{"id":52921,"date":"2026-01-27T10:48:51","date_gmt":"2026-01-27T09:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-966\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:52","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:52","slug":"20008-966","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-966\/","title":{"rendered":"Evaluierung des Fressverhaltens der Larven des invasiven Maissch\u00e4dlings (Diabrotica virgifera virgifera) mittels nicht-invasiver Methoden als Grundlage f\u00fcr den effizienten Einsatz von Insektiziden"},"content":{"rendered":"<p>Effizienter Einsatz von Insektiziden gegen den Maissch\u00e4dling (Diabrotica virgifera virgifera)<\/p>\n<p>Anfang der 90er Jahre wurde ein neuer invasiver Maissch\u00e4dling, der Westliche Maiswurzelbohrer (<em>Diabrotica virgifera virgifera<\/em> (MWB)), von Nordamerika nach Europa eingeschleppt. 2007 wurde der K\u00e4fer erstmals in Deutschland gefunden und konnte sich auch in den folgenden Jahren weiter ausbreiten. In Deutschland kann der K\u00e4fer laut Prognosen auf ca. 1,5 Mio. ha Maisfl\u00e4che Sch\u00e4den verursachen. Dies wird einem j\u00e4hrlichen Schaden von etwa 25 Mio. Euro entsprechen.<\/p>\n<p>Die Larven stellen das sch\u00e4dlichste Stadium im Zyklus des MWB dar und verursachen mit ihrem Fra\u00df an den Maiswurzeln eine verminderte N\u00e4hrstoff- und Wasseraufnahme der Pflanze und beeintr\u00e4chtigen deren Standfestigkeit. Die unterirdische Lebensweise der Larven erschwert die Etablierung von Managementstrategien. Insbesondere die Effizienz von Boden-Insektiziden ist sehr niedrig, da nur ein geringer Teil des Wirkstoffes die Larven tats\u00e4chlich erfasst. Die Insektizide werden oft deshalb prophylaktisch mit gro\u00dfen Aufwandmengen ausgebracht und stellen damit auch eine Gef\u00e4hrdung des Grundwassers dar. Die Entwicklung von effizienteren Applikationstechniken w\u00fcrde daher \u00f6kologische und \u00f6konomische Vorteile mit sich bringen.<\/p>\n<p>Als Ansatz daf\u00fcr dient das Orientierungsverhalten der MWB Larven im Boden. Es ist bekannt dass CO2 als Lockstoff f\u00fcr die Larven dient, um Maiswurzeln zu finden. K\u00fcnstliche CO2-Kapseln sollen daher die Larven anlocken. Die anlockende Wirkung dieser k\u00fcnstlichen CO2-Kapseln soll dann auch mit einem Insektizid kombiniert werden, um eine &#8220;Attract und Kill&#8221; Methode gegen die Larven des MWB zu etablieren. Diese Technik w\u00fcrde eine effizientere Insektizidapplikation hervorbringen und den Einsatz von Boden-Insektiziden verringern.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen dass ein Teil der Larven mit k\u00fcnstlichen CO2 Kapseln angelockt werden konnten, die Maiswurzeln insgesamt aber attraktiver f\u00fcr die Larven waren. Des Weiteren wurden die Larven nur kurz von den Kapseln angelockt und wanderten wieder ab, da es keine Nahrungsquelle f\u00fcr die Larven bei den Kapseln gab. Messungen zur CO2 Emission zeigten dass die Kapseln bis zu 10 Tage nach Applikation eine \u00e4hnliche CO2 Produktion wie bei einer Maispflanze hatten.<\/p>\n<p>Bei einer Kombination der Kapseln mit einem insektiziden Wirkstoff (Tefluthrin) als &#8220;Attract&#038;Kill&#8221; Ansatz konnten im Durchschnitt 30% der Larven erfasst werden. Bei niedrigen Dosierungen des Insektizids konnte eine Steigerung der Larvenmortalit\u00e4t im Vergleich zu einer konventionellen Insektizidapplikation gemessen werden. In Gew\u00e4chshaus &#8211; und Feldversuchen konnten \u00e4hnliche Wirkungsgrade festgestellt werden, aber keine Verbesserung der Insektizidwirkung durch &#8220;Attract&#038;Kill&#8221; im Vergleich zur konventionellen Applikation erreicht werden.<\/p>\n<p>Somit ist ein &#8220;Attract&#038;Kill&#8221;\u00a0Ansatz mit k\u00fcnstlichen CO2 Kapseln m\u00f6glich, kann aber\u00a0 beim aktuellem Entwicklungsstand die Wirkung der konventionellen Insektizidapplikation in der Praxis nicht verbessern. Daher wird in weiteren Projekten (z.B. das EU Projekt &#8220;InBioSoil&#8221;) an einer verbesserten Lockwirkung der Kapseln gearbeitet und mit anderen insektiziden Wirkstoffen kombiniert, um den &#8220;Attract&#038;Kill&#8221;\u00a0Ansatz gegen die Larven des Westlichen Maiswurzelbohrers als potentielle Bek\u00e4mpfungsstrategie in Zukunft zu etablieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Effizienter Einsatz von Insektiziden gegen den Maissch\u00e4dling (Diabrotica virgifera virgifera) Anfang der 90er Jahre wurde ein neuer invasiver Maissch\u00e4dling, der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera (MWB)), von Nordamerika nach Europa eingeschleppt. 2007 wurde der K\u00e4fer erstmals in Deutschland gefunden und konnte sich auch in den folgenden Jahren weiter ausbreiten. 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