{"id":52676,"date":"2026-10-23T12:50:25","date_gmt":"2026-10-23T10:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-221\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:26","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:26","slug":"20012-221","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-221\/","title":{"rendered":"StSP Forschung auf DBU-Naturerbefl\u00c3\u00a4chen: Vitalit\u00c3\u00a4t der Besenheide (Calluna vulgaris) in trockenen Zwergstrauchheiden entlang von Klima-, Struktur- und Diversit\u00c3\u00a4tsgradienten im norddeutschen Tiefland"},"content":{"rendered":"<p>StSP Vitalit\u00e4t der Besenheide im norddeutschen Tiefland<\/p>\n<p>Trockene, von der Besenheide (Calluna vulgaris) dominierte Zwergstrauchheiden sind bedeutende, sch\u00c3\u00bctzenswerte Lebensr\u00c3\u00a4ume im gesamten norddeutschen Tiefland. Sie entsprechen den Lebensraumtypen 2310 (Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista) und 4030 (Europ\u00c3\u00a4ische trockene Heiden) des Anhangs I der FFH-Richtlinie (Dir. 92\/43\/EEC) der Europ\u00c3\u00a4ischen Union.<\/p>\n<p>Sie sind Resultate historischer Heidebauernwirtschaft oder milit\u00c3\u00a4rischer Nutzung. Zur langfristigen Erhaltung der Offenlandlebensr\u00c3\u00a4ume sind Ma\u00c3\u0178nahmen wie Mahd, Beweidung oder Feuer notwendig, um die Sukzession zu Laubmischw\u00c3\u00a4ldern zu verhindern.<\/p>\n<p>Die norddeutschen Heiden unterscheiden sich voneinander hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte sowie in klimatischer, edaphischer, floristischer und faunistischer Hinsicht. Vom Nordwesten Niedersachsens bis zum Norden Sachsens verl\u00c3\u00a4uft ein ozeanisch-subkontinentaler Klimagradient. Die Schl\u00c3\u00bcsselart der trockenen Heiden, Calluna vulgaris, hat einen atlantischen Verbreitungsschwerpunkt, sie ist damit im S\u00c3\u00bcdosten des norddeutschen Flachlandes nicht mehr in ihrem Hauptareal. Besonders die Sommertrockenheit im subkontinentalen Klimabereich verursacht eine Abnahme ihrer vegetativen und generativen Regenerationsf\u00c3\u00a4higkeit. Kann sich die Besenheide nicht mehr ausreichend regenerieren, ist der gesamte Heidelebensraum gef\u00c3\u00a4hrdet. Diese Gefahr mit den g\u00c3\u00a4ngigen Methoden der Bewertung des Erhaltungszustandes im Rahmen des FFH-Monitorings abzusch\u00c3\u00a4tzen, ist sehr ungenau. Hierbei wird das Alter der Besenheide \u00c3\u00bcber habituell-physiognomische Wuchsphasen (nach GIMINGHAM 1972: Pionier-, Aufbau-, Optimal- und Degenerationsphase) bestimmt. In der Praxis kann die Ableitung des Alters aus den Wuchsphasen jedoch in die Irre f\u00c3\u00bchren, weil die Pflanze durch Regeneration aus dem Wurzelstock und \u00c3\u00bcber sich adventiv bewurzelnde \u00c3\u201este vermeintlich einer j\u00c3\u00bcngeren Wuchsphase angeh\u00c3\u00b6rt. Damit nimmt die Gefahr zu, nach Pflegeeingriffen Altersphase und Regenerationsf\u00c3\u00a4higkeit falsch einzusch\u00c3\u00a4tzen. Ist zus\u00c3\u00a4tzlich durch Trockenereignisse im Sommer und Sp\u00c3\u00a4tsommer die Bl\u00c3\u00bcte, der Samenansatz und die Samenkeimung beeintr\u00c3\u00a4chtigt, kann es zu einer \u00c3\u0153beralterung und zum Zusammenbruch des Besenheidebestandes kommen. Wichtig f\u00c3\u00bcr die Einsch\u00c3\u00a4tzung des Entwicklungspotenzials eines Heidebestandes ist es daher, das genaue Alter der Pflanzen und das Ausma\u00c3\u0178 der Vitalit\u00c3\u00a4tsminderung mit zunehmendem Alter und bei zunehmend subkontinentalem Klimaeinfluss zu kennen. <br \/>Auf vielen der in den letzten Jahren der Naturerbe GmbH \u00c3\u00bcbertragenen Fl\u00c3\u00a4chen befinden sich Heidelebensr\u00c3\u00a4ume im subatlantisch-subkontinentalem Klimabereich, die