{"id":52911,"date":"2026-10-23T12:52:01","date_gmt":"2026-10-23T10:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20008-976\/"},"modified":"2026-10-23T12:52:02","modified_gmt":"2026-10-23T10:52:02","slug":"20008-976","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20008-976\/","title":{"rendered":"Die Raumnutzung des Luchses (Lynx lynx) und sein Einfluss auf das Raumnutzungsverhalten seiner Beute am Beispiel des Rehs (Capreolus capreolus) im Nationalpark Bayerischer Wald"},"content":{"rendered":"<p>Die Raumnutzung des Luchses und sein Einfluss auf die Raumnutzung seiner Beute am Beispiel des Rehs<\/p>\n<p>Das Bewegungsverhalten von Tieren ist zentral f\u00c3\u00bcr den Erhalt \u00c3\u00b6kologischer Prozesse.<br \/>Durch ihr Streif- und Wanderungsverhalten stabilisieren Tiere insbesondere die Biodiversit\u00c3\u00a4t, da sie Bindeglied zwischen r\u00c3\u00a4umlich urspr\u00c3\u00bcnglich getrennten Ressourcen,<br \/>Genen und Prozessen sind. Wie und warum Tiere sich auf ihre ganz spezielle Art und Weise im gro\u00c3\u0178en wie im kleinen Ma\u00c3\u0178stab bewegen, ist daher von gro\u00c3\u0178em Interesse f\u00c3\u00bcr die Wissenschaft. Dabei gilt es, die komplexen Kausalzusammenh\u00c3\u00a4nge der<br \/>individuell-internen Bewegungsausl\u00c3\u00b6ser einerseits, der externen Umweltfaktoren andererseits, sowie deren Wechselwirkung zu entschl\u00c3\u00bcsseln, die zu den beobachtbaren Pfaden der Tiere f\u00c3\u00bchren. Die vorliegende Arbeit ist ein methodischer Beitrag in der Analyse von Bewegunsgdaten von Tieren im Bezug auf die Ortswahl.<br \/>In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Ans\u00c3\u00a4tze beleuchtet, die die Reaktion<br \/>von Tieren auf Umweltfaktoren untersuchen. Daf\u00c3\u00bcr wurden Bewegungsdaten aus dem<br \/>Nationalpark Bayerischer Wald verwendet, die zwischen 2002 und 2011 erhoben wurden. F\u00c3\u00bcr die Analyse von GPS-Daten von Reh (Capreolus capreolus) und Rothirsch<br \/>(Cervus elaphus) verwendeten wir konventionelle Methoden wie Resource Selection<br \/>Functions, Ans\u00c3\u00a4tze anderer Disziplinen wie Multikategorielle Logit Modelle, als auch<br \/>neuere Herangehensweisen wie Step Selection Functions und Individuen-basierte Simulationsmodelle. Unser Ziel war es, Ursachen f\u00c3\u00bcr Ver\u00c3\u00a4nderlichkeiten im Bewegungsverhalten, speziell der Habitatselektion, zu identifizieren.<br \/>Eine wichtige Komponente ist Zeit. Daf\u00c3\u00bcr analysierten wir die Auswahl von verschiedenen Habitaten durch Rehe \u00c3\u00bcber mehrere r\u00c3\u00a4umliche und zeitliche Skalen. Es stellte sich heraus, dass die tageszeitliche und jahreszeitliche Skalen interagieren, wobei sich auf tageszeitlicher Skala die St\u00c3\u00b6rung durch den Menschen als gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ter erkennbarer Einfluss zeigte, w\u00c3\u00a4hrend sich auf der jahreszeitlichen Skala der saisonale Verlauf des Pflanzenwachstums st\u00c3\u00a4rker widerspiegelte. Neben der zeitlichen Komponente, untersuchten wir den r\u00c3\u00a4umlichen Effekt der Verf\u00c3\u00bcgbarkeit eines Habitats auf dessen Auswahl, bekannt auch als functional response. Wir zeigen verschiedene Muster von functional response, die tages- und jahreszeitenabh\u00c3\u00a4ngig sind. Die verschiedenen Muster konnten wir auf einen Trade-off in der Wahl zwischen Nahrung und Deckung zur\u00c3\u00bcckf\u00c3\u00bchren.<br \/>Eine weitere Quelle von Variabilit\u00c3\u00a4t in der Habitatselektion ist Individualit\u00c3\u00a4t. Wir pr\u00c3\u00a4sentieren erstmalig eine statistische Methode, die die Varianz in der Habitatselektion<br \/>in Varianz zwischen Individuen einerseits und Varianz innerhalb der Individuen andererseits unterteilt. Wir zeigen, dass das Ortswahlverhalten von Hirschen zu manchen Tageszeiten konsistenter ist als an anderen, sowie dass die untersuchten Tiere sich zu bestimmten Tageszeiten st\u00c3\u00a4rker in ihrer Ortswahl unterscheiden als an anderen. Unsere Methode erlaubt es zu quantifizieren, wie variabel Populationen auf schwankende Umwelteinfl\u00c3\u00bcsse reagieren und damit wie gro\u00c3\u0178 ihre Flexibilit\u00c3\u00a4t und Anpassungsf\u00c3\u00a4higkeit ist.<\/p>\n<p>Schlie\u00c3\u0178lich wurde ein Modell angewendet, das das Bewegungsverhalten der Tiere in die<br \/>Analyse der Orstwahl einflie\u00c3\u0178en l\u00c3\u00a4sst. Dieser Ansatz erlaubt nicht nur eine beschreibende<br \/>Auswertung der Habitatwahl, sondern erm\u00c3\u00b6glicht zus\u00c3\u00a4tzlich eine Bewegungssimulation unter ver\u00c3\u00a4nderten Rahmenbedingungen. Das ist au\u00c3\u0178erordentlich relevant f\u00c3\u00bcr Managementma\u00c3\u0178nahmen, die im Vornherein evaluiert werden sollen. Grundlegendes Wissen \u00c3\u00bcber das Bewegungsverhalten von Tieren ist notwendig, um nachhaltige Ma\u00c3\u0178nahmen in Tier- und Naturschutz sinnvoll zu planen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Raumnutzung des Luchses und sein Einfluss auf die Raumnutzung seiner Beute am Beispiel des Rehs Das Bewegungsverhalten von Tieren ist zentral f\u00c3\u00bcr den Erhalt \u00c3\u00b6kologischer Prozesse.Durch ihr Streif- und Wanderungsverhalten stabilisieren Tiere insbesondere die Biodiversit\u00c3\u00a4t, da sie Bindeglied zwischen r\u00c3\u00a4umlich urspr\u00c3\u00bcnglich getrennten Ressourcen,Genen und Prozessen sind. 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