{"id":52844,"date":"2026-10-23T12:50:50","date_gmt":"2026-10-23T10:50:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20009-049\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:51","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:51","slug":"20009-049","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20009-049\/","title":{"rendered":"Geoengineering als Rechtsproblem &#8211; Eine Untersuchung des Geoengineerings sowohl am Ma\u00c3\u0178stab des geltenden Rechts als auch im Hinblick auf die Schaffung eines k\u00c3\u00bcnftigen Rechtsrahmens"},"content":{"rendered":"<p>Geoengineering als RechtsproblemGegenstand des Vorhabens ist eine juristische Analyse der verschiedenen Techniken des Geoengineerings sowohl am Ma\u00c3\u0178stab des geltenden Rechts als auch im Hinblick auf die Schaffung eines k\u00c3\u00bcnftigen Rechtsrahmens. Unter dem Begriff des \u00e2\u20ac\u017eGeoengineerings\u00e2\u20ac\u0153 werden verschiedene Techniken zusammengefasst, die durch gezielte Eingriffe in das Klimasystem eine Abk\u00c3\u00bchlung der Erde bewirken sollen. Solche Techniken sind z.B. die k\u00c3\u00bcnstliche Steigerung der Population von Phytoplankton durch &#8220;D\u00c3\u00bcngung&#8221; des Meeres mit Eisen, wodurch gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Mengen des Treibhausgases CO2 mittelfristig gebunden werden sollen, oder auch die k\u00c3\u00bcnstliche Schaffung eines Schutzschildes aus Schwefelpartikeln in der Stratosph\u00c3\u00a4re zum Schutz vor einfallender Sonneneinstrahlung.Die durch das Geoengineering bewirkten gezielten Eingriffe in das Erdsystem begegnen zahlreichen ethischen, politischen, sozialen und nicht zuletzt juristischen Bedenken.Trotz oder gerade wegen dieser Bedenken ist eine umfassende Besch\u00c3\u00a4ftigung mit dem Ph\u00c3\u00a4nomen Geoengineering dringend angezeigt. Schlie\u00c3\u0178lich kann noch nicht abgesehen werden, ob den traditionellen Ans\u00c3\u00a4tzen zur Bek\u00c3\u00a4mpfung der Erderw\u00c3\u00a4rmung und zur Anpassung an den Klimawandel Erfolg beschieden sein wird. Die schon heute erfolgende aktive Erforschung und Erprobung von Geoengineeringtechniken macht aus dem Gedankenexperiment &#8220;Geoengineering&#8221; dar\u00c3\u00bcber hinaus ein akutes Problem. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob und inwieweit die Erprobung des Geoengineerings und sein tats\u00c3\u00a4chlicher Einsatz mit dem geltenden Recht zu vereinbaren sind. Au\u00c3\u0178erdem wird die Frage aufgeworfen, wie ein k\u00c3\u00bcnftiger Ordnungsrahmen f\u00c3\u00bcr das Geoengineering angemessen auszugestalten w\u00c3\u00a4re.Was die Frage nach dem Status des Geoengineering unter schon heute geltendem Recht anbelangt, ist festzuhalten, dass bisher keine Rechtsvorschriften existieren, die sich ausdr\u00c3\u00bccklich mit dem Geoengineering als solchem oder seinen einzelnen Erscheinungsformen befassen. Die ma\u00c3\u0178geblichen Vorschriften sind daher in den allgemeinen, insbesondere v\u00c3\u00b6lkerrechtlichen Regelwerken zu suchen, die bestimmte Umweltauswirkungen in den Blick nehmen. Ma\u00c3\u0178st\u00c3\u00a4be f\u00c3\u00bcr die angesprochene Erh\u00c3\u00b6hung der Population des Phytoplanktons durch &#8220;Eisend\u00c3\u00bcngung&#8221; werden sich beispielsweise unter anderem aus dem Seerechts\u00c3\u00bcbereinkommen der Vereinten Nationen und der London Dumping Convention ergeben. Der Bildung eines Sonnenschildes aus Schwefelpartikeln in der Stratosph\u00c3\u00a4re werden m\u00c3\u00b6glicherweise durch die Long-Range Transboundary Air Pollution Convention rechtliche Grenzen gesetzt. Dar\u00c3\u00bcber hinaus ist zu untersuchen, welche Erkenntnisse sich f\u00c3\u00bcr das Geoengineering aus den allgemeinen umweltrechtlichen Prinzipien wie dem R\u00c3\u00bccksichtnahmegebot oder dem Vorsorgeprinzip gewinnen lassen. Bei der sich anschlie\u00c3\u0178enden Untersuchung der Schaffung eines k\u00c3\u00bcnftigen Rechtsrahmens kommt es darauf an, den bestehenden Regelungsbedarf aufzuzeigen und zu pr\u00c3\u00bcfen, inwieweit das Recht geeignete Instrumente zur sachgerechten Erfassung der Problematik bereitstellt. Die sich hier stellenden Fragen reichen von der Ausgestaltung eines angemessenen Verfahrens zur Erforschung und Erprobung des Geoengineerings bis hin zur Aufstellung von Zul\u00c3\u00a4ssigkeitsvoraussetzungen und Entscheidungsmechanismen f\u00c3\u00bcr den tats\u00c3\u00a4chlichen Einsatz.Dabei gilt es insbesondere, dem Problem der uneinheitlichen politischen Interessenlage innerhalb der Staatengemeinschaft und den vielen mit dem Geoengineering verbundenen Unsicherheiten und Risiken Herr zu werden.Soweit erforderlich, wird sich die Untersuchung auch der Erkenntnisse anderer Wissenschaften bedienen. Angesprochen ist damit insbesondere die technisch- naturwissenschaftliche Seite des Geoengineerings. Aber auch politische, \u00c3\u00b6konomische und soziale Faktoren werden insbesondere beim Entwurf eines k\u00c3\u00bcnftigen Ordnungsrahmens eine bedeutende Rolle spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geoengineering als RechtsproblemGegenstand des Vorhabens ist eine juristische Analyse der verschiedenen Techniken des Geoengineerings sowohl am Ma\u00c3\u0178stab des geltenden Rechts als auch im Hinblick auf die Schaffung eines k\u00c3\u00bcnftigen Rechtsrahmens. Unter dem Begriff des \u00e2\u20ac\u017eGeoengineerings\u00e2\u20ac\u0153 werden verschiedene Techniken zusammengefasst, die durch gezielte Eingriffe in das Klimasystem eine Abk\u00c3\u00bchlung der Erde bewirken sollen. 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