{"id":52716,"date":"2026-01-27T10:48:26","date_gmt":"2026-01-27T09:48:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-180\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:27","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:27","slug":"20012-180","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-180\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4t der Studierenden im \u00dcbergang ins Berufsleben. Die \u00c4nderung mobilit\u00e4tsrelevanter Einstellungen und der Verkehrsmittelnutzung"},"content":{"rendered":"<p>Nachhaltige Mobilit\u00e4t und Kontextwechsel<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><strong><span style=\"font-size:10pt;\">Anlass der Forschung: Nachhaltig unterwegs im Studium \u2013 und mit dem Auto ins Berufsleben?<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Der Start ins Berufsleben ist f\u00fcr viele junge Menschen ein wichtiger Meilenstein. Damit verbunden sind viele Neuerungen, sei es das sp\u00fcrbare Mehr auf dem Konto, das regelm\u00e4\u00dfige Arbeiten zu festen Zeiten oder auch neue Rollenbilder und Funktionen, die \u00fcbernommen werden. Vor diesem Hintergrund sind auch Ver\u00e4nderungen im Mobilit\u00e4tsverhalten zu sehen: Das Semesterticket entf\u00e4llt und vielleicht erfordert die neue Arbeit mehr P\u00fcnktlichkeit oder ein Dresscode muss eingehalten werden. Auch \u00e4ndern sich schlichtweg die raumzeitlichen Muster der Alltagsgestaltung. W\u00e4hrend das studentische Mobilit\u00e4ts-verhalten noch durch eine nachhaltigere Verkehrsmittelnutzung im Alltag gepr\u00e4gt ist, gilt f\u00fcr Berufst\u00e4tige h\u00e4ufig das komplette Gegenteil.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Angesichts der gegenw\u00e4rtigen globalen Umweltver\u00e4nderungen und der Knappheit fossiler Ressourcen stehen wir damit vor einem Problem. Zwar rufen Non-Profit-Organisationen seit vielen Jahrzehnten und auch die UN mit ihren Weltklima-Konferenzen seit Mitte der 1990er dringend dazu auf, Umwelt und Klima zu sch\u00fctzen, doch scheinen die Folgen (noch) zu abstrakt, um Wirkungen im Verhalten der Bev\u00f6lkerung zu zeigen. In den letzten 25 Jahren haben sich die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland um etwa ein Viertel verringert, der Verkehrsbereich weist dabei allerdings keine nennenswerte Abnahme auf. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Dabei bestehen durchaus Einsparpotentiale auch durch die Ver\u00e4nderung der Verkehrsmittelnutzung, weg vom Pkw und hin zur Nutzung der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel, des Fahrrades oder der eigenen F\u00fc\u00dfe. Neben der positiven Wirkung auf unser Klima bringt eine Reduzierung des Autoverkehrs viele weitere Vorteile mit sich: sinkender Fl\u00e4chenverbrauch in St\u00e4dten durch weniger fahrende und parkende Pkw, verringerte L\u00e4rm- und Abgasbelastungen der Anwohnenden oder auch gesundheitliche Vorteile durch mehr Bewegung.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung w\u00e4re es sinnvoll und w\u00fcnschenswert, wenn Studierende ihre umweltfreundliche Verkehrsmittelnutzung auch im Berufsleben beibehielten und sich der auch massenmedial aufgegriffene Trend der Abkehr vom Auto bei jungen Erwachsenen verfestigen w\u00fcrde. Damit einher geht die Frage, welche Faktoren ausschlaggebend sind und inwiefern nicht nur situative Rahmenbedingungen auf individuelle Handlungsspielr\u00e4ume und Mobilit\u00e4tsverhalten einwirken, sondern auch, welche Rolle ver\u00e4nderte Anforderungen und Einstellungen hier einnehmen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><strong><span style=\"font-size:10pt;\">Zielsetzung der Arbeit<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Um in der Mobilit\u00e4tsbiographie auftretende Schl\u00fcsselereignisse, wie es der Berufseinstieg darstellt, als \u201eGelegenheitsfenster\u201c zur Ver\u00e4nderung von Verhalten hin zu nachhaltiger Mobilit\u00e4t zu nutzen, wurden in den letzten Jahren neue Instrumente des Mobilit\u00e4tsmanagements entwickelt (z.