{"id":52827,"date":"2026-02-11T10:48:52","date_gmt":"2026-02-11T09:48:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-067\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:52","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:52","slug":"20010-067","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-067\/","title":{"rendered":"Der Einfluss von Pilznetzwerken auf die Bioverf\u00fcgbarkeit und den Abbau erd\u00f6lbasierter Schadstoffe in B\u00f6den"},"content":{"rendered":"<p>Einfluss von Pilznetzwerken auf Bioverf\u00fcgbarkeit und Abbau erd\u00f6lbasierter SchadstoffeHydrophobe organische Schadstoffe (hydrophobic organic conatminants &#8211; HOC) k\u00f6nnen auf vielf\u00e4ltigem Wege &#8211; z.B. durch Verbrennungsprozesse, Unf\u00e4lle oder unsachgem\u00e4\u00dfe Anwendung &#8211; in den Boden gelangen und sind daher ubiquit\u00e4r. Aufgrund ihrer geringen Fl\u00fcchtigkeit und hohen Hydrophobizit\u00e4t reichern sie sich mit jedem Eintrag im Boden an und stellen aufgrund ihrer potentiell mutagenen, teratogenen und karzinogenen Eigenschaften auch eine erhebliche Gefahr f\u00fcr den Menschen dar. Eine Regenerierung kontaminierter B\u00f6den ist daher von bedeutendem Interesse und vor allem der Schadstoffabbau durch im Boden ans\u00e4ssige Mikroorganismen birgt ein gro\u00dfes Potential. Viele bodenbewohnende Bakterien sind in der Lage, Schadstoffe als Energiequelle zu nutzen und damit zu unsch\u00e4dlichen Endprodukten abzubauen. Allerdings sind im Boden die Diffusion von Schadstoffen und die Beweglichkeit von Bakterien durch Adsorptionsprozesse stark eingeschr\u00e4nkt, sodass ein mikrobieller Abbau nur bedingt stattfinden kann (geringe Schadstoff-Bioverf\u00fcgbarkeit). Um einen effektiven Abbau zu erm\u00f6glichen und die Schadstoff-Bioverf\u00fcgbarkeit zu steigern, m\u00fcssen daher Mikroorganismen und Schadstoffe durch Verteilung bzw. Mobilisierung im Boden einander n\u00e4her gebracht werden.Pilze sind im Gegensatz zu Bakterien aufgrund ihrer filament\u00f6sen Wuchsform nicht auf wasserges\u00e4ttigte Porenr\u00e4ume im Boden angewiesen. Sie k\u00f6nnen ebenfalls luftgef\u00fcllte Bereiche durchwachsen und so wasserges\u00e4ttigte bzw. \u2013unges\u00e4ttigte Porenr\u00e4ume br\u00fccken\u00e4hnlich verbinden. Damit stellen sie im Boden durchg\u00e4ngige Oberfl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung, entlang derer sich Bakterien fortbewegen (\u201efungal highways\u201c) und vorher unzug\u00e4ngliche Bereiche erreichen k\u00f6nnen. K\u00fcrzlich konnte zudem ein Transport von Schadstoffen innerhalb des cytoplasmatischen Stroms des filament\u00f6sen Modellorganismus Pythium ultimum nachgewiesen werden (\u201efungal pipelines\u201c), was darauf hindeutet, dass neben Bakterien ebenfalls Schadstoffe im Bodenraum durch Pilznetzwerke verteilt werden k\u00f6nnen. In meiner Promotion besch\u00e4ftige ich mich mit der Fragestellung, ob Pilze in ihrer Funktion als \u201efungal highways\u201c und \u201efungal pipelines\u201c zur Erh\u00f6hung der Schadstoff-Bioverf\u00fcgbarkeit und des Schadstoff-Abbaus in B\u00f6den beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einfluss von Pilznetzwerken auf Bioverf\u00fcgbarkeit und Abbau erd\u00f6lbasierter SchadstoffeHydrophobe organische Schadstoffe (hydrophobic organic conatminants &#8211; HOC) k\u00f6nnen auf vielf\u00e4ltigem Wege &#8211; z.B. durch Verbrennungsprozesse, Unf\u00e4lle oder unsachgem\u00e4\u00dfe Anwendung &#8211; in den Boden gelangen und sind daher ubiquit\u00e4r. 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