{"id":52814,"date":"2026-02-09T10:50:02","date_gmt":"2026-02-09T09:50:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-080\/"},"modified":"2026-02-09T10:50:03","modified_gmt":"2026-02-09T09:50:03","slug":"20010-080","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-080\/","title":{"rendered":"Neue Aspekte der Luftbelastung durch Wechselwirkung von Stadtklima und Innenraumluft"},"content":{"rendered":"<p>Neue Aspekte der Luftbelastung durch Wechselwirkung von Stadtklima und InnenraumluftDer Mensch ist in den vergangenen Jahren immer wieder von Extremwetterereignissen \u00fcberrascht worden, wobei er die Schuld an der Ver\u00e4nderung des Klimas offenkundig mit tr\u00e4gt. Durch die zunehmende Industrialisierung und den erh\u00f6hten Verbrauch unwiderruflicher Ressourcen sch\u00e4digt der Mensch nicht nur die Umwelt sondern ruft auch gleichzeitig eine Verschlechterung seiner urbanen Umgebungsbedingungen hervor.Der erh\u00f6hte Aussto\u00df von Luftschadstoffen verschlechtert die Luftqualit\u00e4t in St\u00e4dten, sodass in den Sommermonaten immer h\u00e4ufiger \u00dcberschreitungen bestimmter Grenzwerte (Ozon) stattfinden. Daneben kann es zu Modifikationen der Stabilit\u00e4t der Luftschichtung, der Temperatur und des Feuchtegehalts der Luft, und der Mischung und Konzentration von Schadstoffen kommen. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Gemischen urbaner Luftschadstoffe (leicht fl\u00fcchtige Kohlenwasserstoffe, Ozon, OH-Radikale, Stickoxide) und deren Ver\u00e4nderung unter dem Einfluss der Luftfeuchtigkeit wurden in den letzten Jahren intensiv untersucht. Beispielsweise entstehen ultrafeine Partikel durch die Reaktion von ?-Pinen mit Ozon. Formaldehyd wird durch die Reaktion von ?-Pinen mit Stickoxiden gebildet.Die ver\u00e4nderte Au\u00dfenluft hat Einfluss auf die Qualit\u00e4t der Luft in Innenr\u00e4umen, in denen der Mensch nahezu 80% des Tages verbringt. In vielen Studien wurde berichtet, dass in Industriel\u00e4ndern die Luft in geschlossenen R\u00e4umen oft sehr stark belastet ist und das Spektrum der Schadstoffe von den darin durchgef\u00fchrten T\u00e4tigkeiten beeinflusst wird. Diese Stoffe k\u00f6nnen bei der Durchmischung mit Spurengasen der Au\u00dfenluft modifiziert werden, mit ihnen reagieren und neue Schadstoffe bilden. J\u00fcngst erschienene Ergebnisse \u00fcber die Reaktionen zwischen Luftschadstoffen machen die Untersuchung des Einflusses von Stadtluft auf den Innenraum sehr aktuell. Deshalb widmet sich die Promotion folgenden drei Fragestellungen:a)\tLassen sich am Spektrum von organischen Spurengasen in Innenr\u00e4umen Belastungsmuster erkennen, die eine neuartige Klassifikation nach Belastungstypen und die Zuordnung von Quellen (Fingerabdr\u00fccke) erm\u00f6glichen? Welche Minderungsstrategien lassen sich daraus ableiten?b)\tWie reagieren diese Kontaminationen der Innenraumluft mit Schadstoffen der urbanen Au\u00dfenluft? Besondere Wissensl\u00fccken bestehen hinsichtlich der Bildung von Formaldehyd und ultrafeinen Partikeln, die beide Gesundheitsrisiken darstellen. Bei Laborexperimenten und Au\u00dfenmessungen konnte die Umwandlung von Terpenen mit NOx und Ozon beobachtet werden. Es soll nun hier untersucht werden, wie und in welcher Intensit\u00e4t diese Prozesse im Innenraum ablaufen, oder ob es zumindest gewisse Parallelen in den Umwandlungsprozessen gibt. Neben der Neubildung von Partikeln kann es auch zu Adsorptionseffekten von Kohlenwasserstoffen an Partikeln kommen.c)\tWelche Luftwechselrate ist f\u00fcr Wohnungen im Stadtgebiet repr\u00e4sentativ? Wie werden die unter (b) untersuchten Reaktionen durch das L\u00fcftungsverhalten beeinflusst? F\u00fcr die Qualit\u00e4t der Innenraumluft sind diese wichtig, um Prozesse der Koexistenz von Gas- und Partikelphase, Auflagerung von Gasen auf Partikel und Partikelneubildung richtig einzusch\u00e4tzen. Deshalb ist ein innovatives (indirektes) Verfahren zur Bestimmung der durchschnittlichen Luftwechselrate vorzuschlagen und zu testen.Die neusten Ergebnisse zur Bildung von luftgetragenen Partikeln, die beobachtete hohe Belastung von Innenr\u00e4umen mit Terpenen und die Diskussionen einer in Zukunft m\u00f6glicherweise h\u00f6heren bodennahen Ozonkonzentration unterstreichen die Aktualit\u00e4t der geplanten Forschungsarbeiten.Vorl\u00e4ufige Ergebnisse: Im ersten Zeitraum des F\u00f6rderungsjahres konnten weitreichende Erkenntnisse zu VOC-Mustern in Innenr\u00e4umen mittels verschiedener statistischer Verfahren gewonnen werden. Die Ergebisse werden in den n\u00e4chsten Monaten publiziert. Die bei der statistischen Ausweretung gefundenen Wohnungen werden im kommenden Jahr hinsichtlich ihrer Affinit\u00e4t zur Partikelneubildung untersucht. Im zweiten Zeitraum des F\u00f6rderungsjahres konnten erste Versuche hinsichtlich der VOC-Konzentration nach Renovierungsereignissen und des Luftwechseleinflusses durchgef\u00fchrt werden. Es konnte gezeigt werden, dass in bewohnten Innenr\u00e4umen die Konzentration von VOC erh\u00f6ht sind, die mit der t\u00e4glichen Pflege verbunden sind. Emissionen aus hier betrachteten Einrichtungsgegenst\u00e4nden waren nur kurzweilige VOC-Quellen f\u00fcr den Innenraum. Auf diesem Gebiet ist der Grundstein gelegt, der den Ausgangspunkt f\u00fcr die folgenden Jahre der F\u00f6rderung darstellt. Es konnte gezeigt werden, dass Partikelbildungsprozesse m\u00f6glich w\u00e4ren, jedoch eine Vielzahl an Versuchen zur Verifizierung dieser Hypothese ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Aspekte der Luftbelastung durch Wechselwirkung von Stadtklima und InnenraumluftDer Mensch ist in den vergangenen Jahren immer wieder von Extremwetterereignissen \u00fcberrascht worden, wobei er die Schuld an der Ver\u00e4nderung des Klimas offenkundig mit tr\u00e4gt. Durch die zunehmende Industrialisierung und den erh\u00f6hten Verbrauch unwiderruflicher Ressourcen sch\u00e4digt der Mensch nicht nur die Umwelt sondern ruft auch gleichzeitig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52814","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20010\/080","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"R\u00f6sch","dbu_stipendiaten_vorname":"Carolin","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2010-09-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2013-08-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Universit\u00e4t Leipzig<br>Leipziger Institut f\u00fcr Meteorologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Manfred Wendisch","dbu_stipendiaten_email_dienst":"carolin_roesch86@yahoo.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52814\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58826,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52814\/revisions\/58826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}