{"id":52676,"date":"2026-02-28T10:46:32","date_gmt":"2026-02-28T09:46:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20012-221\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:32","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:32","slug":"20012-221","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20012-221\/","title":{"rendered":"StSP Forschung auf DBU-Naturerbefl\u00e4chen: Vitalit\u00e4t der Besenheide (Calluna vulgaris) in trockenen Zwergstrauchheiden entlang von Klima-, Struktur- und Diversit\u00e4tsgradienten im norddeutschen Tiefland"},"content":{"rendered":"<p>StSP Vitalit\u00e4t der Besenheide im norddeutschen Tiefland<\/p>\n<p>Trockene, von der Besenheide (Calluna vulgaris) dominierte Zwergstrauchheiden sind bedeutende, sch\u00fctzenswerte Lebensr\u00e4ume im gesamten norddeutschen Tiefland. Sie entsprechen den Lebensraumtypen 2310 (Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista) und 4030 (Europ\u00e4ische trockene Heiden) des Anhangs I der FFH-Richtlinie (Dir. 92\/43\/EEC) der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Sie sind Resultate historischer Heidebauernwirtschaft oder milit\u00e4rischer Nutzung. Zur langfristigen Erhaltung der Offenlandlebensr\u00e4ume sind Ma\u00dfnahmen wie Mahd, Beweidung oder Feuer notwendig, um die Sukzession zu Laubmischw\u00e4ldern zu verhindern.<\/p>\n<p>Die norddeutschen Heiden unterscheiden sich voneinander hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte sowie in klimatischer, edaphischer, floristischer und faunistischer Hinsicht. Vom Nordwesten Niedersachsens bis zum Norden Sachsens verl\u00e4uft ein ozeanisch-subkontinentaler Klimagradient. Die Schl\u00fcsselart der trockenen Heiden, Calluna vulgaris, hat einen atlantischen Verbreitungsschwerpunkt, sie ist damit im S\u00fcdosten des norddeutschen Flachlandes nicht mehr in ihrem Hauptareal. Besonders die Sommertrockenheit im subkontinentalen Klimabereich verursacht eine Abnahme ihrer vegetativen und generativen Regenerationsf\u00e4higkeit. Kann sich die Besenheide nicht mehr ausreichend regenerieren, ist der gesamte Heidelebensraum gef\u00e4hrdet. Diese Gefahr mit den g\u00e4ngigen Methoden der Bewertung des Erhaltungszustandes im Rahmen des FFH-Monitorings abzusch\u00e4tzen, ist sehr ungenau. Hierbei wird das Alter der Besenheide \u00fcber habituell-physiognomische Wuchsphasen (nach GIMINGHAM 1972: Pionier-, Aufbau-, Optimal- und Degenerationsphase) bestimmt. In der Praxis kann die Ableitung des Alters aus den Wuchsphasen jedoch in die Irre f\u00fchren, weil die Pflanze durch Regeneration aus dem Wurzelstock und \u00fcber sich adventiv bewurzelnde \u00c4ste vermeintlich einer j\u00fcngeren Wuchsphase angeh\u00f6rt. Damit nimmt die Gefahr zu, nach Pflegeeingriffen Altersphase und Regenerationsf\u00e4higkeit falsch einzusch\u00e4tzen. Ist zus\u00e4tzlich durch Trockenereignisse im Sommer und Sp\u00e4tsommer die Bl\u00fcte, der Samenansatz und die Samenkeimung beeintr\u00e4chtigt, kann es zu einer \u00dcberalterung und zum Zusammenbruch des Besenheidebestandes kommen. Wichtig f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung des Entwicklungspotenzials eines Heidebestandes ist es daher, das genaue Alter der Pflanzen und das Ausma\u00df der Vitalit\u00e4tsminderung mit zunehmendem Alter und bei zunehmend subkontinentalem Klimaeinfluss zu kennen. <br \/>Auf vielen der in den letzten Jahren der