{"id":52704,"date":"2026-10-23T12:50:29","date_gmt":"2026-10-23T10:50:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-192\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:32","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:32","slug":"20012-192","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-192\/","title":{"rendered":"Einfluss globaler Erw\u00c3\u00a4rmung auf den dynamischen Beitrag des Filchner-Ronne-Eisschelfs zum globalen Meeresspiegel"},"content":{"rendered":"<p>Zuk\u00fcnftiger meeresspiegelrelevanter Eisfluss durch das Filchner-Ronne-Eisschelf, Westantarktis<\/p>\n<p>Der Antarktische Eisschild speichert ein Eisvolumen, dessen \u00c3\u201equivalent mehr als 60 m globalem Meeresspiegelanstieg entspricht. Damit hat die zuk\u00c3\u00bcnftige Entwicklung seiner Massenbilanz eine hohe Bedeutung f\u00c3\u00bcr die weltweiten K\u00c3\u00bcstengebiete. Seit zwei Jahrzehnten erf\u00c3\u00a4hrt der Antarktische Eisschild einen sich beschleunigenden Netto-Eisverlust. Dieser wird vor allem verst\u00c3\u00a4rktem Schmelzen unterhalb einer Reihe kleinerer Eisschelfe in der Westantarktis zugeschrieben, welches eine Beschleunigung der seew\u00c3\u00a4rts flie\u00c3\u0178enden Eismassen erm\u00c3\u00b6glicht. Ursache hierf\u00c3\u00bcr sind erh\u00c3\u00b6hte Temperaturen der lokalen Ozeanstr\u00c3\u00b6mungen. Die Untersuchung der Massenbilanz dieser Region wird vor allem vor dem Hintergrund einer potentiellen Instabilit\u00c3\u00a4t des westantarktischen Landeises durchgef\u00c3\u00bchrt, da die Bodentopographie der Westantarktis gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178tenteils weit unterhalb des Meeresspiegels liegt. Ein Kollaps des Westantarktischen Eisschilds w\u00c3\u00bcrde den globalen Meeresspiegel um \u00c3\u00bcber 3 m ansteigen lassen. Neueste Projektionen zeigen nun f\u00c3\u00bcr die zweite H\u00c3\u00a4lfte dieses Jahrhunderts in einer weiteren Region der Westantarktis, dem Filchner-Ronne-Eisschelfs (FRIS), eine starke Erh\u00c3\u00b6hung der Ozeantemperaturen. Eingefasst in eine Bucht, \u00c3\u00bcbt das zweitgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178te Eisschelf der Antarktis eine St\u00c3\u00bctzwirkung auf ein erhebliches Landeisvolumen in seinem Einzugsgebiet aus. Die durch die Projektionen erwarteten verst\u00c3\u00a4rkten Schmelzvorg\u00c3\u00a4nge unterhalb des Eisschelfs w\u00c3\u00bcrden einen beschleunigten Eistransport aus dem Landesinneren erm\u00c3\u00b6glichen und k\u00c3\u00b6nnten damit eine weitere Instabilit\u00c3\u00a4t ausl\u00c3\u00b6sen.<br \/>Ich m\u00c3\u00b6chte in meiner Dissertation den Einfluss der globalen Erw\u00c3\u00a4rmung auf die Dynamik des FRIS und den damit verbundenen zuk\u00c3\u00bcnftigen Beitrag seines Einzugsgebiets zum globalen Meeresspiegel untersuchen. Daf\u00c3\u00bcr sollen das Eisschelf und sein Einzugsgebiet mit dem 3D-Eismodell PISM modelliert werden. In einem ersten Arbeitsschritt wird das Modell f\u00c3\u00bcr diese Region aufgesetzt. Nach der Implementierung der Anfangsdaten und Randbedingungen wird ein Ensemble von Simulationsl\u00c3\u00a4ufen durch Variation der relevanten Modellparameter generiert. Ausgehend von den resultierenden Gleichgewichtsl\u00c3\u00a4ufen, welche den derzeit beobachteten Zustand des Systems reproduzieren, ist f\u00c3\u00bcr den zweiten Arbeitsschritt die Durchf\u00c3\u00bchrung idealisierter Schmelzexperimente unterhalb des Eisschelfs vorgesehen. Durch die punktuelle Anwendung des Schmelzens soll dabei die Ausl\u00c3\u00b6sung m\u00c3\u00b6glicher Instabili\u00c3\u00a4ten auf bestimmte Regionen und Mechanismen zur\u00c3\u00bcckgef\u00c3\u00bchrt werden. In einem dritten Arbeitsschritt werden dann Szenariensimulationen des Systems durchgef\u00c3\u00bchrt. Das Modell wird daf\u00c3\u00bcr gespeist mit Projektionsdaten f\u00c3\u00bcr die Ozean- und Oberfl\u00c3\u00a4chentemperatur, sowie den Niederschlag. Die Projektionen stammen aus regionalen Klimamodellen, welche die repr\u00c3\u00a4sentativen Treibhausgas-Emissionspfade des f\u00c3\u00bcnften Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPPC-AR5) benutzen. Anhand der Szenarienl\u00c3\u00a4ufe wird dann die Dynamik des modellierten Systems unter Ber\u00c3\u00bccksichtigung der identifizierten Instabilit\u00c3\u00a4tsmechanismen analysiert und dessen Massenbilanz ausgewertet. <br \/>Die Ergebnisse des hier vorgestellten Projekts sollen den zuk\u00c3\u00bcnftigen Beitrag einer wichtigen Region der potentiell instabilen Westantarktis zum globalen Meeresspiegel bestimmen und somit helfen, die derzeit noch mit gro\u00c3\u0178en Unsicherheiten behafteten Projektionen f\u00c3\u00bcr den gesamten Antarktischen Eisschild zu verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuk\u00fcnftiger meeresspiegelrelevanter Eisfluss durch das Filchner-Ronne-Eisschelf, Westantarktis Der Antarktische Eisschild speichert ein Eisvolumen, dessen \u00c3\u201equivalent mehr als 60 m globalem Meeresspiegelanstieg entspricht. 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