{"id":52849,"date":"2026-02-11T10:48:53","date_gmt":"2026-02-11T09:48:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20009-044\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:54","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:54","slug":"20009-044","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20009-044\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zur Auswirkung von Klimaschwankungen auf den Materialverbund an Kunstwerken. Analyse des Schadensrisikos von Kurzzeitschwankungen unter Ber\u00fccksichtigung des globalen Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p>Klimawirkungen auf den kunsttechnischen MaterialverbundDas kulturelle Erbe ist f\u00fcr unsere Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Dieses Erbe ist in naher Zukunft von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Es ist davon auszugehen, dass besonders die h\u00e4ufigeren Wetterwechsel wie sie z. B. in der Alpenregion auftreten werden, die mit gro\u00dfen Temperaturschwankungen und starken Niederschl\u00e4gen verbunden sind, sich auch auf Kunstwerke in unklimatisierten Innenr\u00e4umen auswirken werden. Unmittelbar mit dem Klimawandel verbunden sind die Forderungen zur Energieeinsparung auch auf dem Sektor der Museen. Dies f\u00fchrt momentan zu starken Diskussionen hinsichtlich der aktuellen Klimasollwerte. Diese Werte beruhen vielmehr auf der technischen Machbarkeit als auf systematischer Untersuchungen zur Reaktion von Kunstwerken auf klimatische Schwankungen. Um zuk\u00fcnftig richtig und rechtzeitig zu reagieren bzw. pr\u00e4ventiv zu agieren, m\u00fcssen die m\u00f6glichen Auswirkungen erforscht werden.Die meisten Kunstwerke bestehen aus hygroskopischen Materialien, d. h. sie reagieren auf \u00c4nderungen des Raumklimas mit Aufnahme bzw. Abgabe von Feuchtigkeit (Sorption). Das f\u00fchrt dazu, dass sie sich je nach klimatischer Ver\u00e4nderung ausdehnen oder schrumpfen. Kunstwerke bestehen meist nicht aus einem Material, sondern aus einem mehrschichtigen Aufbau unterschiedlicher (organischer) Komponenten. Ein mittelalterliches Tafelbild kann beispielsweise auf dem mit Leim abgesperrten Holztr\u00e4ger eine oder mehrere Grundierungsschichten haben, danach folgt die mehrschichtig aufgetragene Malerei, die mit einem Schutz\u00fcberzug (Firnis) versehen ist. Wegen dem materialspezifisch ungleichen Quellverhalten und damit ungleichen Dimensions\u00e4nderungen der einzelnen Schichten entstehen Spannungen im Verbund, die zu Rissen und Lockerungen bis hin zum Verlust der originalen Substanz f\u00fchren k\u00f6nnen. Abh\u00e4ngig vom Material werden unterschiedliche Werte f\u00fcr relative Feuchtigkeit und Temperatur empfohlen. Die idealen Lagerbedingungen f\u00fcr Metalle zwischen 15 und 40 % rF (Hilbert 2002) sind beispielsweise f\u00fcr gefasste Holzoberfl\u00e4chen zu niedrig. Bei kombinierten Raumausstattungen muss ein Kompromiss gefunden werden, der f\u00fcr alle Materialien akzeptabel ist. Um eine Risikoabsch\u00e4tzung vornehmen zu k\u00f6nnen, bedarf es der genauen Kenntnis des Materialverbundes und dessen Verhalten bei klimatischen Schwankungen.Generell sollten die Werte f\u00fcr relative Feuchte an den jeweiligen Oberfl\u00e4chen nicht \u00fcber 70 % rF liegen, da sonst das Risiko mikrobiologischen Befalls hoch ist. Gleichzeitig bewirkt eine hohe relative Feuchte ein starkes Anquellen der Materialien; Glutinleim, der als Bindemittel f\u00fcr Grundierungen und Malerei verwendet wird, verliert beispielweise bei 80% rF seine Klebkraft. Unterhalb von 35 % rF besteht bei organischen Materialien die Gefahr der physikalischen Ver\u00e4nderung, wie  z. B. Materialverspr\u00f6dung.Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen von klimatischen Kurzzeitschwankungen auf Kunstwerke zu erforschen und die aktuellen Vorgaben der Schwankungsbreiten zu pr\u00fcfen. Dies wird durch die Verbindung von drei unterschiedlichen Herangehensweisen erreicht. Zum einen werden In-Situ-Untersuchungen an unklimatisierter historischer Ausstattung durchgef\u00fchrt. Zum anderen erfolgen  Klimaschrankversuche mit Dummies und gealterten Kunstwerken und die parallele Simulation der Reaktion von Schwankungen der relativen Feuchte an Kunstwerken mittels hygrothermischer Software. F\u00fcr die Untersuchung vor Ort sind drei Fallstudien ausgew\u00e4hlt: der 2005 neu gefasste und vergoldete Hochaltar in der Filialkirche St. Margaretha in Roggersdorf, die historische Ausstattung im T\u00fcrkischen Saal im K\u00f6nigshaus am Schachen sowie die Ausstattung der Prunkr\u00e4ume in Schloss Linderhof.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimawirkungen auf den kunsttechnischen MaterialverbundDas kulturelle Erbe ist f\u00fcr unsere Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Dieses Erbe ist in naher Zukunft von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. 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