{"id":52800,"date":"2026-01-27T10:48:35","date_gmt":"2026-01-27T09:48:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-095\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:37","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:37","slug":"20010-095","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-095\/","title":{"rendered":"Der Effekt von Baumarten-Diversit\u00e4t auf die H\u00e4ufigkeit und die Diversit\u00e4t parasitischer Blattpilze in europ\u00e4ischen Baum-Diversit\u00e4ts-Experimenten"},"content":{"rendered":"<p>Der Effekt von Baumarten-Diversit\u00e4t auf die H\u00e4ufigkeit und die Diversit\u00e4t parasitischer BlattpilzeDieses Stipendium soll den Zusammenhang von Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemfunktionen hinsichtlich des Befalls der Pflanzen durch Pathogene untersuchen. Es ist bereits bekannt, dass Schl\u00fcsselprozesse (z.B. Sukzession, N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe) in \u00d6kosystemen ma\u00dfgeblich durch Pathogene kontrolliert werden, indem sie die Diversit\u00e4t von Gemeinschaften sowie deren langfristige und evolution\u00e4re Entwicklung entscheidend beeinflussen. Desweiteren sind Pilz-Pathogene durch ihre Pr\u00e4senz oder auch Absenz imstande, Dominanzverh\u00e4ltnisse in \u00d6kosystemen zu beeinflussen. In dieser Hinsicht k\u00f6nnen pathogene Pilze nicht nur einen direkten Einfluss auf Pflanzengemeinschaften aus\u00fcben, sondern \u00fcber eine Sch\u00e4digung auch andere indirekte Folgen verursachen. Andererseits verm\u00f6gen auch nativ vorkommende Pathogene die Konkurrenzf\u00e4higkeit heimischer Arten gegen\u00fcber Invasoren zu minimieren, wenn diese durch gesteigerte Infektionen einen Verlust in der Biomasseproduktion und Reproduktion, ausgel\u00f6st durch anthropogene Faktoren, erleiden. Desweiteren k\u00f6nnen sich ebenfalls exotische Pilz-Pathogene in fremden Gebieten invasiv etablieren, was zum Teil extreme Konsequenzen f\u00fcr die native Pflanzengemeinschaft hat. Diese beispielhaften Effekte auf \u00d6kosystemfunktionen sind vor allem aus dem Blickwinkel des Naturschutzes allarmierend, da gef\u00e4hrdete Arten oder auch Artgemeinschaften ebenfalls davon betroffen werden k\u00f6nnen. Desweiteren haben Befunde zur \u00c4nderung der Nahrungsnetz-Struktur durch Pathogene eine gro\u00dfe Relevanz f\u00fcr Naturschutz-Fragen, wurden aber bislang nur f\u00fcr Tier-Parasiten gezeigt. Die Ber\u00fccksichtigung von Pilz-Pathogenen f\u00fcr Pflanzen-Gemeinschaften bei naturschutzrelevanten Fragestellungen fehlt bislang v\u00f6llig, hat aber ein gro\u00dfes Potenzial. So k\u00f6nnten die hier geplanten Untersuchungen beispielsweise Auskunft dar\u00fcber geben, inwieweit die Baumarten-Diversit\u00e4t eines Waldes einen Einfluss auf das Auftreten parasitischer Blattpilze hat und damit zur Stabilit\u00e4t von Wald\u00f6kosystemen beitragen kann. Die Zielstellung f\u00fcr diese Promotion ist, Effekte der Diversit\u00e4t und Zusammensetzung von Baumarten auf die Diversit\u00e4t, Zusammensetzung und H\u00e4ufigkeit parasitischer Blattpilze in verschiedenen europ\u00e4ischen Baum-Diversit\u00e4ts-Experimenten (BEF-Experimenten, biodiversity-ecosystem functioning experiments) sowie in Beobachtungsstudien in alten W\u00e4ldern herauszustellen. In dieser Arbeit soll die Hypothese untersucht werden, dass eine h\u00f6here Wirt-Diversit\u00e4t zum einen die gesamte Pilzdiversit\u00e4t erh\u00f6ht (qualitativ), zum anderen den Pathogen-Befall auf den Baumarten reduziert (quantitativ). Hierf\u00fcr wird der pathogene Befall als prozentualer Anteil der Blattfl\u00e4che f\u00fcr jeden Blattpilz \u00fcber alle Baumarten in den experimentellen Plots und den Beobachtungsplots ermittelt. Die Bestimmung der parasitischen Blattpilze erfolgt qualitativ und quantitativ f\u00fcr alle visuellen und mikroskopisch sichtbaren Pilzarten auf zuvor systematisch gesammelten Bl\u00e4ttern. Zus\u00e4tzlich soll der Effekt der Zusammensetzung der Baumarten-Gemeinschaft auf das Infektionsrisiko analysiert werden, insbesondere durch Identifizierung der krankheitsanf\u00e4lligsten Baum- und der infekti\u00f6sesten Pilzarten. Durch die erstmalige Ermittlung des pathogenen Befalls in experimentellen Baumarten-Experimenten, er\u00f6ffnet die Studie einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Quantifizierung der \u00d6kosystem-Funktionen von Wald-Gemeinschaften.Die Promotionsarbeit ist dabei in das EU-Projekt FunDiv_EUROPE (FUNctional-significance of forest bioDIVersity in EUROPE) integriert. Dieses Netzwerk aus 24 europ\u00e4ischen Partnerinstitutionen untersucht neben zahlreichen Beobachtungsfl\u00e4chen in nat\u00fcrlichen Waldgesellschaften 12 BEF-Experimente mit Baumarten in acht L\u00e4ndern. Der Fokus dieser Dissertation wird aber vor allem auf den deutschen Diversit\u00e4ts-Experimenten Kreinitz (Sachsen) und BIOTREE (Th\u00fcringen) liegen sowie auf dem finnischen Experiment Satakunta, FORBIO in Belgien und ORPHEE in Frankreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Effekt von Baumarten-Diversit\u00e4t auf die H\u00e4ufigkeit und die Diversit\u00e4t parasitischer BlattpilzeDieses Stipendium soll den Zusammenhang von Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemfunktionen hinsichtlich des Befalls der Pflanzen durch Pathogene untersuchen. Es ist bereits bekannt, dass Schl\u00fcsselprozesse (z.B. 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