{"id":52651,"date":"2026-02-11T10:48:41","date_gmt":"2026-02-11T09:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-247\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:42","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:42","slug":"20013-247","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-247\/","title":{"rendered":"Aufkl\u00e4rung des Elektronentransfers zur NiFe-Hydrogenase im Cyanobakterium Synechocystis sp. PCC 6803 unter fermentativen Bedingungen"},"content":{"rendered":"<p>Wasserstoffmetabolismus der Cyanobakterien<\/p>\n<p>\u00a0Das Cyanobakterium <em>Synechocystis spec. PCC 6803 <\/em>produziert Photowasserstoff im Licht und fermentativen Wasserstoff im Dunkeln. Im Licht ist die Photowasserstoffproduktion direkt mit dem photosynthetischen Elektronentransport verbunden. In vorangegangenen Arbeiten in unserer Arbeitsgruppe konnten wir zeigen, dass am Photosystem I (PSI) Ferredoxine als direkte Elektronen\u00fcbertr\u00e4ger zur Hydrogenase fungieren. Dies wurde bisher jedoch nur f\u00fcr die pflanzlichen Ferredoxine mit einem [2Fe-2S]\u2013Cluster gezeigt. In dieser Arbeit lag der Fokus auf zwei bakteriellen Ferredoxinen mit einem [4Fe-4S]\u2013Cluster: Fdx7 (Sll0662) und Fdx9 (Slr2095). F\u00fcr Fdx7 konnte kein Einfluss auf die Wasserstoffproduktion nachgewiesen werden, im Gegensatz zu Fdx9. Hier zeigten sich Ver\u00e4nderungen in der Wasserstoffproduktion. Die Mutante in der fdx9 ausgeschaltet wurde zeigte eine geringere Photowasserstoffproduktion im Vergleich zum Wildtyp. Der genaue Einfluss muss jedoch weiter untersucht werden. <br \/>In dieser Arbeit wurden ebenfalls die Flavoproteine flv2\/4 und flv3 deletiert, die eine wichtige Rolle im photosynthetischen Elektronentransport spielen. Es konnte gezeigt werden, dass der Flavoproteindimer Flv2\/4 in Konkurrenz mit der Hydrogenase um Elektronen steht und die Photowasserstoffproduktion in flv2\/4 im Gegensatz zum Wildtyp und zu flv3 entsprechend erh\u00f6ht ist.<br \/>Fermentativer Wasserstoff wird im Dunkeln auf Kosten des Abbaus von Glykogen bzw. Glukose erzeugt. Bisher waren zwei Glukoseabbauwege in <em>Synechocystis <\/em>bekannt, der Embden-Meyerhoff-Parnass- (EMP, oder Glykolyse) und der Oxidativer-Penthose-Phoshat- (OPP) Weg. Um untersuchen zu k\u00f6nnen welcher Weg f\u00fcr die fermentative Wasserstoffproduktion von Bedeutung ist, sollte der zentrale Kohlenstoffmetabolismus genauer analysiert werden. Eine vorangegangene Arbeit unserer Arbeitsgruppe lie\u00df vermuten, dass es neben dem EMP- und OPP-Weg noch einen weiteren, bisher unbekannten Glukoseabbauweg in <em>Synechocystis <\/em>geben k\u00f6nnte: den Entner-Doudoroff- (ED) Weg. \u00dcber Sequenzvergleiche wurden die f\u00fcr den ED-Weg essentiellen Gene, sll0107 als potentielle KDPG-Aldolase (Eda) und slr0452 als potentielle 6-P-Glukonat-Dehydratase (Edd) identifiziert. In dieser Arbeit konnte die potentielle KDPG-Aldolase (Eda) komplett und edd teilweise aus dem Genom von <em>Synechocystis<\/em> deletiert werden. Beide Mutanten zeigten einen ausgepr\u00e4gten Ph\u00e4notyp im Wachstum unter mixotrophen Bedingungen (im Dauerlicht unter Zugabe von Glukose). Die potentielle KDPG-Aldolase aus <em>Synechocystis <\/em>wurde in <em>Synechocystis<\/em> \u00fcberexprimiert und isoliert. Das Enzym setzte KDPG mit einem KM-Wert von 0,095 zu Pyruvat um. Der Wachstumsph\u00e4notyp der eda-Mutante, lie\u00df sich durch eine \u00dcberexpression der KDPG-Aldolase aus <em>Synechocystis<\/em> und aus <em>E. coli<\/em> komplementieren. Zusammengenommen, weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass der Enter-Doudoroff-Weg in Synechocystis abl\u00e4uft und hier als Glukoseabbauweg lange \u00fcbersehen wurde.<br \/>Datenbankrecherchen unserer Arbeitsgruppe hatten ergeben, dass potentielle Gene f\u00fcr das Schl\u00fcsselenzym des ED-Weges (die KDPG-Aldolase) und edd auch in Pflanzengenomen weit verbreitet sind. Aus diesem Grund wurde die potentielle KDPG-Aldolase aus Gerste (Hordeum vulgare) in E. coli \u00fcberexprimiert und isoliert. Sie setzte KDPG mit einem KM-Wert von 0,35 zu Pyruvat um. Gerste verf\u00fcgt damit wie Synechocystis \u00fcber eine funktionelle KDPG -Aldolase. <br \/>Erste Wasserstoffmessungen mit verschiedenen Mutanten, in denen entweder der ED-, der EMP- oder der OPP-Weg unterbrochen war, zeigte, dass insbesondere der OPP-Weg eine Rolle f\u00fcr die fermentative Wasserstoffproduktion spielen k\u00f6nnte. Da diese Mutante unter den gegebenen Bedingungen nicht gut wuchs, kann die verminderte fermentative Wasserstoffproduktion jedoch auch eine indirekte Folge auf das Ausschalten des OPP-Weges sein. In einem Experiment zeigte die Mutante mit deletiertem ED-Weg eine stark gesteigerte fermentative Wasserstoffproduktion. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasserstoffmetabolismus der Cyanobakterien \u00a0Das Cyanobakterium Synechocystis spec. PCC 6803 produziert Photowasserstoff im Licht und fermentativen Wasserstoff im Dunkeln. Im Licht ist die Photowasserstoffproduktion direkt mit dem photosynthetischen Elektronentransport verbunden. 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