w\u00c3\u00a4hrend der milit\u00c3\u00a4rischen Vornutzung entstanden sind und nach Nutzungsaufgabe nun entweder der Sukzession \u00c3\u00bcberlassen oder offen gehalten werden sollen. Es ist unklar, ob sich die Pflegema\u00c3\u0178nahmen, die sich bisher f\u00c3\u00bcr die atlantischen Heiden bew\u00c3\u00a4hrt haben, f\u00c3\u00bcr die subkontinentalen Heiden eignen. Zudem unterliegen viele der ehemaligen militr\u00c3\u00a4ischen Fl\u00c3\u00a4chen inzwischen einem gewissen Pflegedefizit. Das geplante Forschungsprojekt ist daher von gro\u00c3\u0178er Aktualit\u00c3\u00a4t und Bedeutung f\u00c3\u00bcr die Erhaltung der Heidelebensr\u00c3\u00a4ume auf DBU-Naturerbefl\u00c3\u00a4chen.<\/p>\n<p>In 18 norddeutschen Heidelebensr\u00c3\u00a4umen wurden in den Jahren 2013\/2014 umfangreiche Vitalit\u00c3\u00a4ts-, Diversit\u00c3\u00a4ts- und Strukturparameter auf insgesamt 352 Probefl\u00c3\u00a4chen erhoben und untersucht.<br \/>Darunter befinden sich sowohl gro\u00c3\u0178e, kulturhistorisch bedeutsame Fl\u00c3\u00a4chen (\u00e2\u20ac\u017eL\u00c3\u00bcneburger Heide\u00e2\u20ac\u0153) als auch gro\u00c3\u0178e aktiv milit\u00c3\u00a4risch genutzte (z.B. NATO-Truppen\u00c3\u00bcbungsplatz Bergen, WTD 91 Schie\u00c3\u0178platz Meppen) und zahlreiche ehemalige milit\u00c3\u00a4rische Liegenschaften (\u00e2\u20ac\u017eKyritz-Ruppiner Heide\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eMarienflie\u00c3\u0178\u00e2\u20ac\u0153 u.a.) unterschiedlicher Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e. <br \/>Im Fokus der Untersuchungen stehen Beziehungen zwischen dem Alter der Besenheide und ihrer F\u00c3\u00a4higkeit zur vegetativen und generativen Regeneration bei zunehmendem subkontinentalem Klimaeinfluss. Hierf\u00c3\u00bcr wurden von \u00c3\u00bcber 1800 Individuen die Anzahl der Wuchsringe an definierten Schnittstellen gez\u00c3\u00a4hlt, um das Alter zu bestimmen. <\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Untersuchung von Zusammenh\u00c3\u00a4ngen zwischen der Vitalit\u00c3\u00a4t von Calluna vulgaris und variierenden strukturellen Parametern wie Geh\u00c3\u00b6lzdeckung, Offensand-, Gras- und Kryptogamenanteilen. Die Ergebnisse sollen zu Empfehlungen f\u00c3\u00bchren, wie die Vitalit\u00c3\u00a4t des Besenheidebestandes \u00c3\u00bcber Indikatoren ermittelt und so die Regenerations- und Entwicklungsf\u00c3\u00a4higkeit besser abgesch\u00c3\u00a4tzt werden kann. <br \/>Ziel ist es, mit der Ber\u00c3\u00bccksichtigung der Vitalit\u00c3\u00a4t und des Alters der Besenheide entlang des West-Ost-Klimagradienten eine biologisch, \u00c3\u00b6kologisch und naturschutzfachlich differenzierte Betrachtung der norddeutschen Heidelebensr\u00c3\u00a4ume zu begr\u00c3\u00bcnden und dies in neuen Leitbildern und entsprechenden Pflegezielen und -methoden zum Ausdruck zu bringen. Die Arbeit tr\u00c3\u00a4gt daher dazu bei, die \u00c3\u00b6stlichen Heidelebensr\u00c3\u00a4ume des norddeutschen Tieflandes auf Dauer zu erhalten und den Fortbestand vitaler Besenheidebest\u00c3\u00a4nde in den ausgedehnten Heiden der Naturerbefl\u00c3\u00a4chen zu sichern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>StSP Vitalit\u00e4t der Besenheide im norddeutschen Tiefland Trockene, von der Besenheide (Calluna vulgaris) dominierte Zwergstrauchheiden sind bedeutende, sch\u00c3\u00bctzenswerte Lebensr\u00c3\u00a4ume im gesamten norddeutschen Tiefland. Sie entsprechen den Lebensraumtypen 2310 (Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista) und 4030 (Europ\u00c3\u00a4ische trockene Heiden) des Anhangs I der FFH-Richtlinie (Dir. 92\/43\/EEC) der Europ\u00c3\u00a4ischen Union. 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