{"id":52657,"date":"2026-02-11T10:48:41","date_gmt":"2026-02-11T09:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-241\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:43","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:43","slug":"20013-241","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-241\/","title":{"rendered":"Der Einfluss funktioneller Eigenschaften und Diversit\u00e4t der Baumverj\u00fcngung auf die Wechselwirkung von Wildverbiss und Regenerationsdynamik in naturnahen Buchenmischw\u00e4ldern"},"content":{"rendered":"<p>Funktionelle Eigenschaften, Diversit\u00e4t und Wildverbiss der Verj\u00fcngung in Buchenmischw\u00e4ldern<\/p>\n<p>Buchenw\u00e4lder haben ihren nat\u00fcrlichen Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa, sind aber nur noch auf wenigen Fl\u00e4chen in ihrer nat\u00fcrlichen Dynamik erhalten. Deutschland tr\u00e4gt deshalb eine besondere Verantwortung f\u00fcr den Schutz naturnaher Buchenw\u00e4lder, welcher u.a. mit der Aufnahme von f\u00fcnf Buchenwaldgebieten in die Weltnaturerbe-Liste der UNESCO nachgekommen wurde. Weniger Beachtung finden jedoch Laubbaumarten, die in ihrer Verbreitung mit der Buche \u00fcberlappen und die h\u00e4ufig in Buchenw\u00e4ldern auftreten, beispielsweise die Edellaubh\u00f6lzer Ahorn und Esche, sowie Eichen, Ulmen und Wildobstarten. Diese werden vom Wild, insbesondere Reh, Rot- und Damhirsch, im Vergleich zur Buche im Verj\u00fcngungsstadium bevorzugt verbissen. Es ist zu vermuten, dass die Mischbaumarten dadurch im Vergleich zur Buche benachteiligt werden, sodass bei den aktuellen Wilddichten langfristig mit einer Entmischung der Baumarten und einer Verschiebung hin zu reinen Buchenbest\u00e4nden zu rechnen ist. Dies h\u00e4tte zum einen eine Abnahme der Biodiversit\u00e4t zur Folge, da viele Tier- und Pflanzenarten der Buchenw\u00e4lder haupts\u00e4chlich mit den Mischbaumarten assoziiert sind. Zum anderen besitzen Best\u00e4nde aus nur einer Baumart ein h\u00f6heres Ausfallrisiko infolge von Umweltver\u00e4nderungen als Mischbest\u00e4nde.<br \/>Es ist weitgehend unbekannt, welche funktionellen Eigenschaften einerseits die Pr\u00e4ferenz des Wildes f\u00fcr die Mischbaumarten hervorrufen und andererseits die Reaktion der Arten auf Verbiss steuern und wie diese Zusammenh\u00e4nge durch die funktionelle Diversit\u00e4t der Nachbarschaftsarten und der Umwelt modifiziert werden. Ziel des Promotionsvorhabens ist es deshalb, durch empirische Analyse von Felddaten und zus\u00e4tzliche Experimente unter Verwendung demographischer, morphologischer und physiologischer Merkmale ein Modell zur Vorhersage der Verbissbelastung und -reaktion von Mischbaumarten zu entwickeln.<\/p>\n<p>Die Studie gliedert sich in drei Teilstudien: Den ersten Teil bilden vorhandene detaillierte Kartierungen der Baumartenverj\u00fcngung in naturnahen Buchenmischbest\u00e4nden im Hainich (Th\u00fcringen). Sie werden durch eine aktuelle Kartierung der Artenanteile, Wuchsh\u00f6hen und Verbissbelastung erg\u00e4nzt. \u00dcber den Vergleich der Datens\u00e4tze und eine statistische Analyse der Zusammenh\u00e4nge zwischen dem Verbiss der Baumarten, der Verj\u00fcngungsnachbarschaft und der Umweltfaktoren (v.a. Lichtintensit\u00e4t) wird ein Modell zur Vorhersage der Verbissbelastung entwickelt. Im zweiten Teil wird ein Experiment zur Untersuchung der Baumartenpr\u00e4ferenzen des Wildes durchgef\u00fchrt. Dazu werden in einem Phytometeransatz Jungpflanzen diverser Mischbaumarten in Best\u00e4nde im Hainich mit unterschiedlichen Anteilen an Buchen- bzw. Mischbaumartverj\u00fcngung ausgebracht und die Verbissbelastung nach einem und nach zwei Jahren aufgenommen. So k\u00f6nnen generelle Aussagen gemacht werden zur Pr\u00e4ferenz in Abh\u00e4ngigkeit des Nachbarschaftsangebots schmackhafter und nicht-schmackhafter Baumarten. Im dritten Teil, einem Experiment im Arboretum Gro\u00dfp\u00f6sna bei Leipzig, werden Jungpflanzen diverser Mischbaumarten unter kontrollierten Bedingungen zwei Behandlungen ausgesetzt: zum einen wird Verbiss simuliert (physisch durch Abschneiden des Leittriebs, chemisch durch Auftragen von Rehspeichel), dies wird zum anderen mit verschiedenen Lichtintensit\u00e4ten (k\u00fcnstliche Beschattung) kombiniert. Vor und nach der Verbisssimulation werden die Inhaltsstoffe der Arten analysiert, sowie nach dem Verbiss die morphologische Reaktion der Baumarten untersucht. Dies soll Aufschluss geben \u00fcber Kompensationswachstum und Abwehrmechanismen der Baumarten gegen\u00fcber Wildverbiss in Abh\u00e4ngigkeit der Lichtverf\u00fcgbarkeit.<br \/>Das Promotionsvorhaben soll aufzeigen, inwiefern Umweltfaktoren und funktionelle Eigenschaften der Baumarten die Fra\u00df-Pr\u00e4ferenz von Wild beeinflussen. Zum anderen soll die Studie eine Vorhersage der Verbissbelastung und -reaktion basierend auf funktionellen Arteigenschaften, unabh\u00e4ngig der Artidentit\u00e4t, erm\u00f6glichen und so auf verschiedenste Wald\u00f6kosysteme \u00fcbertragbar sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funktionelle Eigenschaften, Diversit\u00e4t und Wildverbiss der Verj\u00fcngung in Buchenmischw\u00e4ldern Buchenw\u00e4lder haben ihren nat\u00fcrlichen Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa, sind aber nur noch auf wenigen Fl\u00e4chen in ihrer nat\u00fcrlichen Dynamik erhalten. Deutschland tr\u00e4gt deshalb eine besondere Verantwortung f\u00fcr den Schutz naturnaher Buchenw\u00e4lder, welcher u.a. mit der Aufnahme von f\u00fcnf Buchenwaldgebieten in die Weltnaturerbe-Liste der UNESCO nachgekommen wurde. 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