{"id":52658,"date":"2026-10-23T12:50:21","date_gmt":"2026-10-23T10:50:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-240\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:22","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:22","slug":"20013-240","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-240\/","title":{"rendered":"Einfluss des Tauwurms Lumbricus terrestris auf Quantit\u00c3\u00a4t und Qualit\u00c3\u00a4t von Bioporen in gepfl\u00c3\u00bcgten Ackerb\u00c3\u00b6den: Strategien zur Maximierung positiver Effekte des mehrj\u00c3\u00a4hrigen Futterbaus"},"content":{"rendered":"<p>Einfluss des Tauwurms auf Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t von Bioporen in gepfl\u00fcgten Ackerb\u00f6den<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr eine zukunftsorientierte Landwirtschaft sind Nachhaltigkeit und Dauerf\u00c3\u00a4higkeit essentiell, um vorhandene Ressourcen, Bodenn\u00c3\u00a4hrstoffe und Bodenwasser langfristig effizient nutzen zu k\u00c3\u00b6nnen. Die tiefere Erschlie\u00c3\u0178ung des Unterbodens, die \u00c3\u00bcber vertikale Bioporen m\u00c3\u00b6glich wird, bietet ein bisher wenig beachtetes Potenzial bislang weitestgehend ungenutzte nat\u00c3\u00bcrliche Wasser- und N\u00c3\u00a4hrstoffreservoire pflanzenverf\u00c3\u00bcgbar zu machen. Die Tauwurmpopulation eines Standortes kann damit unter Anderem negative Auswirkungen des erwarteten Klimawandels und damit verbundener h\u00c3\u00a4ufigerer Trockenperioden puffern und die Ertragssicherheit einer nachhaltigen Landnutzung erh\u00c3\u00b6hen.<br \/>Intensiv wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug dezimiert in der Regel die Regenwurmpopulation. Sie gilt aber in vielen Produktionssystemen, besonders auch im Organischen Landbau, aufgrund ihrer g\u00c3\u00bcnstigen Wirkungen betreffend N\u00c3\u00a4hrstoffmobilisierung und Unkrautregulation, als unverzichtbar. Deswegen gilt es Strategien zu entwickeln, um auch ohne Verzicht auf eine wendende Bodenbearbeitung Tauw\u00c3\u00bcrmer zu schonen oder kurzfristig f\u00c3\u00b6rdern zu k\u00c3\u00b6nnen. Ziel dieser Dissertation ist es, die wissenschaftliche Basis f\u00c3\u00bcr eine schonendere Bodenbearbeitung in Bezug auf die an\u00c3\u00b6zische Lumbricidenfauna zu schaffen und darauf aufbauend Anwendungsstrategien zu entwickeln, die eine m\u00c3\u00b6glichst hohe Bioporendichte mit hoher Qualit\u00c3\u00a4t der Drilosph\u00c3\u00a4re auf gepfl\u00c3\u00bcgten Standorten erm\u00c3\u00b6glichen.<br \/>Eine m\u00c3\u00b6gliche Option besteht darin, im Rahmen der Fruchtfolge durch Anbau mehrj\u00c3\u00a4hriger Kulturpflanzen f\u00c3\u00bcr eine l\u00c3\u00a4ngere Bodenruhe zu sorgen, w\u00c3\u00a4hrend der sich Regenwurmpopulationen aufbauen k\u00c3\u00b6nnen. Zwar ist nach dem Umbruch der perennierenden Pflanzen wieder mit einem R\u00c3\u00bcckgang der Regenwurmabundanz zu rechnen, dennoch werden nachhaltig positive Effekte der tempor\u00c3\u00a4r erh\u00c3\u00b6hten Regenwurmpopulation erwartet:<br \/>1.\tIntensivere Perforierung des Unterbodens mit Bioporen, geschaffen durch Pfahlwurzelsysteme und Regenwurmaktivit\u00c3\u00a4t.<br \/>2.\tErh\u00c3\u00b6hung der N\u00c3\u00a4hrstoffmenge und -verf\u00c3\u00bcgbarkeit in der Drilosph\u00c3\u00a4re.<br \/>Unklar ist, welchen Einfluss die Bewirtschaftung, durch Einhalten einer tempor\u00c3\u00a4ren Bodenruhe in der Fruchtfolge, auf die Quantit\u00c3\u00a4t und Qualit\u00c3\u00a4t von Bioporen hat. Dies gilt insbesondere in Bezug auf das Nahrungshabitat der Regenw\u00c3\u00bcrmer, d.h. Art der angebauten mehrj\u00c3\u00a4hrigen Kulturpflanze, Menge und Qualit\u00c3\u00a4t der Sprossmasse. In einem Gef\u00c3\u00a4\u00c3\u0178versuch soll untersucht werden, ob der Tauwurm bei unterschiedlichem Nahrungsangebot Pr\u00c3\u00a4ferenzen zeigt.<br \/>Mit einer destruktiven Porenanalyse soll untersucht werden, wie sich die Nahrungsgrundlage auf die Qualit\u00c3\u00a4t der Drilosph\u00c3\u00a4re auswirkt. In diesem Zusammenhang sind auch qualitative Unterschiede der Poren, generiert durch Wurzeln oder Tauw\u00c3\u00bcrmer, entscheidend. Im Feldversuch werden Poren untersucht, deren Entstehungsgeschichte (wurzelgeneriert, regenwurmgeneriert, wurzel- und regenwurmgeneriert) bekannt ist. F\u00c3\u00bcr Aussagen \u00c3\u00bcber die Quantit\u00c3\u00a4t und Qualit\u00c3\u00a4t von Bioporen im Unterboden werden zudem mit Elastomeren markierte Tauw\u00c3\u00bcrmer oberhalb einer Verdichtungsschicht, deren Porenverteilung zuvor auf einer Folie hinterlegt wurde, im Freiland ausgesetzt. Somit k\u00c3\u00b6nnen nach dem schrittweisen Abtrag des Oberbodens die Porenausrichtung und das Verh\u00c3\u00a4ltnis neuangelegter und wiederbesiedelter Bioporen bestimmt werden.<br \/>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einfluss des Tauwurms auf Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t von Bioporen in gepfl\u00fcgten Ackerb\u00f6den F\u00c3\u00bcr eine zukunftsorientierte Landwirtschaft sind Nachhaltigkeit und Dauerf\u00c3\u00a4higkeit essentiell, um vorhandene Ressourcen, Bodenn\u00c3\u00a4hrstoffe und Bodenwasser langfristig effizient nutzen zu k\u00c3\u00b6nnen. 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