Naturerbe GmbH \u00fcbertragenen Fl\u00e4chen befinden sich Heidelebensr\u00e4ume im subatlantisch-subkontinentalem Klimabereich, die w\u00e4hrend der milit\u00e4rischen Vornutzung entstanden sind und nach Nutzungsaufgabe nun entweder der Sukzession \u00fcberlassen oder offen gehalten werden sollen. Es ist unklar, ob sich die Pflegema\u00dfnahmen, die sich bisher f\u00fcr die atlantischen Heiden bew\u00e4hrt haben, f\u00fcr die subkontinentalen Heiden eignen. Zudem unterliegen viele der ehemaligen militr\u00e4ischen Fl\u00e4chen inzwischen einem gewissen Pflegedefizit. Das geplante Forschungsprojekt ist daher von gro\u00dfer Aktualit\u00e4t und Bedeutung f\u00fcr die Erhaltung der Heidelebensr\u00e4ume auf DBU-Naturerbefl\u00e4chen.<\/p>\n<p>In 18 norddeutschen Heidelebensr\u00e4umen wurden in den Jahren 2013\/2014 umfangreiche Vitalit\u00e4ts-, Diversit\u00e4ts- und Strukturparameter auf insgesamt 352 Probefl\u00e4chen erhoben und untersucht.<br \/>Darunter befinden sich sowohl gro\u00dfe, kulturhistorisch bedeutsame Fl\u00e4chen (\u201eL\u00fcneburger Heide\u201c) als auch gro\u00dfe aktiv milit\u00e4risch genutzte (z.B. NATO-Truppen\u00fcbungsplatz Bergen, WTD 91 Schie\u00dfplatz Meppen) und zahlreiche ehemalige milit\u00e4rische Liegenschaften (\u201eKyritz-Ruppiner Heide\u201c, \u201eMarienflie\u00df\u201c u.a.) unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe. <br \/>Im Fokus der Untersuchungen stehen Beziehungen zwischen dem Alter der Besenheide und ihrer F\u00e4higkeit zur vegetativen und generativen Regeneration bei zunehmendem subkontinentalem Klimaeinfluss. Hierf\u00fcr wurden von \u00fcber 1800 Individuen die Anzahl der Wuchsringe an definierten Schnittstellen gez\u00e4hlt, um das Alter zu bestimmen. <\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Untersuchung von Zusammenh\u00e4ngen zwischen der Vitalit\u00e4t von Calluna vulgaris und variierenden strukturellen Parametern wie Geh\u00f6lzdeckung, Offensand-, Gras- und Kryptogamenanteilen. Die Ergebnisse sollen zu Empfehlungen f\u00fchren, wie die Vitalit\u00e4t des Besenheidebestandes \u00fcber Indikatoren ermittelt und so die Regenerations- und Entwicklungsf\u00e4higkeit besser abgesch\u00e4tzt werden kann. <br \/>Ziel ist es, mit der Ber\u00fccksichtigung der Vitalit\u00e4t und des Alters der Besenheide entlang des West-Ost-Klimagradienten eine biologisch, \u00f6kologisch und naturschutzfachlich differenzierte Betrachtung der norddeutschen Heidelebensr\u00e4ume zu begr\u00fcnden und dies in neuen Leitbildern und entsprechenden Pflegezielen und -methoden zum Ausdruck zu bringen. Die Arbeit tr\u00e4gt daher dazu bei, die \u00f6stlichen Heidelebensr\u00e4ume des norddeutschen Tieflandes auf Dauer zu erhalten und den Fortbestand vitaler Besenheidebest\u00e4nde in den ausgedehnten Heiden der Naturerbefl\u00e4chen zu sichern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>StSP Vitalit\u00e4t der Besenheide im norddeutschen Tiefland Trockene, von der Besenheide (Calluna vulgaris) dominierte Zwergstrauchheiden sind bedeutende, sch\u00fctzenswerte Lebensr\u00e4ume im gesamten norddeutschen Tiefland. Sie entsprechen den Lebensraumtypen 2310 (Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista) und 4030 (Europ\u00e4ische trockene Heiden) des Anhangs I der FFH-Richtlinie (Dir. 92\/43\/EEC) der Europ\u00e4ischen Union. 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