{"id":52776,"date":"2026-01-27T10:48:33","date_gmt":"2026-01-27T09:48:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20011-120\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:34","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:34","slug":"20011-120","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20011-120\/","title":{"rendered":"Ausbreitung und Etablierung thermophiler Insekten unter dem Einfluss des Klima- und Landschaftswandels am Beispiel der Europ\u00e4ischen Gottesanbeterin Mantis religiosa"},"content":{"rendered":"<p>Ausbreitung und Etablierung der Europ\u00e4ischen Gottesanbeterin Mantis religiosaDie Europ\u00e4ische Fangschrecke Mantis religiosa, auch Gottesanbeterin genannt, ist eine urspr\u00fcnglich mediterran verbreitete Art. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts wird sie jedoch auch in Deutschland vermehrt beobachtet. Es wird vermutet, dass sie \u00fcber die Burgundische Pforte ins s\u00fcdliche Baden-W\u00fcrttemberg eingewandert ist und sich unter der Zunahme von Hitzeperioden im Rahmen des Klimawandels weiter nach Norden ausbreitet. Seit den 90er Jahren findet man so auch stabile Populationen im s\u00fcdlichen Rheinland-Pfalz. Fundmeldungen aus dem Moseltal bei Trier deuten auf eine zweite Einwanderungsroute \u00fcber Luxemburg nach Deutschland hin. Andere Autoren hingegen vermuten, dass M. religiosa in Deutschland autochthon ist und sich lediglich im Rahmen des Klimawandels wieder weiter ausbreitet. Mantis religiosa ist ein Modellorganismus f\u00fcr xerophile Arten, die sich gegenw\u00e4rtig unter dem Klimawandel ausbreiten. Ziel meines Promotionsprojektes ist es, die genaue Herkunft, die Ausbreitungsroute, sowie die Faktoren, die die Ausbreitung von M. religiosa in Deutschland beg\u00fcnstigen, zu kl\u00e4ren. Hierzu untersuche ich die Habitatpr\u00e4ferenzen von M. religiosa, die f\u00fcr das Vorkommen der Art sowie f\u00fcr die langfristige Persistenz von Populationen ausschlaggebend sind. Dazu z\u00e4hlen die mikroklimatischen Faktoren Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, sowie lokale r\u00e4umliche Strukturen (Trockenmauern, Vegetation, etc). Anhand der Vorkommensh\u00e4ufigkeit von M. religiosa Individuen und Eigelegen (Ootheken) in verschiedenen r\u00e4umlichen Strukturen meiner Untersuchungsfl\u00e4che und anhand der Populationsgr\u00f6\u00dfe, welche ich in Freilanduntersuchungen \u00fcber Fang-Markierung-Wiederfang-Versuche feststelle, erstelle ich je ein statistisches Habitatmodell f\u00fcr die adulten Tiere und f\u00fcr die Ootheken. Mit Hilfe dieser Modelle werde ich wichtige Faktoren f\u00fcr eine erfolgreiche Besiedlung und Reproduktion in einem Lebensraum ermitteln und evaluieren.Zur Aufkl\u00e4rung der Herkunft von M. religiosa und ihrer m\u00f6glichen Expansion werde ich genetische Verwandtschaftsanalysen mit DNA-Proben von gesammelten Individuen aus der Moselregion, der Pfalz, dem Kaiserstuhl, Ost-Frankreich und Nord-Italien machen. Ergibt sich hieraus, dass der Modellorganismus M. religiosa eine in Deutschland invasive Art aus dem Mittelmeerraum ist, kann ihr bisheriger Ausbreitungsweg rekonstruiert und die Mechanismen ermittelt werden, die die Ausbreitung w\u00e4rmeliebender Insekten unter dem Klima- und Landschaftswandel in Mitteleuropa im Allgemeinen lenken, um Prognosen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Ausbreitungsereignisse erstellen zu k\u00f6nnen. Zeigen die genetischen Analysen, dass M. religiosa genetisch gesehen ein anderes Taxon ist als die mediterranen Populationen und sie somit in Deutschland autochthon ist, sollte, im Falle eines negativen Einflusses des Klimawandels auf die Fangschrecke, die \u0084deutsche M. religiosa\u0093 zur Erhaltung der genetischen Vielfalt als \u0084conservation unit\u0093 definiert und gesch\u00fctzt werden. Die in dieser Arbeit ermittelten Habitatanspr\u00fcche von M. religiosa (Freilandarbeit und Habitatmodellierung) werden zur Entwicklung gezielter Schutzkonzepte zur Erhaltung dieser bedrohten Art in Deutschland wesentlich beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausbreitung und Etablierung der Europ\u00e4ischen Gottesanbeterin Mantis religiosaDie Europ\u00e4ische Fangschrecke Mantis religiosa, auch Gottesanbeterin genannt, ist eine urspr\u00fcnglich mediterran verbreitete Art. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts wird sie jedoch auch in Deutschland vermehrt beobachtet. 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