{"id":52716,"date":"2026-10-23T12:50:33","date_gmt":"2026-10-23T10:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-180\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:34","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:34","slug":"20012-180","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-180\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00c3\u00a4t der Studierenden im \u00c3\u0153bergang ins Berufsleben. Die \u00c3\u201enderung mobilit\u00c3\u00a4tsrelevanter Einstellungen und der Verkehrsmittelnutzung"},"content":{"rendered":"<p>Nachhaltige Mobilit\u00e4t und Kontextwechsel<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><strong><span style=\"font-size:10pt;\">Anlass der Forschung: Nachhaltig unterwegs im Studium \u00e2\u20ac\u201c und mit dem Auto ins Berufsleben?<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Der Start ins Berufsleben ist f\u00c3\u00bcr viele junge Menschen ein wichtiger Meilenstein. Damit verbunden sind viele Neuerungen, sei es das sp\u00c3\u00bcrbare Mehr auf dem Konto, das regelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ige Arbeiten zu festen Zeiten oder auch neue Rollenbilder und Funktionen, die \u00c3\u00bcbernommen werden. Vor diesem Hintergrund sind auch Ver\u00c3\u00a4nderungen im Mobilit\u00c3\u00a4tsverhalten zu sehen: Das Semesterticket entf\u00c3\u00a4llt und vielleicht erfordert die neue Arbeit mehr P\u00c3\u00bcnktlichkeit oder ein Dresscode muss eingehalten werden. Auch \u00c3\u00a4ndern sich schlichtweg die raumzeitlichen Muster der Alltagsgestaltung. W\u00c3\u00a4hrend das studentische Mobilit\u00c3\u00a4ts-verhalten noch durch eine nachhaltigere Verkehrsmittelnutzung im Alltag gepr\u00c3\u00a4gt ist, gilt f\u00c3\u00bcr Berufst\u00c3\u00a4tige h\u00c3\u00a4ufig das komplette Gegenteil.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Angesichts der gegenw\u00c3\u00a4rtigen globalen Umweltver\u00c3\u00a4nderungen und der Knappheit fossiler Ressourcen stehen wir damit vor einem Problem. Zwar rufen Non-Profit-Organisationen seit vielen Jahrzehnten und auch die UN mit ihren Weltklima-Konferenzen seit Mitte der 1990er dringend dazu auf, Umwelt und Klima zu sch\u00c3\u00bctzen, doch scheinen die Folgen (noch) zu abstrakt, um Wirkungen im Verhalten der Bev\u00c3\u00b6lkerung zu zeigen. In den letzten 25 Jahren haben sich die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland um etwa ein Viertel verringert, der Verkehrsbereich weist dabei allerdings keine nennenswerte Abnahme auf. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Dabei bestehen durchaus Einsparpotentiale auch durch die Ver\u00c3\u00a4nderung der Verkehrsmittelnutzung, weg vom Pkw und hin zur Nutzung der \u00c3\u00b6ffentlichen Verkehrsmittel, des Fahrrades oder der eigenen F\u00c3\u00bc\u00c3\u0178e. Neben der positiven Wirkung auf unser Klima bringt eine Reduzierung des Autoverkehrs viele weitere Vorteile mit sich: sinkender Fl\u00c3\u00a4chenverbrauch in St\u00c3\u00a4dten durch weniger fahrende und parkende Pkw, verringerte L\u00c3\u00a4rm- und Abgasbelastungen der Anwohnenden oder auch gesundheitliche Vorteile durch mehr Bewegung.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung w\u00c3\u00a4re es sinnvoll und w\u00c3\u00bcnschenswert, wenn Studierende ihre umweltfreundliche Verkehrsmittelnutzung auch im Berufsleben beibehielten und sich der auch massenmedial aufgegriffene Trend der Abkehr vom Auto bei jungen Erwachsenen verfestigen w\u00c3\u00bcrde. Damit einher geht die Frage, welche Faktoren ausschlaggebend sind und inwiefern nicht nur situative Rahmenbedingungen auf individuelle Handlungsspielr\u00c3\u00a4ume und Mobilit\u00c3\u00a4tsverhalten einwirken, sondern auch, welche Rolle ver\u00c3\u00a4nderte Anforderungen und Einstellungen hier einnehmen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><strong><span style=\"font-size:10pt;\">Zielsetzung der Arbeit<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Um in der Mobilit\u00c3\u00a4tsbiographie auftretende Schl\u00c3\u00bcsselereignisse, wie es der Berufseinstieg darstellt, als \u00e2\u20ac\u017eGelegenheitsfenster\u00e2\u20ac\u0153 zur Ver\u00c3\u00a4nderung von Verhalten hin zu nachhaltiger Mobilit\u00c3\u00a4t zu nutzen, wurden in den letzten Jahren neue Instrumente des Mobilit\u00c3\u00a4tsmanagements entwickelt (z.