{"id":52880,"date":"2026-01-27T10:48:44","date_gmt":"2026-01-27T09:48:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20009-012\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:47","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:47","slug":"20009-012","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20009-012\/","title":{"rendered":"Bio+Fair=nachhaltig? Garnelenzucht und Bananenproduktion in Ecuador"},"content":{"rendered":"<p>Bio+Fair=nachhaltig?Biologisch produzierte und fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsl\u00e4ndern erfreuen sich bei uns Deutschland einer wachsenden Beliebtheit. Sie sind aus der Nische der Bio- und Weltl\u00e4den weit in den Markt hinein gesto\u00dfen, selbst in den Discountern gibt es sie zunehmend zu kaufen. Von Bef\u00fcrwortern dieser besiegelten Waren wird die Kombination von Bio+Fair als eine Art Zauberformel f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung im Konsumzeitalter beschworen. Die Steigerung von Angebot und Nachfrage scheint Ver\u00e4nderungen im gro\u00dfen Stil m\u00f6glich zu machen: Das Kaufverhalten der umwelt- und ethisch bewussten Konsumenten als Impuls f\u00fcr eine nachhaltigere Welt. Die geographische Handelsforschung spricht in diesem Zusammenhang bereits von &#8220;konsumentengesteuerten&#8221; Warenketten.Angesichts der erfreulicherweise wachsenden Bereitschaft, solche als nachhaltig besiegelten Produkte zu kaufen, stellt sich die (noch wenig erforschte) Frage, inwieweit die Einf\u00fchrung und Ausweitung von biologischer Produktion und fairen Handelskan\u00e4len tats\u00e4chlich zu einer nachhaltigen Entwicklung der Produktionsregionen in den Entwicklungsl\u00e4ndern beitragen. Dieser Frage &#8211; nach Chancen, Grenzen und Alternativen des Beitrags von Bio- und Fairtrade-Siegeln zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Produktionsregion &#8211; soll mittels einer &#8220;following&#8221;-Studie (im Sinne von Ian Cooks &#8220;geographies of food&#8221;) entlang der globalen Warenketten von (Bio)Garnelen und (Bio+Fair)Bananen aus Ecuador nachgegangen werden, mit besonderem Fokus auf die Produktionsregion im S\u00fcdwesten Ecuadors. Dort kommt diesen beiden Produkten einerseits eine gro\u00dfe wirtschaftliche Bedeutung zu, andererseits wird ihre Herstellung mit hohen \u00f6kologischen und sozialen Belastungen verbunden.Durch die Anwendung qualitativer Methoden wird ein differenziertes Bild \u00fcber die Dynamik entstehen, die  sich durch die Einf\u00fchrung und besonders die Ausweitung von biologischer Produktion und fairem Handel entfaltet. Die Perspektiven der unterschiedlichen beteiligten Akteure (z.B. Gro\u00dfplantagen vs. Kleinproduzenten-Kooperativen, Garnelenzuchtfarmen vs. alteingesessene Fischersiedlungen) werden ber\u00fccksichtigt. Nach einer ersten Phase der teilnehmenden Beobachtung (Mitarbeit auf Plantagen\/Farmen, Praktikum bei einer Kooperative u.a.m.) werden problemzentrierte Interviews, deren Leitfragen auf den Resultaten der ersten Feldforschungsphase aufbauen werden, mit Akteuren entlang der Warenketten gef\u00fchrt. Parallel zu den Erhebungen in Ecuador erfolgt eine diskursanalytische Auswertung ausgew\u00e4hlter Zeitschriften, die erg\u00e4nzend aufzeigen soll, wie die Dynamik der Bio+Fair-Produkte hierzulande verhandelt wird.Die auf empirischem Weg gewonnenen Ergebnisse sollen zu einer verbesserten Einsch\u00e4tzung dar\u00fcber f\u00fchren, inwiefern Produktsiegel geeignete Instrumente f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung in der tropischen Exportlandwirtschaft darstellen und wie weit das Kaufverhalten der nachhaltigen Konsumenten wirkt. Der Blick wendet sich dabei auf die Siegel als Instrument im Allgemeinen, sowie auf die bestehenden Siegelkriterien hinsichtlich ihrer Einhaltung und m\u00f6glicher Verbesserungen im Besonderen. Mit ihrer qualitativen, tiefgr\u00fcndigen Vorgehensweise kann die Arbeit zu einem fundierten Verst\u00e4ndnis und dadurch zu einer angemesseneren Praxis bei Umwelt-NGOs, Unternehmen, Politik und Konsumenten beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bio+Fair=nachhaltig?Biologisch produzierte und fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsl\u00e4ndern erfreuen sich bei uns Deutschland einer wachsenden Beliebtheit. Sie sind aus der Nische der Bio- und Weltl\u00e4den weit in den Markt hinein gesto\u00dfen, selbst in den Discountern gibt es sie zunehmend zu kaufen. 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