{"id":52831,"date":"2026-02-11T10:48:52","date_gmt":"2026-02-11T09:48:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-063\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:53","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:53","slug":"20010-063","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-063\/","title":{"rendered":"Priming der Herbivorenabwehr von Nicotiana attenuata nach Eiablage durch Manduca sexta: ein nat\u00fcrlicher Mechanismus mit Potential f\u00fcr den biologischen Pflanzenschutz?"},"content":{"rendered":"<p>Priming der Herbivorenabwehr von Nicotiana attenuata nach Eiablage durch Manduca sexta<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Pflanzen haben vielf\u00e4ltige Abwehrmechanismen entwickelt, um sich gegen Herbivore zu wehren. Oft l\u00f6st erst der Befall mit Schadinsekten die Produktion von toxischen Sekund\u00e4rmetaboliten aus, obwohl diese Aktivierung mitunter Tage dauern kann, in denen die Pflanze noch schutzlos ist. Dennoch lohnt sich diese Induzierbarkeit, da die Herstellung der Abwehrsubstanzen Ressourcen ben\u00f6tigt, die in Abwesenheit von Herbivoren f\u00fcr Wachstum und Reproduktion genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In den letzten Jahren wurde ein Mechanismus der induzierten Pflanzenabwehr bekannt, bei dem Pflanzen eine beschleunigte und gesteigerte Abwehrreaktion auf Befall zeigen, wenn sie zuvor bereits einem Befall ausgesetzt waren. Dieses Verm\u00f6gen einer verst\u00e4rkten Abwehr nennt man Priming. Die Pflanze ist zun\u00e4chst in einer Art Alarmbereitschaft und erspart sich die kostenintensive Synthese von Abwehrsubstanzen. Erst bei einem tats\u00e4chlichen Befall aktiviert sie ihre Abwehr, die schneller und st\u00e4rker ausf\u00e4llt. F\u00fcr Priming gegen Herbivore ist bekannt, dass Duftstoffe von benachbarten, befallenen Pflanzen ein Priming der Pflanzenabwehr gegen erneuten Herbivorenbefall ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Ein anderes, zuverl\u00e4ssiges Signal f\u00fcr einen zuk\u00fcnftigen Befall ist die Eiablage von herbivoren Schadinsekten, die zumeist an der Wirtspflanze erfolgt. Demnach w\u00e4re eine erh\u00f6hte Alarmbereitschaft f\u00fcr eine Pflanze, an die Herbivoreneier gelegt wurden, sehr sinnvoll. <\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit Hilfe von \u00f6kologischen, chemischen und molekularen Methoden werden Effekte von Eiablagen des Tabakschw\u00e4rmers (Manduca sexta) auf die fra\u00dfinduzierte Abwehr des wilden Tabak (Nicotiana attenuata) untersucht werden. Mittels chromatographischer Verfahren (HPLC, GC-MS) und Enzymaktivit\u00e4ttests werden Sekund\u00e4rmetabolite und Phytohormone analysiert. In Biotests werden Eiablageeffekte auf die Larvalentwicklung und die indirekte Abwehr durch Duftstoffe (Y-Olfaktometer) untersucht. Die Regulation relevanter Signalwege wird mit quantitativer Real Time PCR analysiert. Anhand von Pflanzenfitnessparametern werden Kosten und Nutzen des Priming ermittelt. Ein detailliertes Verst\u00e4ndnis der nat\u00fcrlichen Pflanzenabwehr birgt das Potential neuer Ans\u00e4tze f\u00fcr einen gesundheits- und umweltvertr\u00e4glichen Pflanzenschutz. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen k\u00f6nnten wichtige Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Anwendung in der biologischen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Priming der Herbivorenabwehr von Nicotiana attenuata nach Eiablage durch Manduca sexta Pflanzen haben vielf\u00e4ltige Abwehrmechanismen entwickelt, um sich gegen Herbivore zu wehren. 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