{"id":52880,"date":"2026-10-23T12:50:55","date_gmt":"2026-10-23T10:50:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20009-012\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:57","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:57","slug":"20009-012","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20009-012\/","title":{"rendered":"Bio+Fair=nachhaltig? Garnelenzucht und Bananenproduktion in Ecuador"},"content":{"rendered":"<p>Bio+Fair=nachhaltig?Biologisch produzierte und fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsl\u00c3\u00a4ndern erfreuen sich bei uns Deutschland einer wachsenden Beliebtheit. Sie sind aus der Nische der Bio- und Weltl\u00c3\u00a4den weit in den Markt hinein gesto\u00c3\u0178en, selbst in den Discountern gibt es sie zunehmend zu kaufen. Von Bef\u00c3\u00bcrwortern dieser besiegelten Waren wird die Kombination von Bio+Fair als eine Art Zauberformel f\u00c3\u00bcr eine nachhaltige Entwicklung im Konsumzeitalter beschworen. Die Steigerung von Angebot und Nachfrage scheint Ver\u00c3\u00a4nderungen im gro\u00c3\u0178en Stil m\u00c3\u00b6glich zu machen: Das Kaufverhalten der umwelt- und ethisch bewussten Konsumenten als Impuls f\u00c3\u00bcr eine nachhaltigere Welt. Die geographische Handelsforschung spricht in diesem Zusammenhang bereits von &#8220;konsumentengesteuerten&#8221; Warenketten.Angesichts der erfreulicherweise wachsenden Bereitschaft, solche als nachhaltig besiegelten Produkte zu kaufen, stellt sich die (noch wenig erforschte) Frage, inwieweit die Einf\u00c3\u00bchrung und Ausweitung von biologischer Produktion und fairen Handelskan\u00c3\u00a4len tats\u00c3\u00a4chlich zu einer nachhaltigen Entwicklung der Produktionsregionen in den Entwicklungsl\u00c3\u00a4ndern beitragen. Dieser Frage &#8211; nach Chancen, Grenzen und Alternativen des Beitrags von Bio- und Fairtrade-Siegeln zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Produktionsregion &#8211; soll mittels einer &#8220;following&#8221;-Studie (im Sinne von Ian Cooks &#8220;geographies of food&#8221;) entlang der globalen Warenketten von (Bio)Garnelen und (Bio+Fair)Bananen aus Ecuador nachgegangen werden, mit besonderem Fokus auf die Produktionsregion im S\u00c3\u00bcdwesten Ecuadors. Dort kommt diesen beiden Produkten einerseits eine gro\u00c3\u0178e wirtschaftliche Bedeutung zu, andererseits wird ihre Herstellung mit hohen \u00c3\u00b6kologischen und sozialen Belastungen verbunden.Durch die Anwendung qualitativer Methoden wird ein differenziertes Bild \u00c3\u00bcber die Dynamik entstehen, die  sich durch die Einf\u00c3\u00bchrung und besonders die Ausweitung von biologischer Produktion und fairem Handel entfaltet. Die Perspektiven der unterschiedlichen beteiligten Akteure (z.B. Gro\u00c3\u0178plantagen vs. Kleinproduzenten-Kooperativen, Garnelenzuchtfarmen vs. alteingesessene Fischersiedlungen) werden ber\u00c3\u00bccksichtigt. Nach einer ersten Phase der teilnehmenden Beobachtung (Mitarbeit auf Plantagen\/Farmen, Praktikum bei einer Kooperative u.a.m.) werden problemzentrierte Interviews, deren Leitfragen auf den Resultaten der ersten Feldforschungsphase aufbauen werden, mit Akteuren entlang der Warenketten gef\u00c3\u00bchrt. Parallel zu den Erhebungen in Ecuador erfolgt eine diskursanalytische Auswertung ausgew\u00c3\u00a4hlter Zeitschriften, die erg\u00c3\u00a4nzend aufzeigen soll, wie die Dynamik der Bio+Fair-Produkte hierzulande verhandelt wird.Die auf empirischem Weg gewonnenen Ergebnisse sollen zu einer verbesserten Einsch\u00c3\u00a4tzung dar\u00c3\u00bcber f\u00c3\u00bchren, inwiefern Produktsiegel geeignete Instrumente f\u00c3\u00bcr eine nachhaltige Entwicklung in der tropischen Exportlandwirtschaft darstellen und wie weit das Kaufverhalten der nachhaltigen Konsumenten wirkt. Der Blick wendet sich dabei auf die Siegel als Instrument im Allgemeinen, sowie auf die bestehenden Siegelkriterien hinsichtlich ihrer Einhaltung und m\u00c3\u00b6glicher Verbesserungen im Besonderen. Mit ihrer qualitativen, tiefgr\u00c3\u00bcndigen Vorgehensweise kann die Arbeit zu einem fundierten Verst\u00c3\u00a4ndnis und dadurch zu einer angemesseneren Praxis bei Umwelt-NGOs, Unternehmen, Politik und Konsumenten beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bio+Fair=nachhaltig?Biologisch produzierte und fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsl\u00c3\u00a4ndern erfreuen sich bei uns Deutschland einer wachsenden Beliebtheit. Sie sind aus der Nische der Bio- und Weltl\u00c3\u00a4den weit in den Markt hinein gesto\u00c3\u0178en, selbst in den Discountern gibt es sie zunehmend zu kaufen. 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