{"id":52730,"date":"2026-10-23T12:50:33","date_gmt":"2026-10-23T10:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20011-166\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:36","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:36","slug":"20011-166","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20011-166\/","title":{"rendered":"StSP Forschung auf Naturerbefl\u00c3\u00a4chen: Diversit\u00c3\u00a4t, genetische Variabilit\u00c3\u00a4t und Analyse des Nahrungsnetzes aquatischer Kleinsthabitate im \u00c3\u2013kosystem Wald auf den DBU-Naturerbefl\u00c3\u00a4chen Oranienbaumer und K\u00c3\u00bchnauer Heide"},"content":{"rendered":"<p>StSP Forschung auf Naturerbefl\u00e4chen: Small temporal waters in forest ecosystems<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Erscheinungsbild des Waldes in Deutschland ist nachhaltig durch anthropogene Einfl\u00c3\u00bcsse wie Rohstoffgewinn, Rodung, Beweidung und Jagd gepr\u00c3\u00a4gt. Nach wie vor sind bewaldete Standorte wichtige Lebensr\u00c3\u00a4ume und Schutzgebiete f\u00c3\u00bcr zahlreiche Organismen. Viele hier vorkommende Insekten, die wichtige Beutetiere f\u00c3\u00bcr Flederm\u00c3\u00a4use, V\u00c3\u00b6gel oder Spinnen darstellen, besitzen aquatische Larvenstadien und sind auf Wasseransammlungen angewiesen. Die wahrscheinlich h\u00c3\u00a4ufigsten Wasserk\u00c3\u00b6rper in W\u00c3\u00a4ldern, die zur Eiablage, Entwicklung der juvenilen Stadien und als Refugium f\u00c3\u00bcr aquatische Organismen dienen, sind wassergef\u00c3\u00bcllte Bauml\u00c3\u00b6cher. Viele einheimische B\u00c3\u00a4ume wie Eiche, Birke, Buche, Ahorn oder Fichte, die auch auf den Naturerbefl\u00c3\u00a4chen Oranienbaumer Heide und K\u00c3\u00bchnauer Heide vorkommen, k\u00c3\u00b6nnen mit zunehmendem Alter wassergef\u00c3\u00bcllte Bauml\u00c3\u00b6cher aufweisen.Die Lebensgemeinschaften in wassergef\u00c3\u00bcllten Bauml\u00c3\u00b6chern basieren auf Detritus, der in Form von Laub oder anderen organischen Partikeln aus dem Wald eingetragen wird. Trotz der direkten Einbindung in das \u00c3\u2013kosystem Wald sind diese Kleinhabitate bislang nur unzureichend untersucht. Wassergef\u00c3\u00bcllte Bauml\u00c3\u00b6cher sind einerseits als eigenst\u00c3\u00a4ndige Inselsysteme mit sich etablierenden Lebensgemeinschaften, andererseits auch als Br\u00c3\u00bccken zum Organismenaustausch zwischen gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren Gew\u00c3\u00a4ssern \u00c3\u00b6kologisch bedeutsam.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Fauna in einheimischen Bauml\u00c3\u00b6chern umfasst neben Bakterien, Pilzen und Protozoen, Vertreter von invertebrater Makrofauna (> 500 \u00c2\u00b5m), wie Larven von Stechm\u00c3\u00bccken, Zuckm\u00c3\u00bccken und Gnitzen sowie Organismen der Meiofauna (< 500 \u00c2\u00b5m), wie R\u00c3\u00a4dertierchen und Fadenw\u00c3\u00bcrmer, die dominantesten und artenreichsten benthischen Organismen. W\u00c3\u00a4hrend Insektenlarven aktiv \u00c3\u00bcber Eiablage in den Wasserk\u00c3\u00b6rper gelangen, werden die kleineren Organismen passiv \u00c3\u00bcber den Wind oder gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Tiere (V\u00c3\u00b6gel und Insekten) eingetragen. Sie verbringen hier ihren gesamten Lebenszyklus. Wichtige Regulatoren f\u00c3\u00bcr die Lebensgemeinschaften sind die Pr\u00c3\u00a4dation, das N\u00c3\u00a4hrstoffangebot, die Struktur des Waldes und die damit verbundene Verteilung der Bauml\u00c3\u00b6cher. Mit zunehmender Dichte der Bauml\u00c3\u00b6cher steigt die Diversit\u00c3\u00a4t der enthaltenen Organismen.\u00c3\u0153ber die in anderen aquatischen Systemen dominierende Meiofauna, die die Grundlage f\u00c3\u00bcr h\u00c3\u00b6here trophische Ebenen, beispielsweise Insektenlarven, darstellt und diese entscheidend beeinflusst, ist in wassergef\u00c3\u00bcllten Bauml\u00c3\u00b6chern wenig bekannt. Insbesondere eine Darstellung des gesamten Nahrungsnetzes mit allen Trophiestufen fehlt bislang. Um ein \u00c3\u2013kosystem, wie alte verwilderte Baumbest\u00c3\u00a4nde effektiv sch\u00c3\u00bctzen und die Diversit\u00c3\u00a4t erhalten zu k\u00c3\u00b6nnen, ist es aber essentiell, die Interaktionen zwischen den Organismen und regulierende Einfl\u00c3\u00bcsse, denen sie unterliegen, umfassend zu verstehen. Ziel dieses Projektes ist es die Lebensgemeinschaften und die daraus resultierenden Nahrungsnetze in wassergef\u00c3\u00bcllten Bauml\u00c3\u00b6chern unter besonderer Ber\u00c3\u00bccksichtigung der Meiofauna zu dokumentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zu diesem Zweck sollen sowohl klassische morphologische Methoden als auch genetische Verfahren angewandt werden. Im ersten Komplex sollen die Lebensgemeinschaften in k\u00c3\u00bcnstlichen Bauml\u00c3\u00b6chern auf den Naturerbefl\u00c3\u00a4chen Oranienbaumer- und K\u00c3\u00bchnauer Heide im Jahresverlauf erfasst werden. Des Weiteren werden, um das Nahrungsnetz dieser Kleinsthabitate zu analysieren, sich entwickelte Lebensgemeinschaften gezielt durch Zugabe von R\u00c3\u00a4ubern oder N\u00c3\u00a4hrstoffen manipuliert und die Auswirkungen auf die Diversit\u00c3\u00a4t und Organismenzusammensetzung erfasst. Im letzten Komplex werden Fadenw\u00c3\u00bcrmer, stellvertretend f\u00c3\u00bcr die Meiofauna, aus nat\u00c3\u00bcrlichen Bauml\u00c3\u00b6chern der Naturerbefl\u00c3\u00a4chen hinsichtlich ihrer intraspezifischen genetischen Varianzen untersucht um R\u00c3\u00bcckschl\u00c3\u00bcsse auf ihre Verbreitung ziehen zu k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>StSP Forschung auf Naturerbefl\u00e4chen: Small temporal waters in forest ecosystems Das Erscheinungsbild des Waldes in Deutschland ist nachhaltig durch anthropogene Einfl\u00c3\u00bcsse wie Rohstoffgewinn, Rodung, Beweidung und Jagd gepr\u00c3\u00a4gt. Nach wie vor sind bewaldete Standorte wichtige Lebensr\u00c3\u00a4ume und Schutzgebiete f\u00c3\u00bcr zahlreiche Organismen. 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