{"id":52782,"date":"2026-10-23T12:50:42","date_gmt":"2026-10-23T10:50:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20010-114\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:43","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:43","slug":"20010-114","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20010-114\/","title":{"rendered":"Biologische Kontrolle pflanzenpathogener Bodenpilze durch die Bodenfauna als Beitrag zum vorsorgenden Umweltschutz in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Biologische Kontrolle pflanzenpathogener  Bodenpilze durch die Bodenfauna<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>Durch konservierende Bodenbearbeitung, als alternatives Bearbeitungssystem zur intensiven Landwirtschaft mit Pflugeinsatz wird ein aktiver Beitrag zum vorsorgenden Umweltschutz in der Landwirtschaft geleistet. Diese Bearbeitungsmethode gew\u00c3\u00a4hrleistet Schutz gegen Erosion und Verschl\u00c3\u00a4mmung, au\u00c3\u0178erdem werden die biologische Aktivit\u00c3\u00a4t und die biologische Vielfalt gef\u00c3\u00b6rdert. Ein erheblicher Nachteil konservierender Bodenbearbeitung ist allerdings das erh\u00c3\u00b6hte Risiko eines Schaderregerbefalls nachfolgender Kulturpflanzen mit pilzlichen Pflanzenpathogenen der Gattung <em>Fusarium<\/em>. Eine besondere Eigenschaft von Fusariumarten ist deren F\u00c3\u00a4higkeit zur Mykotoxinbildung. Eines der in Getreide am h\u00c3\u00a4ufigsten nachgewiesenen Mykotoxine ist Deoxynivalenol (DON). Aufgrund ihrer saprotrophen Eigenschaften k\u00c3\u00b6nnen Fusariumpilze auf Ernter\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nden \u00c3\u00bcberleben und somit das Risiko einer Infektion des Getreides im Folgejahr deutlich erh\u00c3\u00b6hen. Ein zentrales Element zur Minderung des Infektionsdrucks ist daher eine intensive F\u00c3\u00b6rderung der Strohrotte. Beim Abbauprozess von Pflanzenr\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nden spielen Bodenorganismen, wie Regenw\u00c3\u00bcrmer, Collembolen und Nematoden eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>Versuchsdesign:<br \/>In Labor- und Feldversuchen kamen Schl\u00c3\u00bcsselarten von Regenw\u00c3\u00bcrmern (<em>L. terrestris<\/em>), Collembolen (<em>Folsomia candida<\/em>) und fungivoren Nematoden (<em>Aphelenchoides saprophilus<\/em>) zum Einsatz. \u00c2\u00a0Die Organismen wurden in verschiedener Kombination k\u00c3\u00bcnstlich mit Fusarium-infiziertem Weizenstroh ausgesetzt. In einem zweiten Ansatz wurde Weizenstroh verwendet, welches nicht k\u00c3\u00bcnstlich infiziert ist. Au\u00c3\u0178erdem existiert jeweils eine Kontrollvariante ohne Versuchstiere.Nach Versuchsende wurde in Stroh und Boden die <em>Fusarium<\/em>-Biomasse in Form von <em>Fusarium<\/em>-Protein-\u00c3\u201equivalenten (FPE) und die DON-Konzentrationen mittels der ELISA (Enzyme-linked immunosorbent assay)-Methodik quantitativ bestimmt. Au\u00c3\u0178erdem wurde die Biomasse bzw. die Individuendichte der Versuchstiere erfasst.<\/p>\n<p>Hypothese:<br \/>Die gew\u00c3\u00a4hlten Schl\u00c3\u00bcsselvertreter der Bodenfauna f\u00c3\u00b6rdern den Abbau der <em>Fusarium<\/em>-Biomasse und des Mykotoxins DON. Durch diese Leistung helfen sie, potenzielle Nachteile konservierender Bodenbearbeitung zu kompensieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse:<br \/>Sowohl im Laborversuch als auch im Freiland wurde eine erhebliche Reduzierung der <em>Fusarium<\/em>-Biomasse gemessen. Doch entgegen unseren Erwartungen konnte kein signifikanter Einfluss der Bodenorganismen nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Die Mykotoxin Konzentration des infizierten Strohs nahm in Anwesenheit der Bodenorganismen signifikant ab. Unter Laborbedingungen erwies sich vor allem die Interaktion zwischen Collembolen und Nematoden als\u00c2\u00a0besonders wirkungsvoll hinsichtlich der Reduzierung der DON Konzentration im Weizenstroh.<\/p>\n<p>Im Freiland hingegen war die Interaktion zwischen den eingesetzten Bodenorganismen nur von untergeordneter Bedeutung. Doch auch hier \u00c3\u00bcbten die eigesetzten Tiere einen signifikanten Einfluss auf die Abnahme der Toxin Konzentration aus.<\/p>\n<p>Schlussfolgerung:<br \/>Durch die Abbauleistung der eingesetzten Bodentiere werden Schadpilze und vor allem deren Mykotoxine reguliert. Auf diese Weise leisten Bodenorganismen einen wichtigen Beitrag zur F\u00c3\u00b6rderung der Bodengesundheit und tragen \u00c2\u00a0zu einer Verbesserung der Qualit\u00c3\u00a4t und der Quantit\u00c3\u00a4t der Ernter\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nde und Getreideprodukten bei.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biologische Kontrolle pflanzenpathogener Bodenpilze durch die Bodenfauna Hintergrund:Durch konservierende Bodenbearbeitung, als alternatives Bearbeitungssystem zur intensiven Landwirtschaft mit Pflugeinsatz wird ein aktiver Beitrag zum vorsorgenden Umweltschutz in der Landwirtschaft geleistet. Diese Bearbeitungsmethode gew\u00c3\u00a4hrleistet Schutz gegen Erosion und Verschl\u00c3\u00a4mmung, au\u00c3\u0178erdem werden die biologische Aktivit\u00c3\u00a4t und die biologische Vielfalt gef\u00c3\u00b6rdert. 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