{"id":52911,"date":"2026-02-28T10:46:38","date_gmt":"2026-02-28T09:46:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-976\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:38","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:38","slug":"20008-976","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-976\/","title":{"rendered":"Die Raumnutzung des Luchses (Lynx lynx) und sein Einfluss auf das Raumnutzungsverhalten seiner Beute am Beispiel des Rehs (Capreolus capreolus) im Nationalpark Bayerischer Wald"},"content":{"rendered":"<p>Die Raumnutzung des Luchses und sein Einfluss auf die Raumnutzung seiner Beute am Beispiel des Rehs<\/p>\n<p>Das Bewegungsverhalten von Tieren ist zentral f\u00fcr den Erhalt \u00f6kologischer Prozesse.<br \/>Durch ihr Streif- und Wanderungsverhalten stabilisieren Tiere insbesondere die Biodiversit\u00e4t, da sie Bindeglied zwischen r\u00e4umlich urspr\u00fcnglich getrennten Ressourcen,<br \/>Genen und Prozessen sind. Wie und warum Tiere sich auf ihre ganz spezielle Art und Weise im gro\u00dfen wie im kleinen Ma\u00dfstab bewegen, ist daher von gro\u00dfem Interesse f\u00fcr die Wissenschaft. Dabei gilt es, die komplexen Kausalzusammenh\u00e4nge der<br \/>individuell-internen Bewegungsausl\u00f6ser einerseits, der externen Umweltfaktoren andererseits, sowie deren Wechselwirkung zu entschl\u00fcsseln, die zu den beobachtbaren Pfaden der Tiere f\u00fchren. Die vorliegende Arbeit ist ein methodischer Beitrag in der Analyse von Bewegunsgdaten von Tieren im Bezug auf die Ortswahl.<br \/>In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Ans\u00e4tze beleuchtet, die die Reaktion<br \/>von Tieren auf Umweltfaktoren untersuchen. Daf\u00fcr wurden Bewegungsdaten aus dem<br \/>Nationalpark Bayerischer Wald verwendet, die zwischen 2002 und 2011 erhoben wurden. F\u00fcr die Analyse von GPS-Daten von Reh (Capreolus capreolus) und Rothirsch<br \/>(Cervus elaphus) verwendeten wir konventionelle Methoden wie Resource Selection<br \/>Functions, Ans\u00e4tze anderer Disziplinen wie Multikategorielle Logit Modelle, als auch<br \/>neuere Herangehensweisen wie Step Selection Functions und Individuen-basierte Simulationsmodelle. Unser Ziel war es, Ursachen f\u00fcr Ver\u00e4nderlichkeiten im Bewegungsverhalten, speziell der Habitatselektion, zu identifizieren.<br \/>Eine wichtige Komponente ist Zeit. Daf\u00fcr analysierten wir die Auswahl von verschiedenen Habitaten durch Rehe \u00fcber mehrere r\u00e4umliche und zeitliche Skalen. Es stellte sich heraus, dass die tageszeitliche und jahreszeitliche Skalen interagieren, wobei sich auf tageszeitlicher Skala die St\u00f6rung durch den Menschen als gr\u00f6\u00dfter erkennbarer Einfluss zeigte, w\u00e4hrend sich auf der jahreszeitlichen Skala der saisonale Verlauf des Pflanzenwachstums st\u00e4rker widerspiegelte. Neben der zeitlichen Komponente, untersuchten wir den r\u00e4umlichen Effekt der Verf\u00fcgbarkeit eines Habitats auf dessen Auswahl, bekannt auch als functional response. Wir zeigen verschiedene Muster von functional response, die tages- und jahreszeitenabh\u00e4ngig sind. Die verschiedenen Muster konnten wir auf einen Trade-off in der Wahl zwischen Nahrung und Deckung zur\u00fcckf\u00fchren.<br \/>Eine weitere Quelle von Variabilit\u00e4t in der Habitatselektion ist Individualit\u00e4t. Wir pr\u00e4sentieren erstmalig eine statistische Methode, die die Varianz in der Habitatselektion<br \/>in Varianz zwischen Individuen einerseits und Varianz innerhalb der Individuen andererseits unterteilt. Wir zeigen, dass das Ortswahlverhalten von Hirschen zu manchen Tageszeiten konsistenter ist als an anderen, sowie dass die untersuchten Tiere sich zu bestimmten Tageszeiten st\u00e4rker in ihrer Ortswahl unterscheiden als an anderen. Unsere Methode erlaubt es zu quantifizieren, wie variabel Populationen auf schwankende Umwelteinfl\u00fcsse reagieren und damit wie gro\u00df ihre Flexibilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit ist.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurde ein Modell angewendet, das das Bewegungsverhalten der Tiere in die<br \/>Analyse der Orstwahl einflie\u00dfen l\u00e4sst. Dieser Ansatz erlaubt nicht nur eine beschreibende<br \/>Auswertung der Habitatwahl, sondern erm\u00f6glicht zus\u00e4tzlich eine Bewegungssimulation unter ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen. Das ist au\u00dferordentlich relevant f\u00fcr Managementma\u00dfnahmen, die im Vornherein evaluiert werden sollen. Grundlegendes Wissen \u00fcber das Bewegungsverhalten von Tieren ist notwendig, um nachhaltige Ma\u00dfnahmen in Tier- und Naturschutz sinnvoll zu planen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Raumnutzung des Luchses und sein Einfluss auf die Raumnutzung seiner Beute am Beispiel des Rehs Das Bewegungsverhalten von Tieren ist zentral f\u00fcr den Erhalt \u00f6kologischer Prozesse.Durch ihr Streif- und Wanderungsverhalten stabilisieren Tiere insbesondere die Biodiversit\u00e4t, da sie Bindeglied zwischen r\u00e4umlich urspr\u00fcnglich getrennten Ressourcen,Genen und Prozessen sind. 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