Alternative zu organischen UV-Filtern herangezogen werden. Auch eine Kombinationstestung von organischen und physikalischen UV-Filtern ist geplant. Hierf\u00c3\u00bcr wird Titandioxid als in Deutschland zugelassener physikalischer UV-Filter verwendet. Aufgrund der aktuellen Verwendung von Titandioxid als Nanopartikel in K\u00c3\u00b6rperpflegemitteln und UV-Schutzprodukten wird dieser in der nanoskaligen Form in den Biotests zum Einsatz kommen. Hierf\u00c3\u00bcr wird P25 benutzt, welches das h\u00c3\u00a4ufigst produzierte Titandioxidnanopartikel darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kotoxikologische Bewertung organischer UV-Filtersubstanzen K\u00c3\u00b6rperpflegemittel (KPM) werden weltweit in gro\u00c3\u0178em Umfang produziert und verwendet. Derzeit betr\u00c3\u00a4gt die j\u00c3\u00a4hrliche Produktionsmenge in Deutschland mehr als 640.000 t. 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