\u00a0B. im Neub\u00fcrger_innen-Marketing f\u00fcr Personen, die gerade zugezogen sind). Damit solche Instrumente zielgruppengenau zugeschnitten und effektiv angewendet werden k\u00f6nnen, ist es essentiell, Ver\u00e4nderungen von Verkehrsmittelentscheidungen in Umbruchphasen zu verstehen. Diese sind bisher nur unzureichend erforscht und die Rolle von Einstellungen wurde dabei nur wenig beachtet. Meine Forschungen leisten deshalb einen essentiellen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis dieses Prozesses. Die zentrale Forschungsfrage, die im Zuge dieser Arbeit beantwortet wird, lautet damit: Wie ver\u00e4ndern sich Verkehrsmittelnutzung und verkehrsmittelbezogene Einstellungen im \u00dcbergang vom Studium ins Berufsleben?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><strong><span style=\"font-size:10pt;\">Umweltrelevanz der Ergebnisse<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Angesichts dessen, dass laut meinen Ergebnissen ein Gro\u00dfteil der Berufseinsteiger_innen auch bei kurzen Pendeldistanzen auf motorisierte Verkehrsmittel zur\u00fcckgreift, die Einstellungsmuster aber eine Pr\u00e4ferenz der Nutzung von Rad und Fu\u00df verdeutlichen, sind Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung des nicht-motorisierten Verkehrs zu empfehlen, etwa im Rahmen eines betrieblichen Mobilit\u00e4tsmanagements. Solche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen auch vor Ende des Studiums sinnvoll sein, damit Mobilit\u00e4t bei den anstehenden Entscheidungen bzgl. der Arbeitgebersuche oder des neuen Wohnstandortes einbezogen werden. Informationen zu Dienstfahrr\u00e4dern, M\u00f6glichkeiten des Fahrradleasings und pers\u00f6nliche Erfahrungen mit Pedelecs, etwa im Rahmen von studentischen Exkursionen, k\u00f6nnten dabei Ans\u00e4tze sein.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Aus den empirischen Ergebnissen wurde deutlich, dass die Habitualisierung der Autonutzung ein eher schleichender Prozess ist. Oftmals wird der Pkw gar nicht erst, wie angenommen, zum Berufseinstieg angeschafft, sondern stand bereits zuvor zur Verf\u00fcgung. Der Eintritt ins Berufsleben, verbunden mit dem Wegfall des Semestertickets, scheint so das Gelegenheitsfenster zu \u00f6ffnen, um bei anstehenden Lebensentscheidungen den verf\u00fcgbaren Pkw mit ins Kalk\u00fcl zu ziehen. F\u00fcr Ma\u00dfnahmen des Mobilit\u00e4tsmanagements gilt es, die Ursachen n\u00e4her zu beleuchten, die dazu f\u00fchren, dass viele Studierende bereits im Studium ein Auto besitzen bzw. es ihnen zur Verf\u00fcgung steht. Ferner ist zu fragen, ob der Pkw zu Studienzeiten bereits in Nutzungsmuster eingewoben ist, oder aber, ob der Pkw eher \u201ezwischengeparkt\u201c wurde und eigentlich kaum genutzt wird. In diesem Fall k\u00f6nnen die potentielle Autoabh\u00e4ngigkeit sowie die h\u00e4ufig mit ihr einhergehenden Entscheidungen, wie etwa der Umzug ins Gr\u00fcne oder die Bewerbung bei einem Arbeitgeber ohne \u00d6V-Anbindung, ins Bewusstsein ger\u00fcckt werden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Es \u00fcberraschte zun\u00e4chst, dass \u00fcber die H\u00e4lfte der Berufseinsteiger_innen noch \u00fcber ein Semesterticket verf\u00fcgen. Wenn der Kostenanstieg f\u00fcr das Pendeln mit dem \u00d6V nun nicht so pl\u00f6tzlich von statten ginge, sondern sich ein \u00dcbergang erg\u00e4be, w\u00e4re anzunehmen, dass mehr Personen den \u00d6V nutzen. Denkbar ist dies etwa im Rahmen eines preislich sukzessive ansteigenden \u00dcbergangstickets oder gar eines B\u00fcrgertickets, dass das Prinzip des Semestertickets auf die gesamte Bev\u00f6lkerung \u00fcbertr\u00e4gt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:6pt;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span><span style=\"font-size:10pt;\">Um einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilit\u00e4tsentwicklung zu leisten, ist es f\u00fcr die Praxis ratsam, neben vielen kleinen Ma\u00dfnahmen, die auf das Individuum gerichtet sind, auch umfassendere und systemische Ver\u00e4nderungen zuzulassen und Mut zu Experimenten zu zeigen. Ein Beleg hierf\u00fcr ist die Einf\u00fchrung des Semesterticket in den 1990er Jahren. \u00c4hnliche Auswirkungen k\u00f6nnten entsprechend von der Einf\u00fchrung eines B\u00fcrgertickets ausgehen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltige Mobilit\u00e4t und Kontextwechsel Anlass der Forschung: Nachhaltig unterwegs im Studium \u2013 und mit dem Auto ins Berufsleben? Der Start ins Berufsleben ist f\u00fcr viele junge Menschen ein wichtiger Meilenstein. 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