{"id":52925,"date":"2026-01-27T10:48:51","date_gmt":"2026-01-27T09:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-962\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:52","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:52","slug":"20008-962","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-962\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines \u00f6kologischen Standards f\u00fcr funktionelle Gruppen zum konsistenten Vergleich von \u00d6kosystem- und Umweltanalysen"},"content":{"rendered":"<p>Standardisierte Klassifizierung funktioneller GruppenDie Konsequenzen menschlicher Aktivit\u00e4ten auf der Erde f\u00fchren zu dramatischen Ver\u00e4nderungen in der Struktur biologischer Lebensgemeinschaften. Um diese Ver\u00e4nderungen erkennen und quantifizieren zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man Techniken mit denen sich die Komplexit\u00e4t von \u00d6kosystemen auf die wichtigsten Komponenten reduzieren l\u00e4sst. Die Einteilung von Arten einer Lebensgemeinschaft in funktionelle Gruppen stellt eine universelle M\u00f6glichkeit der Vereinfachung solcher Systeme dar. Die Arten einer funktionellen Gruppe besetzen eine \u00e4hnliche \u00f6kologische Nische und spielen eine \u00e4hnliche Rolle in der Lebensgemeinschaft.Werden alle Arten einer funktionellen Gruppe zugeordnet, lassen sich die  wesentlichen Strukturen in Form von Interaktionsnetzwerken funktioneller Gruppen darstellen und verschiedene Systeme vergleichen. Diese Netzwerke bilden dann ein h\u00f6heres Abstraktionsniveau als die Artebene und erm\u00f6glichen es, die wichtigsten funktionellen Strukturen komplexer Lebensgemeinschaften zu erfassen und verschiedene Lebensgemeinschaften artunabh\u00e4ngig zu vergleichen.  Im Rahmen des Jena-Experimentes wurden experimentelle Grasl\u00e4nder in verschiedenen Artenmischungen und in verschiedenen Diversit\u00e4tsstufen anges\u00e4t. Auf diesen Fl\u00e4chen wurden in den Jahren 2003 und 2005 kontinuierlich oberirdische Arthropoden quantitativ erfasst. Alle Arten wurden anhand ihrer funktionellen Merkmale mit Hilfe multivariater Methoden verschiedenen funktionellen Gruppen zugeordnet.Es wird untersucht, welche Abh\u00e4ngigkeiten einerseits zwischen den verschiedenen funktionellen Gruppen bestehen und andererseits welche Bedeutung Artendiversit\u00e4t, funktionelle Diversit\u00e4t und Gesamtbiomasse der Pflanzen f\u00fcr die verschiedenen funktionellen Gruppen besitzen. Wir k\u00f6nnen zeigen, dass die Zusammensetzung der pflanzlichen funktionellen Gruppen bei weitem den gr\u00f6\u00dften Einfluss auf die Zusammensetzung der Konsumentengruppen besitzt, w\u00e4hrend der Erkl\u00e4rungswert durch die pflanzliche Artendiversit\u00e4t bzw. funktionelle Diversit\u00e4t fast durchweg relativ gering ist. Generell ist der Einfluss der Leguminosen ausnahmslos f\u00fcr die Zusammensetzung aller Konsumentengruppen von \u00fcberragender Bedeutung.   Die \u00f6kologischen Lebensgemeinschaften dieser Fl\u00e4chen werden als Netzwerke interagierender Gruppen dargestellt. Mit Hilfe von partiellen Manteltests werden Interaktionen zwischen den einzelnen funktionellen Gruppen abgeleitet und daraus \u00f6kologische Interaktionsnetzwerke erstellt. Diese werden dann f\u00fcr zwei verschiedene Pflanzendiversit\u00e4tsstufen hinsichtlich struktureller und topologischer Eigenschaften wie Verkn\u00fcpfungsgrad, Interaktionsdiversit\u00e4t und Interaktionsst\u00e4rke verglichen. Es zeigen sich in beiden Jahren konsistente Muster: Geringere Pflanzendiversit\u00e4t f\u00fchrt zu einem verringerten Verkn\u00fcpfungsgrad, insbesondere zwischen den herbivoren und karnivoren funktionellen Gruppen.  Auch die mittlere  Interaktionsst\u00e4rke und die Diversit\u00e4t der Interaktionen sind in den Lebensgemeinschaften mit reduzierter Pflanzendiversit\u00e4t deutlich verringert. Die Unterschiede lassen sich nicht allein mit der ebenfalls leicht erh\u00f6hten Diversit\u00e4t der Konsumenten erkl\u00e4ren. Die Ergebnisse zeigen deutliche Effekte reduzierter Pflanzendiversit\u00e4t auf die Struktur \u00f6kologischer Netzwerke mit potentiell negativen Auswirkungen auf die Stabilit\u00e4t. Im Rahmen dieser Arbeit werden taxonomisch vielf\u00e4ltige Arthropoden-Lebensgemeinschaften mit weitgehend objektiven Methoden in funktionelle Gruppen eingeteilt. Die Darstellung von \u00f6kologischen Lebensgemeinschaften als interagierende funktionelle Gruppen ist ein vielversprechender Ansatz sowohl im theoretischen Bereich der Biodiversit\u00e4tsforschung, als auch im angewandten Bereiche wie beispielsweise dem Monitoring von Naturschutzma\u00dfnamen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Standardisierte Klassifizierung funktioneller GruppenDie Konsequenzen menschlicher Aktivit\u00e4ten auf der Erde f\u00fchren zu dramatischen Ver\u00e4nderungen in der Struktur biologischer Lebensgemeinschaften. Um diese Ver\u00e4nderungen erkennen und quantifizieren zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man Techniken mit denen sich die Komplexit\u00e4t von \u00d6kosystemen auf die wichtigsten Komponenten reduzieren l\u00e4sst. Die Einteilung von Arten einer Lebensgemeinschaft in funktionelle Gruppen stellt eine universelle [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52925","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20008\/962","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Rzanny","dbu_stipendiaten_vorname":"Michael","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2008-06-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2011-05-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<br>Institut f\u00fcr \u00d6kologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Dr. Winfried Voigt","dbu_stipendiaten_email_dienst":"michael.rzanny@uni-jena.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52925\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58937,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52925\/revisions\/58937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}