{"id":52829,"date":"2026-10-23T12:50:47","date_gmt":"2026-10-23T10:50:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-065\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:49","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:49","slug":"20010-065","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-065\/","title":{"rendered":"Genetische und \u00c3\u00b6kologische Methoden des angewandten Artenschutzes vor dem Hintergrund anthropogener Ma\u00c3\u0178nahmen am Beispiel der FFH-Art Kammmolche (Triturus cristatus)"},"content":{"rendered":"<p>Angewandte Naturschutzgenetik am Beispiel der FFH-Art Kammmolch<\/p>\n<p>Amphibien geh\u00c3\u00b6ren weltweit zu der am st\u00c3\u00a4rksten bedrohten und am schnellsten schwindenden Wirbeltierklasse \u00c3\u00bcberhaupt. Die Gr\u00c3\u00bcnde f\u00c3\u00bcr diesen z. T. katastrophalen R\u00c3\u00bcckgang sind sehr unterschiedlich und reichen von Habitatzerst\u00c3\u00b6rung und -Fragmentierung, klimatischen Ver\u00c3\u00a4nderungen im Zuge der globalen Erw\u00c3\u00a4rmung bis hin zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Diese Bedrohung trifft auch auf viele unserer einheimischen Amphibien zu. Der Kammmolch (Triturus cristatus) in Deutschland ist eine besonders stark gef\u00c3\u00a4hrdete Art und wird daher auch in Anhang II und IV der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie gelistet. Trotz seines hohen Schutzstatus und seiner allgemeinen Gef\u00c3\u00a4hrdung wurden im Jahre 2001 in dem bis dahin gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ten bekannten Vorkommen des Kammmolches im gesamten Verbreitungsgebiet der Art, einem Altarmgebiet des Rheines in unmittelbarer N\u00c3\u00a4he der Stadt Krefeld, Bau- und Umstrukturierungsma\u00c3\u0178nahmen durchgef\u00c3\u00bchrt. Im Zuge eines Bestandsmonitoring in den Jahren 2004 bis 2006 konnte nachgewiesen werden, dass die entstandenen Habitatver\u00c3\u00a4nderungen so drastisch waren, dass die gro\u00c3\u0178e zentrale Subpopulation des Gesamtvorkommens mit ehemals mehr als 8000 Tieren auf unter einhundert Tiere im Jahr 2006 geschrumpft war. Ich m\u00c3\u00b6chte im Laufe meiner Promotion nun die langfristigen Folgen dieses massiven Eingriffes f\u00c3\u00bcr die Gesamtpopulation der Kammmolche mit modernen und integrativen Ans\u00c3\u00a4tzen weiter untersuchen um so die Grundlagen f\u00c3\u00bcr ein effektives Management dieser Population zu legen. Ziel soll es sein zum einen die Beobachtungsans\u00c3\u00a4tze (Monitoring der Habitatqualit\u00c3\u00a4t und Bestimmung der \u00c3\u00b6kologischen Populationsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e einzelner Subpopulationen) aus der Vorg\u00c3\u00a4ngerstudie fortzusetzen, zum anderen soll die Populationsstruktur der Kammmolche mittels genetischer Ans\u00c3\u00a4tze genauer untersucht werden. Hierbei ist es mir vor allem wichtig, die effektive Populationsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e, also die Anzahl der sich reproduzierenden Individuen, der einzelnen Vorkommen zu bestimmen und die Richtung und Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e der Migration zwischen den einzelnen Subpopulationen im Gebiet zu bestimmen. Aufgrund der generellen Anwendbarkeit der verwendeten genetischen Ans\u00c3\u00a4tze und Konzepte erwarte ich ebenfalls eine sehr gute \u00c3\u0153bertragbarkeit meiner Untersuchungsans\u00c3\u00a4tze und Ergebnisse f\u00c3\u00bcr andere FFH-Arten in \u00c3\u00a4hnlich gelagerten Konfliktsituationen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angewandte Naturschutzgenetik am Beispiel der FFH-Art Kammmolch Amphibien geh\u00c3\u00b6ren weltweit zu der am st\u00c3\u00a4rksten bedrohten und am schnellsten schwindenden Wirbeltierklasse \u00c3\u00bcberhaupt. Die Gr\u00c3\u00bcnde f\u00c3\u00bcr diesen z. T. katastrophalen R\u00c3\u00bcckgang sind sehr unterschiedlich und reichen von Habitatzerst\u00c3\u00b6rung und -Fragmentierung, klimatischen Ver\u00c3\u00a4nderungen im Zuge der globalen Erw\u00c3\u00a4rmung bis hin zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten. 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