{"id":52774,"date":"2026-10-23T12:50:42","date_gmt":"2026-10-23T10:50:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20011-122\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:42","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:42","slug":"20011-122","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20011-122\/","title":{"rendered":"Einfluss der Stra\u00c3\u0178enbegleitbegr\u00c3\u00bcnung aus autochthonem und gebietsfremdem Saatgut auf heimische Pflanzenpopulationen &#8211; vergleichende Untersuchung an drei Modellarten und Entwicklung eines Managementkonzeptes"},"content":{"rendered":"<p>Einfluss der Stra\u00dfenbegleitbegr\u00fcnung aus autochthonem &#038; gebietsfremdem Saatgut auf heimische Pflanze<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Bei Renaturierungsma\u00c3\u0178nahmen, insbesondere im Stra\u00c3\u0178enbau, wird vielfach gebietsfremdes Saatgut verwendet. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist diese g\u00c3\u00a4ngige Praxis umstritten, da fremde Genotypen in die Region eingebracht und potentiell adaptierte, heimische Genotypen derselben Art verdr\u00c3\u00a4ngt werden k\u00c3\u00b6nnen. Innerhalb der Dissertation soll der m\u00c3\u00b6gliche Einfluss von gebietsfremden Saatgut auf die heimische Vegetation  analysiert und beschrieben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Rahmen des erstes Dissertationsjahres wurde eine erste, rein molekulargenetisch-quantitative, \u00c3\u201ehnlichkeitsanalyse von 75 Individuen aus f\u00c3\u00bcnf Populationen von Wilden M\u00c3\u00b6hre (<em>Daucus carota<\/em>) mittels der AFLP-Methode durchgef\u00c3\u00bchrt, diese zeigte zum Teil eine genetische Differenzierung zwischen vier anges\u00c3\u00a4ten Populationen und einer Population aus einem FFH-Schutzgebiet. Siebzehn Jahre nachdem das gebietsfremde Saatgut ausges\u00c3\u00a4t wurde, konnten die gebietsfremden Nachkommen aufgrund spezifischer molekularer Muster nachgewiesen werden, was auf eine Persistenz fremder Genotypen verweist. <br \/>Aufbauend auf diesen Ergebnissen erfolgte im zweiten Dissertationsjahr eine umfangreichere Analyse an 20 Populationen (zehn fremde und zehn heimische) mit Hilfe der Mikrosatelliten-Analyse, die neben einer genetischen \u00c3\u201ehnlichkeit bzw. Un\u00c3\u00a4hnlichkeit potentiell die Richtung der Ein- bzw. Auswanderung aufzeigen kann. Die ersten Ergebnisse zeigten hierbei, dass die heimischen Genotypen von <em>Daucus carota<\/em> deutlich diverser sind, als die der eingebrachten Populationen. Nur wenige der untersuchten Populationen zeigten einen eigenst\u00c3\u00a4ndigen Genotyp, der auf eine nicht-autochthone Herkunft schlie\u00c3\u0178en l\u00c3\u00a4sst. Dies bedeutet, dass entweder eine Durchmischung der heimischen und fremden Genotypen erfolgte, diese jedoch die genetische Diversit\u00c3\u00a4t der Wilden M\u00c3\u00b6hre in dem Untersuchungsgebiet anscheinend nicht gef\u00c3\u00a4hrdet, oder dass die fremden Genotypen zum Teil nicht mehr zu detektieren sind. Bei einem Vergleich der gebietsfremden Populationen wurde ersichtlich, dass zun\u00c3\u00a4chst die j\u00c3\u00bcngeren gebietsfremden Populationen in Hessen diverser sind als die \u00c3\u00a4lteren gebietsfremden Populationen. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die fremden Populationen im Laufe der Zeit an Diversit\u00c3\u00a4t verlieren. Eventuell k\u00c3\u00b6nnte dies bedeuten, dass die gebietsfremden Populationen durch ihr fehlendes Adapationsverm\u00c3\u00b6gen an die jeweiligen Standorteigenschaften starke Einbu\u00c3\u0178en erleiden, oder dass das konventionelle Saatgut in den 90iger Jahren zum Aussaatzeitpunkt genetisch nicht so divers war, wie in der heutigen Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Vorerst versuchen wir im dritten Dissertationsjahr die Aussagekraft der Ergebnisse durch weitere Analysen zu optimieren. Die Analyse wurde daf\u00c3\u00bcr erweitert und die Ergebnisse werden zurzeit ausgewertet. Die morphologische Datenerhebung von <em>Daucus carota<\/em> unter Kulturbedingungen befindet sich zurzeit in Auswertung. Desweiteren laufen parallel die molekularen Untersuchungen (AFLP) von siebzehn Populationen (10 heimische und sieben fremde) der zweite Art <em>Pimpinella saxifraga<\/em> des Forschungsprojektes an, sowie eine Aussaat von Saatgut dieser  Populationen f\u00c3\u00bcr eine morphologische Datenerhebung Sommer\/ Herbst 2014 Botanischen Garten Gie\u00c3\u0178en.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einfluss der Stra\u00dfenbegleitbegr\u00fcnung aus autochthonem &#038; gebietsfremdem Saatgut auf heimische Pflanze Bei Renaturierungsma\u00c3\u0178nahmen, insbesondere im Stra\u00c3\u0178enbau, wird vielfach gebietsfremdes Saatgut verwendet. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist diese g\u00c3\u00a4ngige Praxis umstritten, da fremde Genotypen in die Region eingebracht und potentiell adaptierte, heimische Genotypen derselben Art verdr\u00c3\u00a4ngt werden k\u00c3\u00b6nnen. 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