{"id":52699,"date":"2026-10-23T12:50:29","date_gmt":"2026-10-23T10:50:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-197\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:31","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:31","slug":"20012-197","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-197\/","title":{"rendered":"Definition des Begriffs lokale Population aus biologischer Sicht: am Beispiel von Steinkauz (Athene noctua), M\u00c3\u00a4usebussard (Buteo buteo) und Habicht (Accipiter gentilis)"},"content":{"rendered":"<p>Biologische Definition des Begriffs lokale Population<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Streng gesch\u00c3\u00bctzte Tierarten unterliegen in der Planungspraxis (z.B. im Rahmen von baulichen Ma\u00c3\u0178nahmen) sowie bei der Bewirtschaftung von Fl\u00c3\u00a4chen dem Bundesnaturschutzgesetz und m\u00c3\u00bcssen \u00c2\u00a0artenschutzrechtlich gepr\u00c3\u00bcft werden. Eine erhebliche St\u00c3\u00b6rung streng gesch\u00c3\u00bctzter Arten ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Diese liegt vor, wenn sich der Erhaltungszustand der \u00e2\u20ac\u017elokalen Population\u00e2\u20ac\u0153 einer Art verschlechtert. Eine lokale Population ist als eine Gruppe von Individuen einer Art definiert, die eine Fortpflanzungs- oder \u00c3\u0153berdauerungsgemeinschaft bilden und einen zusammenh\u00c3\u00a4ngenden Lebensraum gemeinsam be-wohnen (Kiel 2007). Dieser im Naturschutz sehr zentrale Begriff l\u00c3\u00a4sst sich in der Praxis allerdings kaum n\u00c3\u00a4her anwenden. Bisher teilt man die Arten daher je nach der Populationsstruktur bzw. dem individuellem Raumanspruch in zwei Ebenen ein. Die Ebene I umfasst kleinr\u00c3\u00a4umige Landschaftseinheiten wie Naturschutz- oder NATURA-2000-Gebiete. Die Ebene II umfasst fl\u00c3\u00a4chenm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Bereiche, dabei wird je nach Aktionsraum der jeweiligen Art zwischen Gemeinde- oder Kreisgebiet unterschieden. Diese Einteilung ist aus biologischer Sicht nicht nur wenig sinnvoll, sondern f\u00c3\u00bchrt zudem h\u00c3\u00a4ufig zu einer Diskrepanz zwischen der Auslegung des Gesetzes und dem Erhaltungszustand der Arten im betrachteten Bereich. Diese Divergenz entsteht in diesem Zusammenhang daraus, dass methodische Ans\u00c3\u00a4tze zur routinem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178igen Eingrenzung lokaler Populationen bisher fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In diesem Promotionsprojekt soll erstmalig eine Abgrenzung lokaler Populationen beim Steinkauz, M\u00c3\u00a4usebussard und Habicht vorgenommen werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Nachvoll-ziehbarkeit und der praktischen Anwendung der Methoden im Natur- und Artenschutz. Dazu werden neben der genetischen Zusammensetzung der Populationen auch die Revierstandorte und die brut-biologischen Parameter (z.B. der Bruterfolg) der drei Modellarten analysiert. Zudem ist eine Bewertung der Auswirkungen der Landnutzungs- und Standortver\u00c3\u00a4nderungen m\u00c3\u00b6glich, wobei insbesondere anthropogene Einfl\u00c3\u00bcsse einbezogen werden. Unter Anwendung der zuvor gewonnenen Daten lassen sich dann Modelle entwickeln, die Aussagen \u00c3\u00bcber Bestandstrends der Populationen erlauben. Auf Basis der Korrelation der Daten ist es schlie\u00c3\u0178lich m\u00c3\u00b6glich ad\u00c3\u00a4quate und modellhafte Schutzkonzepte zu entwickeln und diese in Zusammenarbeit mit den \u00c3\u00b6rtlichen Naturschutzbeh\u00c3\u00b6rden anzuwenden und zu testen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biologische Definition des Begriffs lokale Population Streng gesch\u00c3\u00bctzte Tierarten unterliegen in der Planungspraxis (z.B. im Rahmen von baulichen Ma\u00c3\u0178nahmen) sowie bei der Bewirtschaftung von Fl\u00c3\u00a4chen dem Bundesnaturschutzgesetz und m\u00c3\u00bcssen \u00c2\u00a0artenschutzrechtlich gepr\u00c3\u00bcft werden. Eine erhebliche St\u00c3\u00b6rung streng gesch\u00c3\u00bctzter Arten ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. 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