{"id":52925,"date":"2026-10-23T12:52:01","date_gmt":"2026-10-23T10:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-962\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:04","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:04","slug":"20008-962","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-962\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines \u00c3\u00b6kologischen Standards f\u00c3\u00bcr funktionelle Gruppen zum konsistenten Vergleich von \u00c3\u2013kosystem- und Umweltanalysen"},"content":{"rendered":"<p>Standardisierte Klassifizierung funktioneller GruppenDie Konsequenzen menschlicher Aktivit\u00c3\u00a4ten auf der Erde f\u00c3\u00bchren zu dramatischen Ver\u00c3\u00a4nderungen in der Struktur biologischer Lebensgemeinschaften. Um diese Ver\u00c3\u00a4nderungen erkennen und quantifizieren zu k\u00c3\u00b6nnen, ben\u00c3\u00b6tigt man Techniken mit denen sich die Komplexit\u00c3\u00a4t von \u00c3\u2013kosystemen auf die wichtigsten Komponenten reduzieren l\u00c3\u00a4sst. Die Einteilung von Arten einer Lebensgemeinschaft in funktionelle Gruppen stellt eine universelle M\u00c3\u00b6glichkeit der Vereinfachung solcher Systeme dar. Die Arten einer funktionellen Gruppe besetzen eine \u00c3\u00a4hnliche \u00c3\u00b6kologische Nische und spielen eine \u00c3\u00a4hnliche Rolle in der Lebensgemeinschaft.Werden alle Arten einer funktionellen Gruppe zugeordnet, lassen sich die  wesentlichen Strukturen in Form von Interaktionsnetzwerken funktioneller Gruppen darstellen und verschiedene Systeme vergleichen. Diese Netzwerke bilden dann ein h\u00c3\u00b6heres Abstraktionsniveau als die Artebene und erm\u00c3\u00b6glichen es, die wichtigsten funktionellen Strukturen komplexer Lebensgemeinschaften zu erfassen und verschiedene Lebensgemeinschaften artunabh\u00c3\u00a4ngig zu vergleichen.  Im Rahmen des Jena-Experimentes wurden experimentelle Grasl\u00c3\u00a4nder in verschiedenen Artenmischungen und in verschiedenen Diversit\u00c3\u00a4tsstufen anges\u00c3\u00a4t. Auf diesen Fl\u00c3\u00a4chen wurden in den Jahren 2003 und 2005 kontinuierlich oberirdische Arthropoden quantitativ erfasst. Alle Arten wurden anhand ihrer funktionellen Merkmale mit Hilfe multivariater Methoden verschiedenen funktionellen Gruppen zugeordnet.Es wird untersucht, welche Abh\u00c3\u00a4ngigkeiten einerseits zwischen den verschiedenen funktionellen Gruppen bestehen und andererseits welche Bedeutung Artendiversit\u00c3\u00a4t, funktionelle Diversit\u00c3\u00a4t und Gesamtbiomasse der Pflanzen f\u00c3\u00bcr die verschiedenen funktionellen Gruppen besitzen. Wir k\u00c3\u00b6nnen zeigen, dass die Zusammensetzung der pflanzlichen funktionellen Gruppen bei weitem den gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ten Einfluss auf die Zusammensetzung der Konsumentengruppen besitzt, w\u00c3\u00a4hrend der Erkl\u00c3\u00a4rungswert durch die pflanzliche Artendiversit\u00c3\u00a4t bzw. funktionelle Diversit\u00c3\u00a4t fast durchweg relativ gering ist. Generell ist der Einfluss der Leguminosen ausnahmslos f\u00c3\u00bcr die Zusammensetzung aller Konsumentengruppen von \u00c3\u00bcberragender Bedeutung.   Die \u00c3\u00b6kologischen Lebensgemeinschaften dieser Fl\u00c3\u00a4chen werden als Netzwerke interagierender Gruppen dargestellt. Mit Hilfe von partiellen Manteltests werden Interaktionen zwischen den einzelnen funktionellen Gruppen abgeleitet und daraus \u00c3\u00b6kologische Interaktionsnetzwerke erstellt. Diese werden dann f\u00c3\u00bcr zwei verschiedene Pflanzendiversit\u00c3\u00a4tsstufen hinsichtlich struktureller und topologischer Eigenschaften wie Verkn\u00c3\u00bcpfungsgrad, Interaktionsdiversit\u00c3\u00a4t und Interaktionsst\u00c3\u00a4rke verglichen. Es zeigen sich in beiden Jahren konsistente Muster: Geringere Pflanzendiversit\u00c3\u00a4t f\u00c3\u00bchrt zu einem verringerten Verkn\u00c3\u00bcpfungsgrad, insbesondere zwischen den herbivoren und karnivoren funktionellen Gruppen.  Auch die mittlere  Interaktionsst\u00c3\u00a4rke und die Diversit\u00c3\u00a4t der Interaktionen sind in den Lebensgemeinschaften mit reduzierter Pflanzendiversit\u00c3\u00a4t deutlich verringert. Die Unterschiede lassen sich nicht allein mit der ebenfalls leicht erh\u00c3\u00b6hten Diversit\u00c3\u00a4t der Konsumenten erkl\u00c3\u00a4ren. Die Ergebnisse zeigen deutliche Effekte reduzierter Pflanzendiversit\u00c3\u00a4t auf die Struktur \u00c3\u00b6kologischer Netzwerke mit potentiell negativen Auswirkungen auf die Stabilit\u00c3\u00a4t. Im Rahmen dieser Arbeit werden taxonomisch vielf\u00c3\u00a4ltige Arthropoden-Lebensgemeinschaften mit weitgehend objektiven Methoden in funktionelle Gruppen eingeteilt. Die Darstellung von \u00c3\u00b6kologischen Lebensgemeinschaften als interagierende funktionelle Gruppen ist ein vielversprechender Ansatz sowohl im theoretischen Bereich der Biodiversit\u00c3\u00a4tsforschung, als auch im angewandten Bereiche wie beispielsweise dem Monitoring von Naturschutzma\u00c3\u0178namen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Standardisierte Klassifizierung funktioneller GruppenDie Konsequenzen menschlicher Aktivit\u00c3\u00a4ten auf der Erde f\u00c3\u00bchren zu dramatischen Ver\u00c3\u00a4nderungen in der Struktur biologischer Lebensgemeinschaften. Um diese Ver\u00c3\u00a4nderungen erkennen und quantifizieren zu k\u00c3\u00b6nnen, ben\u00c3\u00b6tigt man Techniken mit denen sich die Komplexit\u00c3\u00a4t von \u00c3\u2013kosystemen auf die wichtigsten Komponenten reduzieren l\u00c3\u00a4sst. Die Einteilung von Arten einer Lebensgemeinschaft in funktionelle Gruppen stellt eine universelle [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52925","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20008\/962","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Rzanny","dbu_stipendiaten_vorname":"Michael","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2008-06-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2011-05-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Friedrich-Schiller-Universit\u00c3\u00a4t Jena<br>Institut f\u00c3\u00bcr \u00c3\u2013kologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Dr. Winfried Voigt","dbu_stipendiaten_email_dienst":"michael.rzanny@uni-jena.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52925\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58937,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52925\/revisions\/58937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}