{"id":52831,"date":"2026-10-23T12:50:50","date_gmt":"2026-10-23T10:50:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-063\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:50","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:50","slug":"20010-063","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-063\/","title":{"rendered":"Priming der Herbivorenabwehr von Nicotiana attenuata nach Eiablage durch Manduca sexta: ein nat\u00c3\u00bcrlicher Mechanismus mit Potential f\u00c3\u00bcr den biologischen Pflanzenschutz?"},"content":{"rendered":"<p>Priming der Herbivorenabwehr von Nicotiana attenuata nach Eiablage durch Manduca sexta<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Pflanzen haben vielf\u00c3\u00a4ltige Abwehrmechanismen entwickelt, um sich gegen Herbivore zu wehren. Oft l\u00c3\u00b6st erst der Befall mit Schadinsekten die Produktion von toxischen Sekund\u00c3\u00a4rmetaboliten aus, obwohl diese Aktivierung mitunter Tage dauern kann, in denen die Pflanze noch schutzlos ist. Dennoch lohnt sich diese Induzierbarkeit, da die Herstellung der Abwehrsubstanzen Ressourcen ben\u00c3\u00b6tigt, die in Abwesenheit von Herbivoren f\u00c3\u00bcr Wachstum und Reproduktion genutzt werden k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In den letzten Jahren wurde ein Mechanismus der induzierten Pflanzenabwehr bekannt, bei dem Pflanzen eine beschleunigte und gesteigerte Abwehrreaktion auf Befall zeigen, wenn sie zuvor bereits einem Befall ausgesetzt waren. Dieses Verm\u00c3\u00b6gen einer verst\u00c3\u00a4rkten Abwehr nennt man Priming. Die Pflanze ist zun\u00c3\u00a4chst in einer Art Alarmbereitschaft und erspart sich die kostenintensive Synthese von Abwehrsubstanzen. Erst bei einem tats\u00c3\u00a4chlichen Befall aktiviert sie ihre Abwehr, die schneller und st\u00c3\u00a4rker ausf\u00c3\u00a4llt. F\u00c3\u00bcr Priming gegen Herbivore ist bekannt, dass Duftstoffe von benachbarten, befallenen Pflanzen ein Priming der Pflanzenabwehr gegen erneuten Herbivorenbefall ausl\u00c3\u00b6sen k\u00c3\u00b6nnen. Ein anderes, zuverl\u00c3\u00a4ssiges Signal f\u00c3\u00bcr einen zuk\u00c3\u00bcnftigen Befall ist die Eiablage von herbivoren Schadinsekten, die zumeist an der Wirtspflanze erfolgt. Demnach w\u00c3\u00a4re eine erh\u00c3\u00b6hte Alarmbereitschaft f\u00c3\u00bcr eine Pflanze, an die Herbivoreneier gelegt wurden, sehr sinnvoll. <\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit Hilfe von \u00c3\u00b6kologischen, chemischen und molekularen Methoden werden Effekte von Eiablagen des Tabakschw\u00c3\u00a4rmers (Manduca sexta) auf die fra\u00c3\u0178induzierte Abwehr des wilden Tabak (Nicotiana attenuata) untersucht werden. Mittels chromatographischer Verfahren (HPLC, GC-MS) und Enzymaktivit\u00c3\u00a4ttests werden Sekund\u00c3\u00a4rmetabolite und Phytohormone analysiert. In Biotests werden Eiablageeffekte auf die Larvalentwicklung und die indirekte Abwehr durch Duftstoffe (Y-Olfaktometer) untersucht. Die Regulation relevanter Signalwege wird mit quantitativer Real Time PCR analysiert. Anhand von Pflanzenfitnessparametern werden Kosten und Nutzen des Priming ermittelt. Ein detailliertes Verst\u00c3\u00a4ndnis der nat\u00c3\u00bcrlichen Pflanzenabwehr birgt das Potential neuer Ans\u00c3\u00a4tze f\u00c3\u00bcr einen gesundheits- und umweltvertr\u00c3\u00a4glichen Pflanzenschutz. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen k\u00c3\u00b6nnten wichtige Beitr\u00c3\u00a4ge f\u00c3\u00bcr die Anwendung in der biologischen Sch\u00c3\u00a4dlingsbek\u00c3\u00a4mpfung leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Priming der Herbivorenabwehr von Nicotiana attenuata nach Eiablage durch Manduca sexta Pflanzen haben vielf\u00c3\u00a4ltige Abwehrmechanismen entwickelt, um sich gegen Herbivore zu wehren. Oft l\u00c3\u00b6st erst der Befall mit Schadinsekten die Produktion von toxischen Sekund\u00c3\u00a4rmetaboliten aus, obwohl diese Aktivierung mitunter Tage dauern kann, in denen die Pflanze noch schutzlos ist. Dennoch lohnt sich diese Induzierbarkeit, da [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52831","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20010\/063","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Bandoly","dbu_stipendiaten_vorname":"Mich\u00c3\u00a8le","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2010-06-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2013-05-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Freie Universit\u00c3\u00a4t Berlin<br>FB Biologie, Chemie, Pharmazie<br>Institut f\u00c3\u00bcr Biologie - Molekulare \u00c3\u2013kologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Anke Steppuhn","dbu_stipendiaten_email_dienst":"michele.bandoly@gmx.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58843,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52831\/revisions\/58843"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}