{"id":52700,"date":"2026-10-23T12:50:29","date_gmt":"2026-10-23T10:50:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-196\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:31","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:31","slug":"20012-196","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-196\/","title":{"rendered":"Direkte und indirekte Konkurrenz zwischen dem invasiven Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) und heimischen Fischarten &#8211; Langzeituntersuchungen zu Auswirkungen auf Verhalten und \u00c3\u2013kologie in Labor und Freiland"},"content":{"rendered":"<p>Direkte und indirekte Langzeitauswirkungen invasiver Signalkrebse auf heimische Fischbest\u00e4nde<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eAlien species\u00e2\u20ac\u0153 &#8211; fremde Arten &#8211; stellen eine der gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ten Bedrohungen f\u00c3\u00bcr die biologische Vielfalt dar. Ein besonders gravierendes Beispiel ist der Nordamerikanische Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), der in ganz Europa durch seine rasante Massenverbreitung heimische Krebsarten durch Konkurrenz und \u00c3\u0153bertragung von Krankheiten an den Rand der Ausrottung gedr\u00c3\u00a4ngt hat. Seine Auswirkungen auf Fischbest\u00c3\u00a4nde sind jedoch noch weitgehend unklar.<br \/>Ziel des Dissertationsprojekts ist es, Einfl\u00c3\u00bcsse von Signalkrebsen auf heimische Fischarten zu bestimmen. Dabei sollen insbesondere die fischereilich bedeutsamen Arten Salmo trutta und Salmo salar genauer betrachtet, aber auch Einfl\u00c3\u00bcsse des gro\u00c3\u0178en Allesfressers auf die gesamte Bioz\u00c3\u00b6nose erfasst werden.<br \/>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Im Freiland werden indirekte Auswirkungen auf den Fischbestand beobachtet. Dabei stehen die Effekte des Krebses auf das Gesamtsystem \u00e2\u20ac\u201c insbesondere Quantit\u00c3\u00a4t und Qualit\u00c3\u00a4t des Makrozoobenthos \u00e2\u20ac\u201c im Fokus der Untersuchung. Fisch- und Krebsbest\u00c3\u00a4nde werden \u00c3\u00bcber Elektro-, bzw. Reusenbefischungen kontrolliert und das Fortschreiten der biologischen Invasion \u00c3\u00bcber den gesamten Untersuchungszeitraum detailliert beobachtet. Die Verbreitung des Signalkrebses ist an beiden Untersuchungsgew\u00c3\u00a4ssern innerhalb des ersten Untersuchungsjahres bereits soweit fortgeschritten, dass auch erste Individuen an den zuvor unbesiedelten Stellen gefangen werden konnten.<\/p>\n<p>Bisherige Ergebnisse haben gezeigt, dass der Krebs sich im Jahresverlauf durchaus unterschiedlich auf bestimmte Gruppen des Makrozoobenthos auswirkt, insgesamt jedoch zu starken Einbr\u00c3\u00bcchen f\u00c3\u00bchrt. Das spiegelte sich auch in den Fischbest\u00c3\u00a4nden wieder, wo besonders die Arten, die sich bevorzugt von benthischen Kleinstlebewesen ern\u00c3\u00a4hren, mit zunehmener Krebsdichte zur\u00c3\u00bcck gingen.<br \/>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Direkte verhaltensbiologische Auswirkungen von Signalkrebsen auf Salmoniden werden parallel dazu unter Laborbedingungen untersucht. Der Einfluss unterschiedlicher Signalkrebsdichten auf Forellen und Lachse wurde unter Infrarot-Kamera\u00c3\u00bcberwachung in H\u00c3\u00a4lterungsbecken erfasst. Dabei wurden Konkurrenzverhalten um Versteckm\u00c3\u00b6glichkeiten und Nahrung, Pr\u00c3\u00a4dation und Stressreaktionen als m\u00c3\u00b6gliche Faktoren ergr\u00c3\u00bcndet. In einer weiteren Versuchsphase werden ab Fr\u00c3\u00bchjahr 2015 au\u00c3\u0178erdem die verhaltensbiologischen Effekte des heimischen Edelkrebses (Astacus astacus) nach gleichem Prinzip untersucht werden. <br \/>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend sich die Wachstumsrate der Fische bislang nicht eindeutig mit der Krebsdichte in Verbindung bringen lie\u00c3\u0178, zeigte die Auswertung des Videomaterials der ersten Versuchsphase mit Forellen, eine deutliche Versteckkonkurrenz. Wenn Krebse in den Becken anwesend waren, waren die Fische deutlich aktiver und in ihrer Verstecknutzung eingeschr\u00c3\u00a4nkt, was sie unter nat\u00c3\u00bcrlichen Bedingungen angreifbarer f\u00c3\u00bcr Pr\u00c3\u00a4datoren macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Direkte und indirekte Langzeitauswirkungen invasiver Signalkrebse auf heimische Fischbest\u00e4nde \u00e2\u20ac\u017eAlien species\u00e2\u20ac\u0153 &#8211; fremde Arten &#8211; stellen eine der gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ten Bedrohungen f\u00c3\u00bcr die biologische Vielfalt dar. 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