{"id":52800,"date":"2026-10-23T12:50:44","date_gmt":"2026-10-23T10:50:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-095\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:46","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:46","slug":"20010-095","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-095\/","title":{"rendered":"Der Effekt von Baumarten-Diversit\u00c3\u00a4t auf die H\u00c3\u00a4ufigkeit und die Diversit\u00c3\u00a4t parasitischer Blattpilze in europ\u00c3\u00a4ischen Baum-Diversit\u00c3\u00a4ts-Experimenten"},"content":{"rendered":"<p>Der Effekt von Baumarten-Diversit\u00e4t auf die H\u00e4ufigkeit und die Diversit\u00e4t parasitischer BlattpilzeDieses Stipendium soll den Zusammenhang von Biodiversit\u00c3\u00a4t und \u00c3\u2013kosystemfunktionen hinsichtlich des Befalls der Pflanzen durch Pathogene untersuchen. Es ist bereits bekannt, dass Schl\u00c3\u00bcsselprozesse (z.B. Sukzession, N\u00c3\u00a4hrstoffkreisl\u00c3\u00a4ufe) in \u00c3\u2013kosystemen ma\u00c3\u0178geblich durch Pathogene kontrolliert werden, indem sie die Diversit\u00c3\u00a4t von Gemeinschaften sowie deren langfristige und evolution\u00c3\u00a4re Entwicklung entscheidend beeinflussen. Desweiteren sind Pilz-Pathogene durch ihre Pr\u00c3\u00a4senz oder auch Absenz imstande, Dominanzverh\u00c3\u00a4ltnisse in \u00c3\u2013kosystemen zu beeinflussen. In dieser Hinsicht k\u00c3\u00b6nnen pathogene Pilze nicht nur einen direkten Einfluss auf Pflanzengemeinschaften aus\u00c3\u00bcben, sondern \u00c3\u00bcber eine Sch\u00c3\u00a4digung auch andere indirekte Folgen verursachen. Andererseits verm\u00c3\u00b6gen auch nativ vorkommende Pathogene die Konkurrenzf\u00c3\u00a4higkeit heimischer Arten gegen\u00c3\u00bcber Invasoren zu minimieren, wenn diese durch gesteigerte Infektionen einen Verlust in der Biomasseproduktion und Reproduktion, ausgel\u00c3\u00b6st durch anthropogene Faktoren, erleiden. Desweiteren k\u00c3\u00b6nnen sich ebenfalls exotische Pilz-Pathogene in fremden Gebieten invasiv etablieren, was zum Teil extreme Konsequenzen f\u00c3\u00bcr die native Pflanzengemeinschaft hat. Diese beispielhaften Effekte auf \u00c3\u2013kosystemfunktionen sind vor allem aus dem Blickwinkel des Naturschutzes allarmierend, da gef\u00c3\u00a4hrdete Arten oder auch Artgemeinschaften ebenfalls davon betroffen werden k\u00c3\u00b6nnen. Desweiteren haben Befunde zur \u00c3\u201enderung der Nahrungsnetz-Struktur durch Pathogene eine gro\u00c3\u0178e Relevanz f\u00c3\u00bcr Naturschutz-Fragen, wurden aber bislang nur f\u00c3\u00bcr Tier-Parasiten gezeigt. Die Ber\u00c3\u00bccksichtigung von Pilz-Pathogenen f\u00c3\u00bcr Pflanzen-Gemeinschaften bei naturschutzrelevanten Fragestellungen fehlt bislang v\u00c3\u00b6llig, hat aber ein gro\u00c3\u0178es Potenzial. So k\u00c3\u00b6nnten die hier geplanten Untersuchungen beispielsweise Auskunft dar\u00c3\u00bcber geben, inwieweit die Baumarten-Diversit\u00c3\u00a4t eines Waldes einen Einfluss auf das Auftreten parasitischer Blattpilze hat und damit zur Stabilit\u00c3\u00a4t von Wald\u00c3\u00b6kosystemen beitragen kann. Die Zielstellung f\u00c3\u00bcr diese Promotion ist, Effekte der Diversit\u00c3\u00a4t und Zusammensetzung von Baumarten auf die Diversit\u00c3\u00a4t, Zusammensetzung und H\u00c3\u00a4ufigkeit parasitischer Blattpilze in verschiedenen europ\u00c3\u00a4ischen Baum-Diversit\u00c3\u00a4ts-Experimenten (BEF-Experimenten, biodiversity-ecosystem functioning experiments) sowie in