\u00c2\u00a0B. im Neub\u00c3\u00bcrger_innen-Marketing f\u00c3\u00bcr Personen, die gerade zugezogen sind). Damit solche Instrumente zielgruppengenau zugeschnitten und effektiv angewendet werden k\u00c3\u00b6nnen, ist es essentiell, Ver\u00c3\u00a4nderungen von Verkehrsmittelentscheidungen in Umbruchphasen zu verstehen. Diese sind bisher nur unzureichend erforscht und die Rolle von Einstellungen wurde dabei nur wenig beachtet. Meine Forschungen leisten deshalb einen essentiellen Beitrag zum Verst\u00c3\u00a4ndnis dieses Prozesses. Die zentrale Forschungsfrage, die im Zuge dieser Arbeit beantwortet wird, lautet damit: Wie ver\u00c3\u00a4ndern sich Verkehrsmittelnutzung und verkehrsmittelbezogene Einstellungen im \u00c3\u0153bergang vom Studium ins Berufsleben?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><strong><span style=\"font-size:10pt;\">Umweltrelevanz der Ergebnisse<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Angesichts dessen, dass laut meinen Ergebnissen ein Gro\u00c3\u0178teil der Berufseinsteiger_innen auch bei kurzen Pendeldistanzen auf motorisierte Verkehrsmittel zur\u00c3\u00bcckgreift, die Einstellungsmuster aber eine Pr\u00c3\u00a4ferenz der Nutzung von Rad und Fu\u00c3\u0178 verdeutlichen, sind Ma\u00c3\u0178nahmen zur St\u00c3\u00a4rkung des nicht-motorisierten Verkehrs zu empfehlen, etwa im Rahmen eines betrieblichen Mobilit\u00c3\u00a4tsmanagements. Solche Ma\u00c3\u0178nahmen k\u00c3\u00b6nnen auch vor Ende des Studiums sinnvoll sein, damit Mobilit\u00c3\u00a4t bei den anstehenden Entscheidungen bzgl. der Arbeitgebersuche oder des neuen Wohnstandortes einbezogen werden. Informationen zu Dienstfahrr\u00c3\u00a4dern, M\u00c3\u00b6glichkeiten des Fahrradleasings und pers\u00c3\u00b6nliche Erfahrungen mit Pedelecs, etwa im Rahmen von studentischen Exkursionen, k\u00c3\u00b6nnten dabei Ans\u00c3\u00a4tze sein.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Aus den empirischen Ergebnissen wurde deutlich, dass die Habitualisierung der Autonutzung ein eher schleichender Prozess ist. Oftmals wird der Pkw gar nicht erst, wie angenommen, zum Berufseinstieg angeschafft, sondern stand bereits zuvor zur Verf\u00c3\u00bcgung. Der Eintritt ins Berufsleben, verbunden mit dem Wegfall des Semestertickets, scheint so das Gelegenheitsfenster zu \u00c3\u00b6ffnen, um bei anstehenden Lebensentscheidungen den verf\u00c3\u00bcgbaren Pkw mit ins Kalk\u00c3\u00bcl zu ziehen. F\u00c3\u00bcr Ma\u00c3\u0178nahmen des Mobilit\u00c3\u00a4tsmanagements gilt es, die Ursachen n\u00c3\u00a4her zu beleuchten, die dazu f\u00c3\u00bchren, dass viele Studierende bereits im Studium ein Auto besitzen bzw. es ihnen zur Verf\u00c3\u00bcgung steht. Ferner ist zu fragen, ob der Pkw zu Studienzeiten bereits in Nutzungsmuster eingewoben ist, oder aber, ob der Pkw eher \u00e2\u20ac\u017ezwischengeparkt\u00e2\u20ac\u0153 wurde und eigentlich kaum genutzt wird. In diesem Fall k\u00c3\u00b6nnen die potentielle Autoabh\u00c3\u00a4ngigkeit sowie die h\u00c3\u00a4ufig mit ihr einhergehenden Entscheidungen, wie etwa der Umzug ins Gr\u00c3\u00bcne oder die Bewerbung bei einem Arbeitgeber ohne \u00c3\u2013V-Anbindung, ins Bewusstsein ger\u00c3\u00bcckt werden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Es \u00c3\u00bcberraschte zun\u00c3\u00a4chst, dass \u00c3\u00bcber die H\u00c3\u00a4lfte der Berufseinsteiger_innen noch \u00c3\u00bcber ein Semesterticket verf\u00c3\u00bcgen. Wenn der Kostenanstieg f\u00c3\u00bcr das Pendeln mit dem \u00c3\u2013V nun nicht so pl\u00c3\u00b6tzlich von statten ginge, sondern sich ein \u00c3\u0153bergang erg\u00c3\u00a4be, w\u00c3\u00a4re anzunehmen, dass mehr Personen den \u00c3\u2013V nutzen. Denkbar ist dies etwa im Rahmen eines preislich sukzessive ansteigenden \u00c3\u0153bergangstickets oder gar eines B\u00c3\u00bcrgertickets, dass das Prinzip des Semestertickets auf die gesamte Bev\u00c3\u00b6lkerung \u00c3\u00bcbertr\u00c3\u00a4gt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Um einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilit\u00c3\u00a4tsentwicklung zu leisten, ist es f\u00c3\u00bcr die Praxis ratsam, neben vielen kleinen Ma\u00c3\u0178nahmen, die auf das Individuum gerichtet sind, auch umfassendere und systemische Ver\u00c3\u00a4nderungen zuzulassen und Mut zu Experimenten zu zeigen. Ein Beleg hierf\u00c3\u00bcr ist die Einf\u00c3\u00bchrung des Semesterticket in den 1990er Jahren. \u00c3\u201ehnliche Auswirkungen k\u00c3\u00b6nnten entsprechend von der Einf\u00c3\u00bchrung eines B\u00c3\u00bcrgertickets ausgehen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltige Mobilit\u00e4t und Kontextwechsel Anlass der Forschung: Nachhaltig unterwegs im Studium \u00e2\u20ac\u201c und mit dem Auto ins Berufsleben? Der Start ins Berufsleben ist f\u00c3\u00bcr viele junge Menschen ein wichtiger Meilenstein. 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