{"id":52688,"date":"2026-10-23T12:50:25","date_gmt":"2026-10-23T10:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-208\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:28","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:28","slug":"20012-208","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-208\/","title":{"rendered":"Wegwerfen &#8211; Entwerfen. M\u00c3\u00bcll im Designprozess und Nachhaltigkeit in der Designdidaktik"},"content":{"rendered":"<p>[ent]SORGEN<\/p>\n<p>Im Zuge der \u00e2\u20ac\u00b9\u00c3\u2013kologisierung\u00e2\u20ac\u00ba des Designs seit den 1970er Jahren erhielten die \u00c3\u00b6kologischen Auswirkungen von Design eine zentrale Rolle im fachlichen Diskurs und auch in der akademischen Lehre. Als Ergebnis dieser Aufmerksamkeit kann das Konzept eines \u00e2\u20ac\u00b9Nachhaltigen Designs\u00e2\u20ac\u00ba und dessen Vermittlung an Designstudierende gesehen werden.<\/p>\n<p>M\u00c3\u00bcll, als universeller Begriff f\u00c3\u00bcr unerw\u00c3\u00bcnschte Nebenprodukte (\u00e2\u20ac\u00b9Rest\u00e2\u20ac\u00ba) einer gezielten Handlung innerhalb von Produktion und Verbrauch, stellt einen Indikator f\u00c3\u00bcr die \u00c3\u00b6kologischen Konsequenzen gestalterischer Aktivit\u00c3\u00a4t dar. Dieser Indikator wird haupts\u00c3\u00a4chlich aus zwei unterschiedlichen Perspektiven theoretisiert:Innerhalb der \u00e2\u20ac\u00b9nachhaltigen\u00e2\u20ac\u00ba Designstr\u00c3\u00b6mungen, wie bspw. dem \u00e2\u20ac\u00b9Ecodesign\u00e2\u20ac\u00ba, wird das Ph\u00c3\u00a4nomen M\u00c3\u00bcll haupts\u00c3\u00a4chlich als technologische Spezifik behandelt. Beachtung finden vordergr\u00c3\u00bcndig die Fragen, welche \u00c3\u00b6kologischen Auswirkungen verschiedene Materialien (und deren Verbindungen in den Artefakten) bei ihrer Entsorgung haben und wie diese zu bewerten sind. Soziale Mechanismen innerhalb der Gesellschaft, die z.\u00c2\u00a0B. dazu f\u00c3\u00bchren, dass auch funktions- bzw. gebrauchsf\u00c3\u00a4hige Artefakte entsorgt werden, sowie kulturpraktische Betrachtungen, wie das Wegwerfen tats\u00c3\u00a4chlich abl\u00c3\u00a4uft, treten in der Perspektive des \u00e2\u20ac\u00b9Ecodesigns\u00e2\u20ac\u00ba eher in den Hintergrund. Demgegen\u00c3\u00bcber wird M\u00c3\u00bcll in der Anthropologie und Soziologie als sozial konstruierter Prozess betrachtet. Die Materie bzw. das tats\u00c3\u00a4chliche Artefakt spielt hier kaum eine Rolle. Wichtiger sind in dieser zweiten Perspektive die sozialen Mechanismen, durch welche Materie von Menschen zu M\u00c3\u00bcll gemacht wird.Die vorliegende Designforschungsarbeit verfolgt das Ziel, \u00e2\u20ac\u00b9Nachhaltigkeit\u00e2\u20ac\u00ba anhand einer dritten Perspektive auf das Ph\u00c3\u00a4nomen M\u00c3\u00bcll an angehende Designerinnen und Designer zu vermitteln und innerhalb der Designdidaktik zu etablieren. Theorien Sozialer Praktiken, die habitualisierte Handlungen als Netz aus Bedeutungen, Artefakten und Formen des Wissens ansehen, erlauben eine Definition von M\u00c3\u00bcll als Praktik des Wegwerfens. Gleichzeitig erlaubt die praktiktheoretische Perspektive das Miteinbeziehen von gestalterischer T\u00c3\u00a4tigkeit als Praktik des Entwerfens und bietet damit einen gemeinsamen theoretischen Rahmen.\u00c2\u00a0Im Zentrum der Arbeit steht die erkenntnisorientierte, praktische Verbindung der beiden Handlungssets mit dem Ziel, ein designdidaktisches Programm zu entwickeln, welches das Konzept \u00e2\u20ac\u00b9Nachhaltigkeit\u00e2\u20ac\u00ba implizit vermittelt. Dieses didaktische Programm speist sich aus\u00c2\u00a0<\/p>\n<ol>\n<li>der Herausarbeitung einer mehrdimensionalen Definition des M\u00c3\u00bclls, welche die \u00c3\u00b6kologischen (z.\u00c2\u00a0B. Bew\u00c3\u00a4ltigungsstrategien), sozialen (z.\u00c2\u00a0B.\u00c2\u00a0Herstellung von Ordnung) und gestalterischen Bedeutungen (z.\u00c2\u00a0B. Artefaktphasen) \u00c2\u00a0wiedergibt,<\/li>\n<li>der designtheoretischen Integration des Ph\u00c3\u00a4nomens M\u00c3\u00bcll in etablierte Theorien des Designprozesses und des Gebrauchsprozesses, mithilfe der entwickelten Modelle einer Designtheorie des M\u00c3\u00bclls und<\/li>\n<li>einem anwendungsbereiten Werkzeugset f\u00c3\u00bcr angehende Designer und Designerinnen, welches das Ph\u00c3\u00a4nomen M\u00c3\u00bcll als \u00e2\u20ac\u00b9Analyseeinheit Wegwerfen\u00e2\u20ac\u00ba zug\u00c3\u00a4nglich und formbar macht.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[ent]SORGEN Im Zuge der \u00e2\u20ac\u00b9\u00c3\u2013kologisierung\u00e2\u20ac\u00ba des Designs seit den 1970er Jahren erhielten die \u00c3\u00b6kologischen Auswirkungen von Design eine zentrale Rolle im fachlichen Diskurs und auch in der akademischen Lehre. Als Ergebnis dieser Aufmerksamkeit kann das Konzept eines \u00e2\u20ac\u00b9Nachhaltigen Designs\u00e2\u20ac\u00ba und dessen Vermittlung an Designstudierende gesehen werden. M\u00c3\u00bcll, als universeller Begriff f\u00c3\u00bcr unerw\u00c3\u00bcnschte Nebenprodukte (\u00e2\u20ac\u00b9Rest\u00e2\u20ac\u00ba) einer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52688","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20012\/208","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Ritzmann","dbu_stipendiaten_vorname":"Susanne","dbu_stipendiaten_titel":"Prof. Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2012-11-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2015-11-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Universit\u00c3\u00a4t der K\u00c3\u00bcnste Berlin Institut f\u00c3\u00bcr Produkt- und Prozessgestaltung Designforschung","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Gesche Joost","dbu_stipendiaten_email_dienst":"susanne@studiofroh.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52688\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58700,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52688\/revisions\/58700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}