Beobachtungsstudien in alten W\u00c3\u00a4ldern herauszustellen. In dieser Arbeit soll die Hypothese untersucht werden, dass eine h\u00c3\u00b6here Wirt-Diversit\u00c3\u00a4t zum einen die gesamte Pilzdiversit\u00c3\u00a4t erh\u00c3\u00b6ht (qualitativ), zum anderen den Pathogen-Befall auf den Baumarten reduziert (quantitativ). Hierf\u00c3\u00bcr wird der pathogene Befall als prozentualer Anteil der Blattfl\u00c3\u00a4che f\u00c3\u00bcr jeden Blattpilz \u00c3\u00bcber alle Baumarten in den experimentellen Plots und den Beobachtungsplots ermittelt. Die Bestimmung der parasitischen Blattpilze erfolgt qualitativ und quantitativ f\u00c3\u00bcr alle visuellen und mikroskopisch sichtbaren Pilzarten auf zuvor systematisch gesammelten Bl\u00c3\u00a4ttern. Zus\u00c3\u00a4tzlich soll der Effekt der Zusammensetzung der Baumarten-Gemeinschaft auf das Infektionsrisiko analysiert werden, insbesondere durch Identifizierung der krankheitsanf\u00c3\u00a4lligsten Baum- und der infekti\u00c3\u00b6sesten Pilzarten. Durch die erstmalige Ermittlung des pathogenen Befalls in experimentellen Baumarten-Experimenten, er\u00c3\u00b6ffnet die Studie einen wichtigen Beitrag f\u00c3\u00bcr die Quantifizierung der \u00c3\u2013kosystem-Funktionen von Wald-Gemeinschaften.Die Promotionsarbeit ist dabei in das EU-Projekt FunDiv_EUROPE (FUNctional-significance of forest bioDIVersity in EUROPE) integriert. Dieses Netzwerk aus 24 europ\u00c3\u00a4ischen Partnerinstitutionen untersucht neben zahlreichen Beobachtungsfl\u00c3\u00a4chen in nat\u00c3\u00bcrlichen Waldgesellschaften 12 BEF-Experimente mit Baumarten in acht L\u00c3\u00a4ndern. Der Fokus dieser Dissertation wird aber vor allem auf den deutschen Diversit\u00c3\u00a4ts-Experimenten Kreinitz (Sachsen) und BIOTREE (Th\u00c3\u00bcringen) liegen sowie auf dem finnischen Experiment Satakunta, FORBIO in Belgien und ORPHEE in Frankreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Effekt von Baumarten-Diversit\u00e4t auf die H\u00e4ufigkeit und die Diversit\u00e4t parasitischer BlattpilzeDieses Stipendium soll den Zusammenhang von Biodiversit\u00c3\u00a4t und \u00c3\u2013kosystemfunktionen hinsichtlich des Befalls der Pflanzen durch Pathogene untersuchen. Es ist bereits bekannt, dass Schl\u00c3\u00bcsselprozesse (z.B. Sukzession, N\u00c3\u00a4hrstoffkreisl\u00c3\u00a4ufe) in \u00c3\u2013kosystemen ma\u00c3\u0178geblich durch Pathogene kontrolliert werden, indem sie die Diversit\u00c3\u00a4t von Gemeinschaften sowie deren langfristige und evolution\u00c3\u00a4re [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52800","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20010\/095","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"H\u00c3\u00b6nig","dbu_stipendiaten_vorname":"Lydia","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2011-01-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2013-12-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Martin-Luther-Universit\u00c3\u00a4t Halle-Wittenberg<br>Institut f\u00c3\u00bcr Geobotanik und Botanischer Garten","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Helge Bruelheide","dbu_stipendiaten_email_dienst":"lydia.hoenig@botanik.uni-halle.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52800","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52800\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58812,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52800\/revisions\/58812"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}